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Rheinland-Pfalz

Neujahrsmillion: Ärger um die verflixte Glückszahl 972

Für Lotto-Geschäftsführer Jürgen Häfner war es ein perfekter Start ins Feierjahr zum 70-jährigen Bestehen des Glücksunternehmens, als er gleich drei Rheinland-Pfälzer im Klub der Lotto-Millionäre begrüßen konnte – darunter einen Koblenzer, der die erste Neujahrs-Million überhaupt gewonnen hat. Viele Tipper aber sehen den Start ins Jahr 2018 ganz anders: „Fragwürdig“, „Da scheint etwas nicht zustimmen“ oder „Da ist nix zufällig gelost“.

Diese Liste der Gewinnzahlen verwirrt enttäuschte Tipper – denn sie enden alle mit 972. Aber: Die Ziehung war völlig korrekt, versichert Lotto.
Diese Liste der Gewinnzahlen verwirrt enttäuschte Tipper – denn sie enden alle mit 972. Aber: Die Ziehung war völlig korrekt, versichert Lotto.

So lauten die höflicheren der Kommentare der Tipper, die sich die Liste der 100 Gewinnnummern anschauen, die bei der Neujahrs-Lotterie 1000 Euro verheißen. Denn: Sie enden alle mit der Glückzahl 972 – „was nach dem Zufallsprinzip bei einer Chance von 1 zu 250.000 nicht sein kann“, wie uns ein Leser schreibt.

Doch Lotto Rheinland-Pfalz versichert: „Es ist alles seriös gelaufen“ – nach einem behördlich vom Finanz- und Innenministerium genehmigten System. „Es wurde ein so genanntes zweistufiges Ziehungsverfahren angewendet“, erklärt Lotto-Sprecher Tobias Just. Danach wurden „zunächst mit einem altbewährten und staatlich geprüften manuellen Ziehungsgerät je Gewinnklasse feste Endziffern ermittelt“. In der Gewinnklasse 1000 Euro eben jene „972“. Danach setzten die Techniker den elektronischen Zufallsgenerator ein, der aus allen 250 Losen mit der Endziffer 972 „die schlussendlichen Gewinnlose ermittelte“. Und Just versichert: „Durch diese Mischform aus manueller und elektronischer Ziehung haben wir ein Höchstmaß an Manipulationssicherheit gewährleisten können. Alle Lose hatten bei der Ziehung die gleiche Chance.“ Nur für die 1000 Lose, die noch 50 Euro gewonnen haben, wurden in fünf Runden verschiedene Endziffern gezogen.

Der Blick auf die ganzen identischen Endzahlen verwirrt optisch so, dass einige enttäuschte Tipper sogar Lotto-Mitarbeiter beschimpfen. Aber das Unternehmen betont: Das im Vorfeld „sorgfältig behördlich geprüfte und vorbehaltlos genehmigte“ zweistufige Ziehungsverfahren „hat im Vergleich zu einem einstufigen weder in irgendeiner Weise Einfluss auf die Gewinnwahrscheinlichkeit eines einzelnen Loses noch auf die Anzahl der ermittelten Gewinne“.

Doch die Reaktionen stimmt Lotto Rheinland-Pfalz nachdenklich. „Wir stehen der Kritik unserer Kunden offen gegenüber. Um Verwirrung zu vermeiden, werden wir die Ziehungssystematik zur nächsten Auflage unserer Neujahrsmillion auf den Prüfstand stellen“ – und gegebenenfalls verändern. Denn das Ziel lautet: An Silvester 2018 will das Unternehmen auch die zweite Auflage der „Neujahrs-Million“-Lose komplett ausverkauft haben. Ursula Samary

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