40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Eingeknickt: Rheinland-Pfalz gibt Widerstand gegen Monster-Trucks auf
  • Aus unserem Archiv
    Mainz

    Eingeknickt: Rheinland-Pfalz gibt Widerstand gegen Monster-Trucks auf

    Die rot-gelb-grüne Regierung in Rheinland-Pfalz sagt Ja zu langen Lastwagen und will an einem Test der Bundesregierung teilnehmen. Es gibt aber auch Bedenken gegen die Gigaliner.

    Ein Gigaliner fährt von der Autobahn auf eine Landstraße. In Deutschland dürfen die 25,25 Meter langen Lkw seit Anfang 2012 auf bestimmten Straßen fahren. 
    Ein Gigaliner fährt von der Autobahn auf eine Landstraße. In Deutschland dürfen die 25,25 Meter langen Lkw seit Anfang 2012 auf bestimmten Straßen fahren. 
    Foto: dpa

    Superlange Lastwagen sollen künftig auch auf rheinland-pfälzischen Straßen unterwegs sein. Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) teilte am Mittwoch in Mainz mit, er habe mehrere Strecken für Fahrten von Lang-Lkw beim Bund angemeldet: zwischen Kandel und Wörth, Rohrbach und Wörth und zwischen Haßloch und Kandel sowie Hockenheim. Vor allem bei Werkverkehren sollen Fahrten möglich sein – zum Beispiel für das Daimler-Werk in Wörth. Das Ministerium in Berlin entscheidet, ob die Strecken in den Test aufgenommen oder für den regulären Betrieb vorgemerkt werden.

    Mehr Güter auf die Straße

    Rheinland-Pfalz gehörte neben Berlin und dem Saarland bisher zu den Ländern, die nicht am Feldversuch teilnahmen. An den Tests, die bis Jahresende laufen, beteiligen sich derzeit 59 Firmen mit 156 Fahrzeugen, die 25,25 Meter lang sein dürfen – bis zu 6,50 Meter mehr als sonst zulässig. Der frühere SPD-Verkehrsminister Roger Lewentz hatte im Jahr 2011 davor gewarnt, dass sich mehr Transport von der Schiene auf die Straße verlagert.

    Der jetzige Verkehrsminister Wissing sieht in den Gigalinern Vorteile. "Sie reduzieren den Energieverbrauch, die CO2-Emissionen und den Lastwagenverkehr insgesamt", erklärte er. In Rheinland-Pfalz könnten auf den geplanten Strecken rund 12.000 Lkw-Fahrten – und damit rund 150 Tonnen schädliches Kohlendioxid – pro Jahr gespart werden. Der Schienengüterverkehr habe keine Nachteile, weil die betroffenen Güter schon jetzt über die Straße transportiert würden.

    Fahren die Gigaliner auch durch die Ortschaften?

    Die Grünen hatten der Anmeldung ausgewählter Strecken nach Angaben von Landtags-Fraktionschef Bernhard Braun zugestimmt. Sie warnen aber davor, dass die langen Lastwagen innerorts unterwegs sind. "Wir halten es nicht für richtig, dass Gigaliner durch Ortschaften fahren und unsere Autobahnen als Transitstrecken nehmen", sagte Braun am Rande einer Klausurtagung in Köngernheim.

    Die Eisenbahngewerkschaft EVG warnte vor "Monster-Trucks" auf ohnehin verstopften Autobahnen. Sie seien "eine Gefahr für die Verkehrssicherheit", teilte Lars Kreer, Leiter der EVG Mainz, mit.

    Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Rheinhessen hatte verlangt, dass die Lkw zu Industrie- und Gewerbegebieten fahren dürfen: Die Zulassung auf Fernstraßen sei nur sinnvoll mit der Zufahrt zu Gewerbegebieten.

    Gigaliner sind Lang-LKW, die bis 60 Tonnen Fracht transportieren können. Für den Feldversuch ist die Last auf 44 Tonnen begrenzt worden.

    dpa/jo

    Rheinland-Pfalz
    Meistgelesene Artikel
    epaper-startseite
    Anzeige
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Das Wetter in der Region
    Sonntag

    3°C - 4°C
    Montag

    3°C - 7°C
    Dienstag

    3°C - 6°C
    Donnerstag

    °C - °C

    Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

    Anzeige
    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!