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Heiligenroth/Koblenz

Zugriff bei Heiligenroth: Mit Kokain auf der A3 ertappt

Eugen Lambrecht

Er kam aus den Niederlanden und wollte nach Italien, doch auf der A3 bei Heiligenroth klickten die Handschellen. Denn als Polizisten das Auto des 39-jährigen Tunesiers durchsuchten, fanden sie 1174 Gramm Kokain in seinem Kofferraum, verstaut in einem Reserverad. Jetzt muss sich der Mann mit dem kahl rasierten Schädel vor dem Landgericht Koblenz verantworten.

Foto: dpa

Am ersten Prozesstag wurde nur die Anklageschrift verlesen. Demnach fungierte der Tunesier als Kurierfahrer für einen bislang unbekannten Drogendealer. Sein Auftrag: Kokain im Wert von rund 55.000 Euro aus Rotterdam nach Italien schmuggeln. Sein Lohn: 4000 Euro und 100 Gramm des weißen Pulvers. Am 2. September vergangenen Jahres soll der 39-Jährige das Drogengeschäft in einer Wohnung in Rotterdam abgewickelt haben. Das Kokain bezog er laut Staatsanwältin von marokkanischen Großdealern. Am Morgen des 3. September fuhr er in einem Mietwagen der Marke Kia mit italienischem Kennzeichen über die A3 – und wurde um 4.50 Uhr von Polizisten an der Autobahnraststätte Heiligenroth zum Anhalten aufgefordert. Was mit einer harmlosen Verkehrskontrolle begann, endete mit einer Festnahme.

Seit jenem Morgen sitzt der Tunesier in der JVA Koblenz in Untersuchungshaft. Zu Prozessbeginn führten ihn zwei Wachtmeister in Handschellen in den Gerichtssaal. Der Mann besuchte wohl nie eine Schule, kann weder lesen noch schreiben und lebte bis zu seiner Inhaftierung in Italien. Das Gericht hatte einen arabischsprachigen Übersetzer bestellt – doch der Tunesier verlangte nach einem italienischen. Da auf die Schnelle kein Ersatz gefunden werden konnte, musste sich der Mann jedoch vorerst mit seinem Dolmetscher zufriedengeben. Nach Verlesung der Anklage bestand der 39-Jährige darauf, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Er wolle sprechen, Angaben machen, von seinen Kindern erzählen. Doch Richter Martin Schlepphorst bremste den aufgebrachten Mann: „Das geht jetzt nicht. Ihr Verteidiger hat einen anderen Termin.“

Von unserem Reporter Eugen Lambrecht

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