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Rheinland-Pfalz

Schwerdonnerstag in der Region: Närrische Weiber übernehmen das Regiment

Nichts kann sie aufhalten: Vielerorts in Rheinland-Pfalz bringen närrische Weiber am heutigen Schwerdonnerstag die Rathäuser unter ihre Kontrolle und läuten die Hochzeit des Straßenkarnevals ein.

Der Auftakt der Straßenfastnacht am Rhein gehört den Frauen: Für die Möhnen in Koblenz und Umgebung ist der heutige Schwerdonnerstag ein besonderer Höhepunkt, etwa mit dem Möhnenzug und anschließendem Maskentreiben in den Straßen und Dorfgaststätten von Heimbach-Weis (Kreis Neuwied). In Mülheim-Kärlich startet der nur alle zwei Jahre stattfindende Möhnenumzug mit rund 500 Teilnehmern um 14.11 Uhr in Mülheim.

„Frauen an die Macht! Das ist für uns der krönende Abschluss!“ sagte Kornelia Punstein vom Möhnen-Club 1950 Mülheim, dem nach eigenen Angaben mit 850 Mitgliedern größten Möhnenverein in Deutschland. Besonders im Blickpunkt stehen die Obermöhn Helga I. vom tanzenden Schuh zum Glockenturm und Möhnerich Edel I. Möhnenfürst über der Altstadt – auch der Möhnerich wird natürlich von einer Frau dargestellt.

Auch im Kreis Ahrweiler sind die Möhnen unterwegs. Sie kamen im Morgengrauen, und nach ein paar Sekunden war alles vorbei: Die Möhnen stießen auf so gut wie keine Gegenwehr. Die jeweiligen Rathausherren ergaben sich freiwillig und schunkelten gleich gerne mit. Wer an diesem Tag allerdings noch einen Schlips trägt, hat sich im Tag geirrt, erlebt Altweiber zum ersten Mal oder muss Platz im Kleiderschrank schaffen.

Seit 11.11 Uhr bevölkern die Narren von Nahe, Mittelrhein und Hunsrück wieder die Straßen und Plätze – die meisten dürften sich wohl im Narrenkäfig auf dem Kreuznacher Kornmarkt versammeln.

In Mainz hat die Weiberfastnacht im Unterschied zu Koblenz, Köln oder Düsseldorf noch keine lange Tradition. Erst seit einigen Jahren gewinnt sie auch in der Landeshauptstadt Zulauf vor allem bei jungen Leuten. Treffpunkt war um 11.11 Uhr der Schillerplatz rund um den Fastnachtsbrunnen. Live-Musik gibt es bis 17.11 Uhr, den Abschluss bilden die „Humbas“.

Rathauserstürmungen in Wirges, Westerburg oder Ransbach-Baumbach, Möhnenumzüge und jede Menge Möhnensitzungen: Die Narren haben den Westerwald fest im Griff.

Mit Witz und Charme haben die Närrinnen im AK-Land pünktlich zu Schwerdonnerstag das Ruder des Frohsinns an sich gerissen. Überall erwies sich die Region wieder als außerordentlich feierfreudig – ob beim Sturm aufs Rathaus, beim Möhnenkaffee oder einem Nachtzug.

Auch im Rhein-Lahn-Kreis wurde lautstark und ausgelassen der Auftakt zum Sessionshöhepunkt gefeiert. Um 11.11 Uhr zogen die Karnevalisten unter anderem zu den Rathäusern in Lahnstein, Diez, Kaub oder auch St. Goarshausen, um die Stadtführungen zu entmachten und für die kommenden Tage den Spaß und die Freude regieren zu lassen.

"Finde den echten Werner!" lautete am Weiberdonnerstag das Motto in der Verwaltung der Verbandsgemeinde Loreley.
"Finde den echten Werner!" lautete am Weiberdonnerstag das Motto in der Verwaltung der Verbandsgemeinde Loreley.
Foto: Werner Groß

Eine ganz perfide Art, die Macht an sich zu reißen, haben sich in diesem Jahr die Mitarbeiter der Verbandsgemeindeverwaltung Loreley ausgedacht. Pünktlich um 11.11 Uhr verwandelten sich alle Mitarbeiter in täuschend echte Doppelgänger ihres Bürgermeisters Werner Groß.

Weitere Fotos und Bericht rund um den Schwerdonnerstag finden Sie hier

dpa/to/eck/me/nbo

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