Archivierter Artikel vom 30.10.2018, 16:28 Uhr
Heddesdorf

„NEUwieder im Dialog“ war das Motto für das Bürgergespräch des SPD-Ortsvereins Heddesdorf

SPD-Vorsitzende Iris Nengel konnte zahlreiche Gäste zum Gespräch in der Altentagesstätte der Arbeiterwohlfahrt Neuwied begrüßen.

Foto: SPD-Ortsverein Heddesdorf

Brisante und bewegende Themen waren Bestandteil des Bürgergesprächs, zu dem der SPD-Ortsverein Heddesdorf eingeladen hatte. Sehr intensiv wurde das Problem der Verschmutzung des öffentlichen Raums sowie Müll und Unrat, diskutiert. Rede und Antwort standen Frank Schneider Geschäftsfeldleiter und Prokurist der Service Bertriebe Neuwied (SBN) und Petra Jonas Fraktionsvorsitzende im Kreistag. Nicht nur der sorglose Umgang mit den Hinterlassenschaften auf den Spielplätzen, sondern auch die „Entsorgungsmentalität“ einiger Mitbürger, die ihren Müll auf Gehwegen und im Grünen entsorgen, wurde besprochen. Die wilde Entsorgung von Hausrat, der Hundekot auf den Gehwegen und das zunehmende Aussitzen, die eigenen Hausfassarden in Schuss zu halten, erregten die Gemüter.

Sicher gibt es das Problem Müll schon seit vielen Jahrzehnten und die Sensibilisierung zu diesem Thema wird auch schon in den Kitas gelehrt, so Petra Jonas, aber das reicht scheinbar nicht aus. Aus den Reihen der Bürger gab es eine Fülle von Vorschlägen beispielsweise durch stärkere Überwachung, um dem Problem zu begegnen. Hier wird die SPD die Möglichkeiten prüfen, in wie weit diese Vorschläge realisiert werden können, teilte SPD-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat Sven Lefkowitz den Diskussionsteilnehmern mit. Eine zusätzliche Möglichkeit, so war man sich einig, ist die Sensibilisierung und Aufklärung der Bürger schon beginnend im Kindesalter durch eine noch stärkere Aufklärung in den Kitas, Schulen und Medien. Hier wird allerdings schon viel gemacht, konnten die Sozialdemokraten berichten.

Ein weiteres Problem der Heddesdorfer ergibt sich mit den jüngsten Bauvorhaben im alten Dorfkern Heddesdorf. Hier werden Bauten realisiert, die aus Sicht der Gesprächsteilnehmer nicht in das bestehende Dorfbild passen. Zudem verschwinden alte und erhaltenswerte Bauwerke, die zwar nicht denkmalgeschützt sind, aber doch einen großen Erhaltungswert haben. Jüngstes Opfer der „Abrisskultur“ ist die alte Scheune auf dem ehemaligen „Leyendecker Grundstück“ in der Peter-Siemeister-Straße.

Ein weiterer unverhältnismäßig großer Neubau soll an der Kirmeswiese gebaut werden. Zudem ist der Bau mit einer Tiefgarage geplant. Besorgte Anwohner meldeten hier schon im Vorfeld ernste Bedenken wegen der Verkehrsführung an. Hier ist aus Sicht der SPD eine sorgfältige Prüfung und ggf. Veränderung angezeigt.

Zudem ist zu befürchten, dass die Tiefgarage ernste Probleme mit sich bringt. Die Kirmeswiese hat durch ihre tiefe Lage das Problem mit aufsteigendem Grundwasser insbesondere bei Hochwasser. Die Verdrängung durch das Grundwassers und eine dadurch eventuell auftretende Umspülung der Fundamente anderer Wohnbauten bei Starkregen muss geprüft werden. Hier muss sichergestellt werden, dass die bestehenden Nachbarbauten keinen Schaden nehmen.

Stadtratsmitglied Wolfram Sauerbrei sprach über die SPD-Anfrage an die Stadt, eine Baustraße für das Baugebiet Obere Mitte Heddesdorfer Berg sowie das Gebiet „Vogelfang“ zu realisieren. Leider gibt es hier noch keine positive Rückmeldung der Stadtverwaltung. Die beiden Stadträte Wolfram Sauerbrei und Sven Lefkowitz werden das Thema mit Nachdruck weiter verfolgen, kündigten sie an.

Besprochen wurde ebenfalls das Thema „Bezahlbarer Wohnraum“ in Heddesdorf. Hier kündigten die Sozialdemokraten an, dass sie das Thema günstige Mieten für Bürgerinnen und Bürger offensiv nach vorne bringen werden. „Es kann nicht sein, dass mittlerweile Mieten von 9,50 Euro, 10 Euro oder sogar mehr als Normalmiete bei Neuvermietungen gelten. Dagegen müssen wir mit allen zur Verfügung stehen Mitteln etwas unternehmen. Das heißt unter anderem, dass wir zukünftig bei allen Bauvorhaben dringend über Quoten für günstige Wohnungen sprechen sowie alle Möglichkeiten des sozialen Wohnungsbaus bei der GSG nutzen“, so die beiden Stadträte Wolfram Sauerbrei und Sven Lefkowitz abschließend.

Nach der aus seiner Sicht erfolgreichen Auftaktveranstaltung #NEUwiederimDialog resümiert der stellvertretende SPD Stadtverbandsvorsitzende Conrad Lunar: “Genau diese Art von Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern in Neuwied ist wichtig, denn das zeigt, was die SPD ausmacht: Nah bei den Menschen und ein offenes Ohr für die Probleme! Ich freue mich auf die nächsten Gespräche!"