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    Schule ohne Sitzenbleiben: Modellversuch könnte im nächsten Schuljahr starten

    An den Schulen im Land wird es vielleicht bald schon kein Sitzenbleiben mehr geben. Die rot-grüne Landesregierung will in einem Modellversuch prüfen, ob künftig auf das Wiederholen von Klassen und auf das Wechseln der Schulart verzichtet wird.

    Kinder sollen nicht mehr Sitrzenbleiben müssen: Rheinland-Pfalz sucht nach Alternativen. 
    Kinder sollen nicht mehr Sitrzenbleiben müssen: Rheinland-Pfalz sucht nach Alternativen. 
    Foto: dpa

    „Möglicherweise startet der Versuch schon im neuen Schuljahr“, erklärte Wolf-Jürgen Karle, Sprecher des Mainzer Bildungsministeriums. Gleichzeitig verwies er darauf, dass dieses Projekt im Koalitionsvertrag festgeschrieben ist. Auch ist geplant, dass Lehrer ihre Noten um Berichte zur Lernentwicklung ergänzen.

    Für die rheinland-pfälzische CDU geht dieser Vorstoß der Landesregierung in die falsche Richtung. „Wir lehnen dieses Konzept ab und haben für den März eine Anhörung zu diesem Thema im Landtag beantragt“, erklärt Bettina Dickes, bildungspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion, auf Anfrage unserer Zeitung. „Natürlich ist es gut für Kinder, wenn sie ein Schuljahr nicht wiederholen müssen“, sagt die Christdemokratin. Andererseits verweist sie darauf, dass es viele Kinder gebe, die sich gerade in der Pubertät nach einem Sitzenbleiben „erst richtig fangen und durchstarten“. Die Berichte zur Lernentwicklung sieht Dickes mit einem „gigantischen Aufwand für die Lehrer“ verbunden, die in keinem Verhältnis zum Nutzen stünden.

    Rückendeckung erhält die Landesregierung dagegen vom Verband Bildung und Erziehung (VBE) in Rheinland-Pfalz. „Sitzenbleiben kostet nur Geld und ist kontraproduktiv“, erklärt Vorsitzender Gerhard Bold gegenüber unserer Zeitung. In seinen Augen ist ein Modellversuch gar nicht notwendig: „Ich würde das Wiederholen von Klassen sofort abschaffen. Erfahrungen haben gezeigt, dass viele Schüler, die sitzen geblieben sind, nach einiger Zeit auch in ihrer neuen Klasse eher wieder zu den Schwächeren zählen“, so der VBE-Chef. Für ihn ist es wichtig, dass das Land eine zusätzliche Förderung von Kindern nicht aus dem Auge verliert und die in seinen Augen „miserable Unterrichtsversorgung“ verbessert.

    Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) im Land begrüßt grundsätzlich die Pläne der Regierung. Allerdings spricht sich Vorsitzender Klaus-Peter Hammer dafür aus, den Eltern und Schülern „auf freiwilliger Basis“ die Möglichkeit zu geben, eine Klasse zu wiederholen. In vielen Fällen sei es aber so, dass es wenig Sinn mache, die Kinder aus ihrer sozialen Umgebung herauszureißen, so der GEW-Chef auf Anfrage.

    Am Wochenende war bekannt geworden, dass auch Niedersachsen das Sitzenbleiben mittelfristig abschaffen will. Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Stephan Dorgerloh (SPD), begrüßte das Konzept, Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) spricht dagegen von „bildungspolitischem und pädagogischem Populismus“.

    Von unserem Redakteur Markus Kratzer

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