Archivierter Artikel vom 07.03.2018, 11:21 Uhr
Koblenz

Konsumkritischer Stadtrundgang durch Koblenz

Natursteine, Handymarkt, Start-Ups zur Nachhaltigkeit, Ernährung, fair gehandelte Textilien und Produkte sowie das Regiogeld wurden beleuchtet.

Beim konsumkritischen Stadtrundgang in Koblenz erklärt Achim Trautmann vom BUND die unterschiedlichen Gütesiegel für Kleidung.
Beim konsumkritischen Stadtrundgang in Koblenz erklärt Achim Trautmann vom BUND die unterschiedlichen Gütesiegel für Kleidung.
Foto: Bistum Trier

Die Fastenzeit nutzen viele Menschen, um über ihre Gewohnheiten nachzudenken. Eine Möglichkeit sein Kaufverhalten zu reflektieren, bietet ein konsumkritischer Stadtrundgang. Katholische Erwachsenenbildung, Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) Koblenz, Weltladen und Regioverein beleuchten dabei die Themen: Natursteine, Handymarkt, Start-Ups zur Nachhaltigkeit, Ernährung, fair gehandelte Textilien und Produkte sowie das Regiogeld. Bei dem Stadtrundgang durch Koblenz geht es nicht nur um die ökonomischen, sozialen und ökologischen Aspekte von Konsum und Globalisierung, sondern auch um Alternativen vor Ort.

„Ich würde mich freuen, wenn Sie die eine oder andere Inspiration mitnehmen können“, begrüßt Achim Trautmann vom BUND die 20-köpfige Gruppe vor der Stadtbibliothek in Koblenz. An mehreren Stationen erfahren die Teilnehmer, wie ihr Einkaufsverhalten mit sozialen und ökologischen Missständen in anderen Regionen der Welt zusammenhängt und wie Konsumenten durch ihr Verhalten Einfluss darauf nehmen.

Erstaunlich finden die Teilnehmer, dass jeder Deutsche im Jahr durchschnittlich 60 Kleidungsstücke kauft. Diese liege auch an der sogenannten „Fast-Fashion“. „Modeunternehmen bringen ständig neue Kollektionen raus und wecken dadurch Begehrlichkeiten“, berichtet Trautmann. „Ich überlege sehr genau, ob ich neue Klamotten benötige und wenn kaufe ich Secondhand-Bekleidung“, erklärt Mirjam Winter, die in Koblenz Soziale Arbeit studiert und sich im Weltladen engagiert. Zudem versucht sie Nahrungsmittel aus dem regionalen Anbau zu kaufen: „Im Winter brauche ich keine Tomaten.“

„Ich finde das Thema sehr interessant und versuche schon auf Nachhaltigkeit zu achten. Ich habe zum Beispiel immer meinen Rucksack beim Einkaufen dabei, daher benötige ich keine Plastiktüten – aber man macht immer noch zu wenig“, ist Mechthild Neis aus Koblenz sich sicher.

„Anstatt die Sehenswürdigkeiten von Koblenz zu erkunden, werden Dinge beleuchtet, die sonst eher im Verborgenen bleiben“, erklären die Veranstalter. „Es geht darum, unser Bewusstsein für weltweite Zusammenhänge, Gerechtigkeit und Verantwortung zu erweitern.“ Die Grundidee für diese Stadtrundgänge, die es auch an anderen Orten gibt, hatten die BUND Jugend und die Weltläden. Das Bistum Trier unterstützt diese Art von Stadtrundgängen. „Wir wollen dazu anregen, seinen eigenen Konsum zu überdenken und seine Schöpfungsverantwortung wahrzunehmen“, erklärt Barbara Schartz vom Zentralbereich Erwachsenenbildung mit dem Themenschwerpunkt Schöpfung. Die Referentin wird oft mit dem Vorurteil konfrontiert, dass solche Aktionen lediglich ein Tropfen auf dem heißen Stein seien. „Doch wir brauchen das Engagement auf allen Ebenen. Wir Verbraucher können Signale setzen und somit einen Einfluss auf die Politik nehmen“, hält sie dem entgegen.

Weitere Informationen zu den Stadtrundgängen gibt es im Internet unter www.weltbewusst.org oder beim Themenschwerpunkt Schöpfung der Katholischen Erwachsenenbildung unter Telefon 0651/993 727 21 und per E-Mail an schoepfung@bistum-trier.de