Archivierter Artikel vom 07.05.2019, 15:25 Uhr
Pfaffendorf

Frühlingskonzert in der evangelischen Kirche Koblenz-Pfaffendorf begeisterte Zuhörer

Auch wenn das Wetter wenig frühlingshaft war ließen die Darbietungen umso mehr frühlingshafte Atmosphäre beim Frühlingskonzert in der vollbesetzten evangelischen Kirche in Koblenz-Pfaffendorf aufkommen.

Das Foto zeigt die Mitwirkenden des Frühlingskonzertes (von links) Thomas Schwarz, Haesu Kim, Ursula Targler-Sell, Stephanie Lichtmeß und Klaus Büschler.
Das Foto zeigt die Mitwirkenden des Frühlingskonzertes (von links) Thomas Schwarz, Haesu Kim, Ursula Targler-Sell, Stephanie Lichtmeß und Klaus Büschler.
Foto: privat

Die Mitwirkenden des Frühlingskonzertes waren Ursula Targler-Sell (Sopran), Haesu Kim (Tenor), Stephanie Lichtmeß (Violine), Klaus Büschler (Oboe) und Thomas Schwarz (Klavier). Ursula Targler-Sell eröffnete das Programm mit Liedern von Johannes Brahms, darunter die „Mainacht“, deren ruhigen Charakter sie mit ihrem warmen Timbre in den langen Phrasen eindrucksvoll darstellte. Einen Kontrast hierzu bildete „Meine Liebe ist grün wie der Fliederbusch“, deren aufbrausende Leidenschaft sie stimmlich erlebbar werden ließ. Giacomo Puccinis Arie der Musette „Quando men vo“ interpretierte sie kokett, die Tempowechsel auskostend und mit wunderbar aufblühender Höhe bei den Spitzentönen. Gleiches gilt für Haesu Kim in der Arie des Rodolfo „Che gelida manina“, der den Unterschied zwischen den gefühlvollen und den sich dynamisch steigernden Passagen auskostete und mit dem Schmelz seiner Stimme ebenso begeisterte wie in der Arie „Dein ist mein ganzes Herz“ von Franz Lehár, in der wiederum die Strahlkraft und das raumfüllende Volumen seiner auch in den hohen Lagen stets unangestrengten Stimme wohltuend auffielen.

Stephanie Lichtmeß interpretierte den ersten Satz aus der „Frühlingssonate“ von Ludwig van Beethoven, deren teils abrupten dynamischen Wechsel sie ebenso packend darstellte wie den Wechsel zwischen dem lyrisch-verspielten Thema und den rhythmisch pulsierenden Läufen, die sie technisch vollendet darbot. In dem langsamen Satz aus Johannes Brahms´ Violinkonzert ließ sie selbst in den anspruchsvollen hohen Lagen stets gefühlvoll einen warmen Klang verströmen, der durch Klaus Büschler verstärkt wurde, der das Oboen-Solo übernommen hatte. Büschler erntete Ovationen für seine Darbietung des ersten Satzes aus dem „Oboenkonzert Es-dur“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Besonders fiel wieder der runde, sangliche Ton der Oboe, gepaart mit seiner technischen Perfektion bei der Gestaltung der vielfältigen anspruchsvollen Läufe auf.

Thomas Schwarz trat nicht nur als stets einfühlsamer Begleiter sondern auch solistisch am Klavier in Erscheinung. War das „Intermezzo A-dur“ von Johannes Brahms betont melancholisch und gefühlvoll, bestach er in Gioachino Rossinis Tarantella „La Danza“ in packenden Läufen und in Gustav Langes „Neuer Frühling“ mit seinen schwierigen, sich stets steigernden Klangkaskaden.

Der langanhaltende Beifall des begeisterten Publikums wurde mit „Wer uns getraut“ als gemeinsamer Zugabe belohnt.

Die Konzertreihe wird mit „Musik vom Rhein“ am Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober, um 17 Uhr, fortgesetzt. Solisten sind Susanna Frank (Mezzosopran), Klaus Büschler (Oboe), Vilhjalmur Sigridarson (Violoncello) und Thomas Schwarz (Klavier).