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Koblenz

Festakt im Koblenzer Stadttheater: Sechs Journalisten werden ausgezeichnet

Ehre, wem Ehre gebührt: Zum ersten Mal wird der Theodor-Wolff-Preis am Mittwoch in Koblenz verliehen. Der Festakt auf Einladung des Mittelrhein-Verlags und der Rhein-Zeitung geht im Stadttheater über die Bühne.

Im Koblenzer Stadttheater werden am 9. September sechs Journalisten mit dem Theodor-Wolff-Preis gewürdigt. Foto: Sascha Ditscher
Im Koblenzer Stadttheater werden am 9. September sechs Journalisten mit dem Theodor-Wolff-Preis gewürdigt.
Foto: Sascha Ditscher

Vor historischer Kulisse werden sechs Journalisten für ihre herausragenden Leistungen gewürdigt. Wir stellen sie vor: Tobias Großekemper hat sich in seinem Artikel "In der Westerfilder Spirale" die Frage gestellt, warum in seiner Stadt Bürger Rechtsradikale wählen und was dies mit einem verfallenden Stadtteil zu tun haben könnte.

Ein Bild aus der Multimediareportage der Ruhr-Nachrichten.
Ein Bild aus der Multimediareportage der Ruhr-Nachrichten.
Foto: Dieter Menne

Großekemper erhält den mit 6000 Euro dotierten Preis in der Kategorie "Lokaljournalismus". Neben der Veröffentlichung in der Zeitung (Ruhr-Nachrichten, Dortmund) wurden im Umfeld der Recherchen viele Videos gedreht, alte Bilder gesammelt und Daten über Westerfilde analysiert und visualisiert. Daraus entstand eine Multimediareportage fürs Netz.

Ebenfalls in der Kategorie "Lokaljournalismus" erhalten Rudi Kübler und Christine Liebhardt den Theodor-Wolff-Preis für ihren Onlinebeitrag „Die Nacht der 100.000 Bomben“. Mithilfe von Zeitzeugen rufen sie Lesern den 17. Dezember 1944 in Erinnerung. Damals legten britische Bomber Ulm in Schutt und Asche. Die Multimediadokumentation ist auf der Internetseite der Südwest-Presse (Ulm) erschienen.

Preise gehen auch an Roland Schulz sowie Konrad Schuller in der Kategorie "Reportage/Essay/Analyse": Schulz (SZ-Magazin, München) porträtiert in seinem Beitrag "Die Polizei, dein Freund und Vater" einen Kriminalhauptmeister, dem zwei seiner Berufsfälle zur Lebensaufgabe wurden: Der Beamte adoptierte zwei Jungen, deren Mütter ermordet wurden – von den eigenen Vätern. Schuller beschreibt in seiner Reportage "Dann nehmen sie Anlauf und werfen" (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung) fesselnd und authentisch Menschen, die an und hinter den Barrikaden in Kiew für ihre Stadt und ihr Land kämpfen.

Ausgezeichnet wird in der Kategorie "Meinung/Leitartikel/ Kommentar/Glosse" der Beitrag "Die Welt ist verrückt – und was machen wir?" von Bernd Ulrich (Die Zeit, Hamburg). Der Autor analysiert die Vielzahl der Krisen von der Ukraine über Gaza bis hin zu Syrien und dem Irak und fordert den Westen dazu auf, vermeintliche politische Gewissheiten und gesellschaftliche Ideale zu überprüfen und neu zu justieren.

Der Lebenswerk-Preis geht an Barbara Sichtermann. Jury und Kuratorium unter Vorsitz von Hermann Neusser, Verleger des Bonner General-Anzeigers, würdigen die Journalistin und Schriftstellerin als eine geistreiche und streitbare Autorin, die sich für die Chancengleichheit von Männern und Frauen einsetze.

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