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    Bernie Ecclestone im RZ-Interview: Die Formel 1 soll am Ring bleiben

    Formel 1-Boss Bernie Ecclestone ist zuversichtlich, dass der Große Preis von Deutschland am Nürburgring eine Zukunft hat. Der Geschäftsführer der Formel-1-Holding SLEC besuchte am Freitag zum Trainingsauftakt zum Deutschland Grand Prix den Nürburgring.

    Formel 1-Boss Bernie Ecclestone
    Formel 1-Boss Bernie Ecclestone
    Foto: dpa

    Nürburgring. Bernie Ecclestone polarisiert für sein Leben gern. Nur wenige sind so unbeliebt und werden zugleich so bewundert wie der große Zampano der Formel 1.

    Unserem Redakteur Peter Lausmann sagte Bernie Ecclestone (re): "Ich bin optimistisch, dass am Nürburgring weiter Formel 1 gefahren wird. Ich werde mein Bestes geben, dass wir hier bleiben."
    Unserem Redakteur Peter Lausmann sagte Bernie Ecclestone (re): "Ich bin optimistisch, dass am Nürburgring weiter Formel 1 gefahren wird. Ich werde mein Bestes geben, dass wir hier bleiben."
    Foto: Peter Lausmann

     

    Aber nun, unter dem traditionell grau verhangenen Eifel-Himmel, setzt der 80-jährige Brite sein warmherzigstes Lächeln auf und bekennt im Interview mit unserer Zeitung: „Ich bin sehr optimistisch, dass die Formel-1-Tradition auf dem Nürburgring weitergeht.“ Mehr noch: „Ich werde mein Bestes geben, damit wir hierbleiben!“

     

    Seit einer Woche kreisen die Geier über der Formel 1 an der Eifel-Rennstrecke. Rund 13 Millionen Euro Verlust machen die Betreiber, wenn der Formel-1-Zirkus seine Zelte hier aufschlägt. Vermarkter Ecclestone bekommt rund 20 Millionen Euro und alle Werbe- und TV-Rechte, der Kartenverkauf spült aber nur 7 Millionen Euro in die Kassen. Das satte Defizit hat bisher das Land ausgeglichen. Doch Rot-Grün will diese Summe nicht mehr aufbringen. Die grüne Wirtschaftsministerin Eveline Lemke wollte den Hahn zunächst sogar ganz zudrehen. Zugleich soll das Prestigerennen aber am Ring gehalten werden. Deshalb blickt nun alles auf Bernie Ecclestone. Doch der sagt: „Bislang ist von der Landesregierung niemand zu Gesprächen auf mich zugekommen.“

     

    Ohnehin lässt er sich von der Unruhe nicht anstecken, spaziert gut gelaunt durch das Fahrerlager, nimmt sich Zeit für einen Plausch. Die Rhein-Zeitung lädt er dafür in sein mobiles Heim ein – helle Farbtöne, dezentes Licht, Aktienwerte laufen über den riesigen Bildschirm hinter dem Schreibtisch.

     

    Ecclestone denkt wirtschaftlich: „Der deutsche Markt ist für die Formel 1 sehr wichtig. Nicht nur weil es neben Michael Schumacher noch andere gute Fahrer gibt“, sagt er mit britischem Humor. Und dazu gehören auch Nürburgring und Hockenheim. Dem zweiten deutschen Formel-1-Kurs hat Ecclestone vor zwei Jahren mit einem Millionenrabatt die Zukunft gerettet. Auch ein Modell für den Nürburgring? Der 80-Jährige lächelt schelmisch: „Wie kann ich einen Rabatt geben, wenn noch gar kein Vertrag besteht?“ Aber wo liegt für ihn die Schmerzgrenze? Wie weit würde er runtergehen? „Es ist zu früh, darüber zu sprechen, aber ich bin mir sicher, dass uns etwas einfallen wird – wie zuletzt in Ungarn.“ Dort hatte Ecclestone den Basissatz heruntergesetzt, um ihn dann wieder pro Jahr um 10 Prozent steigen zu lassen. Ein Modell, das bis 2007 auch am Ring galt.

     

    Fast möchte man Ecclestone glauben, dass man sich am Nürburgring völlig unnötig Sorgen macht: „Natürlich bin ich offen für neue Verhandlungen. Und dabei gibt es nichts, worüber wir nicht reden können“, verbreitet der Brite Optimismus, während die tief hängenden Wolken über das Dach seines Hauptquartiers ziehen. Als härtesten Konkurrenten für den Eifel-Kurs nennt er Hockenheim, um gleich darauf einzuschränken, dass er mit dem aktuellen Wechselsystem sehr zufrieden ist. „Ich komme seit rund 1000 Jahren hierhin und habe auch persönlich viel in diese Rennstrecke investiert“, wird er vor dem Abschied noch einmal emotional. Wie viel diese Sentimentalität indes in Euro wert ist, wird die Landesregierung schon bald erfahren.

     

    Vom Nürburgring berichtet unser Redakteur Peter Lausmann

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