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Westerburg

Werner Wengenroth tritt nicht mehr an

Werner Wengenroth hat viele Jahre den Westerburger Gewerbeverein geführt. 2004 hatte er das Amt des Vorsitzenden übernommen. Jetzt stellt er bei der nächsten Vorstandswahl am 3. März sein Amt zur Verfüg ung.

2004 wurde Dr. Werner Wengenroth zum Vorsitzenden des Gewerbevereins gewählt.
2004 wurde Dr. Werner Wengenroth zum Vorsitzenden des Gewerbevereins gewählt.

Was sind die Gründe, dass Sie nicht mehr kandidieren? Bleiben Sie weiter im Vorstand aktiv?

Meine Frau ist berufstätig, wir haben drei Kinder im Alter von sechs und drei Jahren sowie von sieben Monaten, da lässt der private Terminkalender wenig Zeit für weitere Aktivitäten. Zudem tut ein Wechsel dem Verein gut. Man sollte die Amtszeiten generell als begrenzt betrachten, neue Aufgaben erfordern oftmals neues Personal. Daher verbleibe ich nicht im Vorstand, obwohl mich mit den bisherigen Mitgliedern langjährige und enge Freundschaften verbinden.

Mit welchen Vorsätzen haben Sie 2004 das Amt übernommen? Was wollten Sie erreichen?

Ab dem Jahr 2000 war der Verein stark in die heftigen Auseinandersetzungen zur Verkehrsplanung der Innenstadt eingebunden. Mein Ziel war es, die Lobbyarbeit nach innen und nach außen wieder in ruhigeres Fahrwasser zu führen.

Wie hat sich der Verein in dieser Zeit entwickelt, wie steht er heute wirtschaftlich da?

Mit den Umbrüchen im Einzelhandel hat sich auch der Verein geändert. Der Gewerbeverein hat sich erfolgreich gegenüber dem Handwerk und den Industriebetrieben geöffnet. Dadurch blieben trotz Ladensterbens die Mitgliederzahl und damit auch die Einnahmen in etwa konstant. Der Gewerbeverein ist also wirtschaftlich kerngesund. Das ist das besondere Verdienst des langjährigen Schatzmeisters Günter Preußer.

Welche Projekte konnten davon realisiert werden?

Wir hatten noch mit Bürgermeister Helmut Schönberger, mit dem mich ein vertrauensvolles Verhältnis verband, ein breit angelegtes Standortmarketing begonnen. Das konnte leider nur teilweise umgesetzt werden. Der von Peter Hüttel begründete Pfefferkuchenmarkt ist nunmehr eine gefestigte Gemeinschaftsaufgabe von Gewerbeverein, Stadt und Vereinen. Er dient inzwischen auch als Organisationsmodell für andere Veranstaltungen in der Stadt. Weiterhin trägt der Gewerbeverein selbst den Mittwochsmarkt, damit bleibt er gut sortiert und ist politischen Erwägungen entzogen.

Und welche Ideen sind gescheitert, welche Gründe gab es dafür?

Es ist noch nicht gelungen, ein von allen Unternehmen und von der Stadt getragenes Marketingkonzept (gemeinsame Marke, Heraushebung der Alleinstellungsmerkmale usw.) zu erarbeiten. Nach dem Schülerwettbewerb 2014 und daraus folgenden fruchtbaren Ansätzen bin ich guter Hoffnung, dass es meinem Nachfolger gelingen wird.

Welche Wirkungsmöglichkeiten haben Gewerbevereine, wird ihre Möglichkeit, auf die Entwicklung einer Stadt Einfluss zu nehmen, eher unter- oder überschätzt?

Gewerbevereine können nur zweierlei wirken, zum einen mit guten Aktionen, zum anderen mit engen persönlichen Kontakten und einer guten Vernetzung. Ist das gegeben, dann sind die Möglichkeiten durchaus reichhaltig.

Wie war die Zusammenarbeit mit Stadt und VG?

Die Hilfestellung beider bei allen unseren Veranstaltungen (wie die Messe am Wiesensee oder der Pfefferkuchenmarkt) war durchweg vorzüglich. Leider sind bisweilen parteipolitische Rivalitäten auf die Beziehungen zur Stadt durchgeschlagen, und dass, obwohl ich ausdrücklich keiner Partei oder Wählergruppe angehöre und im Vorstand des Vereins alle Parteien vertreten sind. Nach meinem Gefühl hatten wir viele Jahre Dauerwahlkampf. Dann entstand auf Seiten der Politik das Misstrauen, wonach Kritiker stets das Geschäft des politischen Gegners betreiben. Ich bin aber zuversichtlich, dass die neuen Projekte, für die Peter Stoth federführend ist, weniger geräuschvoll, dafür aber effizient abgewickelt werden können.

Was ist aus Ihrer Sicht für eine weitere Entwicklung Westerburgs nötig?

Die Stadt braucht zunächst weiterhin Konsumenten, dafür müssen Arbeitsplätze vor Ort erhalten und geschaffen werden. Mit der Nachfrageseite steht und fällt auch die Angebotsseite.

Welche Möglichkeiten sehen Sie für eine Verbesserung der Infrastruktur von Stadt und VG Westerburg?

Die Verbandsgemeinde sollte sich auf die Zentralfunktion der Stadt Westerburg besinnen. Es muß nicht zerstreut auf jeder Kuhwiese, in jedem Dorf großflächiges Gewerbe entstehen. Das zerstört nur die gewachsenen kleinen Strukturen vor Ort. Ein leistungsfähiges und wirklich konzentriertes Zentrum erhält dann auch den erforderlichen Zuspruch der Verbraucher und Zuwachs an Gewerbetreibenden. Bislang nicht ausgeschöpft ist das Werbepotenzial unsere erfolgreich agierenden Unternehmen im Westerburger Land. Sie sind der lebende Beweis dafür, dass man hier erfolgreich arbeiten und gut leben kann. Dann finden auch Firmengründer den erforderlichen Mut, Neuansiedlungen sind zudem möglich. Daneben brauchen wir dringend eine ordentliche Verkehrsanbindung, beispielsweise ist die Pistenstraße von Guckheim nach Westerburg nicht mehr akzeptabel.

Die Fragen stellte Angela Baumeier

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