Archivierter Artikel vom 30.04.2019, 16:10 Uhr
Koblenz

Eifelverein machte Frühjahrsfahrt nach Wiesbaden

Die Ortsgruppe Koblenz des Eifelvereins stattete der hessischen Landeshauptstadt, die mit circa 200.000 Einwohnern auf dem sechsten Platz der wohlhabendsten Städte Deutschlands rangiert, einen Besuch ab.

Das Foto zeigt einen Teil der Wandergruppe beim Stadtrundgang, hier vor der russischen Kirche auf dem Neroberg.
Das Foto zeigt einen Teil der Wandergruppe beim Stadtrundgang, hier vor der russischen Kirche auf dem Neroberg.
Foto: J. Hartung, Eifelverein Koblenz

„Während eines dreistündigen Stadtrundganges kombiniert mit einer Stadtrundfahrt erfuhren wir Wissenswertes und Überraschendes über die Geschichte und das Leben dieser Stadt. Nach Passieren des Weltkulturerbes Oberes Mittelrheintal erreichten wir in Rüdesheim den Rheingau, eine gottbegnadete Landschaft in einem großartigen Rebenmeer mit schmucken Winzerdörfern.

Wiesbaden selbst liegt in einer Gebirgsmulde am Südfuße des Taunus. Die Stadt ist gekennzeichnet durch ein mildes Klima und wurde im letzten Krieg weitaus weniger zerstört als zum Beispiel das gegenüberliegende Mainz oder unsere Stadt Koblenz.

Wiesbaden ist nicht nur Bäderstadt mit Spielkasino, schönen Geschäften, Parks und Kuranlagen. Davon allein kann eine solche Stadt heute nicht mehr leben. Industrieanlagen finden sich am Rande der Stadt und in den zu Mainz gehörenden Vororten Amöneburg, Kostheim und Kastell.

Den Herzögen von Nassau verdanken wir den Aufstieg Wiesbadens zur Welt-, Kur- und Bäderstadt. Nicht nur die Hohenzollern, allen voran Kaiser Wilhelm II., weilten hier, Dostojewski verlor hier im Spiel ein Vermögen.

Während der Stadtrundfahrt passierten wir unzählige, hervorragend restaurierte Gründerzeitvillen. Ein äußerst beschlagener Fremdenführer und eine ebensolche Gästeführerin präsentierten uns die Vorzeigeobjekte, allen voran das Kurhaus mit Casino, den gepflegten Kurpark, das Staatstheater mit Schillerdenkmal und andere. Natürlich durfte eine Fahrt auf Wiesbadens Hausberg, den Neroberg mit der russischen Kirche nicht fehlen. Herzog Adolf von Nassau erbaute dieses Kleinod mit den vergoldeten Kuppeln als Grabkirche für seine Frau, eine Nichte des Zaren.

Man spricht mit Respekt von den Staatsweingütern. Die staatliche Lehr- und Forschungsanstalt, heute Hochschule, in Geisenheim, wo junge Leute aus der ganzen Welt studieren, steht in der vordersten Reihe der Weinpioniere. An dieser Stelle nicht zu übersehen sind die Klöster und Adelshöfe. Vorneweg Kloster Eberbach, eine Gründung der Zisterzienser, dann Schloss Vollrads, Schloss Johannisberg, wo die Spätlese erfunden oder entdeckt wurde und andere mehr.

Nach dem weiteren vergnüglichen Aufenthalt in der lebendigen Stadt durfte die obligatorische Schlusseinkehr nicht fehlen, die uns genussvoll im Annenhof in Bingen-Büdesheim erwartete. Unsere Ehrenvorsitzende Uschi Mahlert bedankte sich bei dem Organisator der Exkursion, Wanderführer und Kulturwart Manfred Kaiser und dem umsichtigen Busfahrer mit den besten Ostergrüßen.“

Bericht von: Manfred Kaiser