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    Rheinland-PfalzKafitz erhält keine Million

    Er forderte bis zu einer Million Euro - und erhält nichts: Der frühere Nürburgring-Chef Walter Kafitz (60) ist mit der Klage gegen seine fristlose Kündigung gescheitert. Das Landgericht Koblenz hat die Klage abgewiesen.

    Walter Kafitz 
Foto: dpa
    Walter Kafitz
    Foto: dpa - picture alliance / dpa

    Rheinland-Pfalz - Er forderte bis zu einer Million Euro - und erhält nichts: Der frühere Nürburgring-Chef Walter Kafitz (60) ist mit der Klage gegen seine fristlose Kündigung gescheitert. Das Landgericht Koblenz hat die Klage abgewiesen. Die Nürburgring GmbH hatte Kafitz 2009 gefeuert - und nach Überzeugung des Gerichts war dies rechtmäßig. Denn es lag für die Kündigung "ein wichtiger Grund" vor.

    Walter Kafitz gilt als ein Hauptverantwortlicher der Nürburgring-Affäre, auf dessen Höhepunkt der frühere rheinland-pfälzische Finanzminister Ingolf Deubel (SPD) zurücktreten musste. Kafitz war 15 Jahre lang Hauptgeschäftsführer der Nürburgring GmbH und damit der mächtigste Mann am Ring. Seine jähen Wutausbrüche waren bei Mitarbeitern gefürchtet. "Kafitz hatte eine Aura der Angst", sagte sein Nachfolger Hans-Joachim Koch.

    Kafitz wirft seinem früheren Arbeitgeber vor, er wolle ihn in der Nürburgring-Affäre zum "Sündenbock" machen. Er hätte eigentlich einen Vertrag bis März 2014 gehabt. Nach seiner Kündigung zog er vor Gericht. Das wollte er erreichen: Erstens sollte die Kündigung für unrechtmäßig erklärt werden. Zweitens sollte ihm die Nürburgring GmbH noch bis 2014 Gehalt zahlen. Bei einem monatlichen Salär von 18.750 Euro, wären das insgesamt fast eine Million Euro.

    Die Nürburgring GmbH nannte mehr als fünf Gründe für die Kündigung. Das Gericht wertete einen davon als so gravierend, dass es der GmbH nicht mehr zuzumuten war, ihren Chef zu beschäftigen. Darum geht es: Laut dem Gericht beauftragte Kafitz die Bonner Anwaltskanzlei Redeker mit der Begutachtung seiner Tätigkeit als Ring-Chef, obwohl der Aufsichtsrat der GmbH beschlossen hatte, dass genau diese Kanzlei das Mandat nicht erhalten sollte. Begründung: Die Kanzlei hatte Kafitz zuvor bei seiner Arbeit beraten - und wer berät, soll nicht auch noch prüfen. Das Gericht hält den Auftrag an die Kanzlei für eine Pflichtverletzung, die keine vertrauensvolle Zusammenarbeit mehr zulässt. Die GmbH musste für das Gutachten der Kanzlei 50.000 Euro bezahlen. Kafitz kann gegen das Urteil Berufung einlegen.

    Am Landgericht Koblenz läuft noch ein weiteres Verfahren. Darin fordert das Land Rheinland-Pfalz von Kafitz 8,3 Millionen Euro Schadenersatz. Derzeit gibt es für den Prozess noch keinen Termin.

    Von unserem Redakteur Hartmut Wagner

    RZ-KOMMENTAR: Die Landesregierung braucht am Ring dringend einen Plan BRazzia: Nürburgring kommt nicht zur RuheDurchsuchung bei Nürburgring GmbH läuft - Koblenzer Staatsanwalt ermittelt wegen Untreue Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Koblenz (28.06.11) Landgericht Koblenz weist Kafitz-Klage abweitere Links
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