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    E-Motorräder: Friede den Anwohnern und Freude den elektrischen Reitern

    Wilhelm Schüller wird vielleicht einmal bei Anliegern viel befahrener Motorrad-Ausflugsstrecken sehr beliebt werden. Denn Schüller hat - als Erster in Rheinland-Pfalz - begonnen, elektrische Motorräder zu verkaufen und zu vermieten. Kein Lärm, nur ein leises Summen verlässt diese Maschinen. Die Anwohner dürfen aufatmen, buchstäblich, denn null Emissionen stößt das Bike aus, Zero. So heißt auch die Marke.

    Von unserem Redakteur Jochen Magnus

    Trotz dieser Vorteile sieht man E-Motorräder noch sehr selten auf den Straßen. Die Kaufzurückhaltung hat mindestens zwei Gründe: Der Anschaffungspreis, 10.000 Euro aufwärts, liegt für ein Motorrad recht hoch. Die Reichweite dagegen ist bescheiden.

    Interessenten aus unserer Region mussten sich bislang sogar fragen: Schaffe ich es überhaupt mit einer Akkuladung vom Händler bis nach Hause? Denn die nächstgelegene Zero-Vertretung war bis vor kurzem jenseits der Landesgrenze. Doch jetzt muss man nur noch bis zu Willi Schüller nach Rhens am Rhein fahren, um sich die kalifornischen Maschinen anzuschauen und auszuprobieren.

    Von der Begeisterung getragen

    Dabei ist der 41-jährige gar kein klassischer Motorradspezialist, sondern Betriebswirt, Installateur- und Heizungsbaumeister. Er führt einen alteingesessenen Familienbetrieb in Rhens in dritter Generation. Doch für Elektromobilität hat Schüller ein Faible. Vor fünf Jahren gründete er zusammen mit seiner Frau Simone die „Seg-Mobility“ und verkauft und vermietet seither die zweirädrigen Stehroller der Marke Segway. Schon damals war sein Engagement ein Sprung ins kalte Wasser. Doch seine Investition hat sich ausgezahlt: 30 dieser Maschinchen sind im Einsatz, über 1000 Tourgäste fährt er jedes Jahr zu den von ihm organisierten Rundfahrten; zwei neue Arbeitsplätze sind in seinem Betrieb entstanden. Begonnen hatte er das neue Geschäft, weil er und seine Ehefrau sich zuvor bei einem Österreichurlaub für diese sanfte Art des elektrischen Dahingleitens begeistert hatten.

    Den gleichen Enthusiasmus entwickelte er, als ein Vertreter des Zero-Importeurs ein Bike vorbeigebrachte. „Wir haben nach der Probefahrt die Helme kaum vom Kopf bekommen, so breit war unser Grinsen“, erzählt er und berichtet von einem Gefühl wie im Science-Fiction-Film. Da stellte sich die Frage „machen wir das“ nicht mehr, nur noch „wann fangen wir an?“

    Vermutlich hat er genau zur richtigen Zeit seine Vertretung eröffnet, denn jetzt, im Modelljahr 2015, ist die Motorrad-Fachpresse richtig begeistert von den Fahreigenschaften der Zero-Motorräder. Nicht nur die Motorleistung, sondern auch Fahrwerk und Bremsen werden nun gelobt, die Reichweite genügt nun für viele Zwecke.

    Jetzt haben die E-Bikes fast nur noch Vorteile: Zero Lärm, Zero Abgase, Zero Öl, ein Becherchen Bremsflüssigkeit ist die einzige Flüssigkeit an Bord. Kein Getriebe, ein wartungsfreier Motor, kein Warmfahren und ein geringes Fahrgewicht.

    Kein Sound - kein Spaß? Im Gegenteil!

    Nur Vorteile? Halt, rufen viele Biker: Ein Motorrad ohne Sound ist kein Motorrad! Für manche mag das Röhren aus dem Auspuff unverzichtbar sein, aber: „Selbst ein Harleyfahrer war still, als er von der Probefahrt zurückkam“, erzählt Willi Schüller. Aber auch er sieht im flüsterleisen Betrieb des E-Bikes den einzigen Nachteil: „In der Stadt muss man schon aufpassen und für die Fußgänger mitdenken“.

    Nicht geeignet sind die elektrischen Bikes allerdings als Reisemotorräder. Die Reichweite und das stundenlange Aufladen des Akkus setzen Grenzen. Das wird sich sicherlich in den kommenden Jahren langsam verbessern. Aber für Stadtfahrten, Feierabendrunden und nicht zu lange Sonntagsausflüge sind die E-Krafträder schon jetzt ein Gewinn für Fahrer, Anwohner und Umwelt.

    Vollgas - auch für den heimischen Wäschetrockner

    Apropos Umwelt: Wer eine Fotovoltaik-Anlage für den Eigenverbrauch betreibt, kann sich nicht nur seinen Fahrstrom gratis selbst erzeugen. Denn nutzlos herumstehen muss das Zero-Bike bald nicht mal mehr im Winter: Man kann es demnächst als Energiespeicher ins häusliche Stromnetz integrieren, um nachts den tagsüber gewonnene Solarstrom zu verbrauchen. „Inselnetzwerklösung“ nennt man sowas, erklärt Willi Schüller. So wächst für den Haustechnik-Meister mit Pioniergeist zusammen, was bisher nicht zusammengehörte.

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