Koblenz

Die Genossenschaftsidee veränderte das Leben vieler Menschen zum Guten

Die Raiffeisen-Ausstellung wurde mit zahlreichen Gästen und Prominenz im Landesbibliothekszentrum/Rheinische Landesbibliothek in Koblenz eröffnet.

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Auf dem Foto sind (von links) Prof. Dr. Michael Matheus (Vorsitzender des Instituts für Geschichtliche Landeskunde), Prof. Dr. Konrad Wolf (Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur), Josef Zolk (stellvertretender
Vorsitzender der Deutschen Raiffeisengesellschaft), Sonja Hauertmann (Schauspielerin, spielt Raiffeisens Tochter Amalie) und Günter Pflaum (Erster Stellvertretender Leiter des Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz (LBZ) zusehen.
Auf dem Foto sind (von links) Prof. Dr. Michael Matheus (Vorsitzender des Instituts für Geschichtliche Landeskunde), Prof. Dr. Konrad Wolf (Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur), Josef Zolk (stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Raiffeisengesellschaft), Sonja Hauertmann (Schauspielerin, spielt Raiffeisens Tochter Amalie) und Günter Pflaum (Erster Stellvertretender Leiter des Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz (LBZ) zusehen.
Foto: Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz

Er war einer der großen Sozialreformer des 19. Jahrhunderts und prominenter Sohn des Landes Rheinland-Pfalz: Friedrich Wilhelm Raiffeisen steht anlässlich seines 200. Geburtstages im Zentrum vieler Veranstaltungen im Land. In Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste, darunter auch der Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, Prof. Dr. Konrad Wolf, eröffnete jetzt der Erste Stellvertretende Leiter des Landesbibliothekszentrums (LBZ), Günter Pflaum, in der Rheinischen Landesbibliothek in Koblenz die Wanderausstellung „Das Beispiel nützt allein. Raiffeisen, seine Genossenschaft und ihre Ausstrahlung in der Welt“.

Neben Minister Wolf waren der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Raiffeisengesellschaft, Josef Zolk, der Vorsitzende des Instituts für Geschichtliche Landeskunde, Prof. Dr. Michael Matheus und Vorstände verschiedener Volks- und Raiffeisenbanken zur Eröffnung gekommen.

In seiner Begrüßung verwies Pflaum auf die Bedeutung Raiffeisens als Sozialreformer: „Wir sind deshalb stolz, als eine der ersten Institutionen die Ausstellung, die wir mit zahlreichen Dokumenten aus unserem eigenen Bestand ergänzen konnten, bei uns im Haus zu haben“. Minister Wolf betonte in seinem Grußwort: „Friedrich Wilhelm Raiffeisen war ein Mann mit einer großen Idee. Durch Solidarität können selbst die Ärmsten mehr erreichen, wenn sie sich zusammentun. Die Genossenschaftsidee veränderte das Leben vieler: Dies gerade in einer Zeit, in der die gesellschaftliche Solidarität nicht ausgeprägt war. Auch Raiffeisen selbst lebte dieses Motto und konnte durch sein Wirken im Westerwald und am Mittelrhein die Lebenssituation vieler Menschen verbessern. Auch international hat Raiffeisen die ihm zustehende Würdigung erfahren: Seit Ende 2016 ist die Genossenschaftsidee immaterielles Weltkulturerbe der UNESCO. Nur gerecht also, das wir diesen großen Vordenker und Politiker aus dem heutigen Rheinland-Pfalz mit einer Jubiläumsaustellung feiern“.

Der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Raiffeisengesellschaft, Josef Zolk skizzierte nach dem Dank an den Veranstalter LBZ das Leben des Sozialreformers. Tief durchdrungen von dem Glauben an die christliche Nächstenliebe habe er den Menschen konkret in ihrem Lebensumfeld helfen wollen: Da wo er in seinen verschiedenen Bürgermeisterämtern in Weyerbusch, Flammersfeld und Heddesdorf die Armut besonders der Bauern sah, wollte er Abhilfe schaffen. Dabei stand die Hilfe zur Selbsthilfe im Mittelpunkt: „Er verschenkte kein Brot, sondern er baute eine Backstube“.

Das Jubiläumsjahr müsse genutzt werden, so Zolk, um auch den Menschen hinter der Idee der Genossenschaften wieder sichtbar zu machen. Viele wüssten, dass es „Raiffeisengenossenschaften“ gebe, viele seien hier auch engagiert. „Aber nur 4 Prozent der Bevölkerung wissen, dass 'Raiffeisen' eine historische Persönlichkeit war, ein Mensch der wirklich gelebt hat“. In seinem Grußwort schlug der Vorsitzende des Instituts für Geschichtliche Landeskunde, Prof. Dr. Michael Matheus, einen weiten Bogen in die Historie. Gerade in Deutschland habe sich die Idee der Selbstverwaltung und der Selbsthilfe mit der Gründung der Städte im Mittelalter beispielsweise über die Zünfte und Innungen schon früh durchgesetzt. Die Genossenschaftsidee im 19. Jahrhundert sei eine Fortsetzung davon.

Im Anschluss an die Grußworte fand eine szenische Lesung aus Briefen von Friedrich Wilhelm Raiffeisen statt. Dabei schlüpfte Sonja Hauertmann in die Rolle der Tochter Raiffeisens, Amalie. Sie war nach dem Tod der Mutter zur wesentlichen Stütze des stark sehbehinderten Vaters geworden.

Die Ausstellung zum Raiffeisenjahr im Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz/Rheinische Landesbibliothek läuft bis zum 15. September. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag 10 bis19 Uhr und Samstag 10 bis 13 Uhr. Der Eintritt ist frei.