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Welschneudorf

Welschneudorf: Weiterhin kein Tempolimit in Ortsdurchfahrt

Thorsten Ferdinand

Kindergarten und Grundschule im Ortskern, Bäckerei, Metzgerei und Supermarkt direkt an der Hauptstraße – in Welschneudorf gibt es viele Gründe, langsam zu fahren. Eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h wäre auf der L 327 (Montabaurer Straße/Bad Emser Straße) absolut angemessen, findet nicht nur Lambert Stahlhofen. Doch auf der Verbindungsstraße zwischen Montabaur und Bad Ems ist weiterhin Tempo 50 in der Ortsdurchfahrt erlaubt, ärgert sich der politisch engagierte Einwohner. Eine Regelung, die Stahlhofen nicht nachvollziehen kann, zumal es in den Nachbarorten Niederelbert und Kemmenau Tempo-30-Abschnitte auf den Ortsdurchfahrten gibt.

Trotz Geschäften, Schule und Kindergarten im Ortskern darf auf der L 327 in Welschneudorf weiterhin Tempo 50 gefahren werden. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h lehnt die Verbandsgemeindeverwaltung in Montabaur ab. Foto: Thorsten Ferdinand
Trotz Geschäften, Schule und Kindergarten im Ortskern darf auf der L 327 in Welschneudorf weiterhin Tempo 50 gefahren werden. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h lehnt die Verbandsgemeindeverwaltung in Montabaur ab.
Foto: Thorsten Ferdinand

Schon seit Jahren fordert der Welschneudorfer die Einführung einer Geschwindigkeitsbegrenzung zwischen der Einmündung zur Neustraße und dem Kreuzplatz. Sogar Infrastrukturminister Roger Lewentz hat er persönlich angeschrieben, doch bislang ohne Erfolg. Die Verbandsgemeindeverwaltung in Montabaur hält ein Tempolimit in der Ortsdurchfahrt für verkehrsrechtlich nicht durchsetzbar und will deshalb an der aktuellen Regelung festhalten.

In der Bewertung der Situation gehen die Meinungen freilich auseinander: Lambert Stahlhofen weist immer wieder darauf hin, dass fast 90 Prozent der Grundschul- und Kindergartenkinder aus Welschneudorf täglich die Straße überqueren müssen. Zwar gibt es dort einen Zebrastreifen, es werde aber nichtsdestotrotz zu schnell gefahren, meint er. Kinder verlassen sich demnach gerade an Zebrastreifen darauf, dass die Autos anhalten, und werden wegen ihrer geringen Körpergröße leicht übersehen. Bei Tempo 30 sei der Bremsweg bedeutend kürzer, so Stahlhofen weiter. Zudem würden auch die Benutzer der Bushaltestelle an der L 327 davon profitieren. Er jedenfalls könne nicht nachvollziehen, warum eine derartige Regelung in Niederelbert möglich ist, in Welschneudorf aber nicht.

Die Situation in den beiden Gemeinden sei nicht zu vergleichen, argumentiert hingegen die VG-Verwaltung. In Niederelbert gelte die Geschwindigkeitsbegrenzung für einen unübersichtlichen Kurvenbereich. In Welschneudorf hingegen sei die Straße gut einsehbar. Die meisten Autofahrer halten sich laut Verwaltung an die vorgeschriebene Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h. Die L 327 sei in Welschneudorf nicht besonders gefährlich, und es handele sich auch nicht um eine Unfallhäufungsstelle, heißt es aus dem Rathaus. Besondere Umstände, die eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf einer überörtlichen Straße rechtfertigen würden, liegen deshalb nach Auffassung der Verwaltung nicht vor.

Lambert Stahlhofen hält in diesem Punkt erneut dagegen: Inzwischen gestatte eine Novelle der Straßenverkehrsordnung eine derartige Geschwindigkeitsbegrenzung, wenn eine Schule oder ein Kindergarten an der Straße liegen, sagt er. Das gelte aber nur, wenn sich die Einrichtungen unmittelbar an der betroffenen Straße befinden, argumentiert dagegen die Verwaltung. Auch diese Ausnahmeregelung greife in Welschneudorf nicht. Die Ortsgemeinde selbst hat sich inzwischen mit Tempo 50 auf der L 327 abgefunden. Ortsbürgermeister Bernd Labonte hält die Verkehrssituation im Ortskern zwar ebenfalls für verbesserungswürdig, „aber man muss die Rechtslage akzeptieren“, meint der Ortschef. Die Begründung der VG-Verwaltung habe ihn und die Mehrheit des Ortsgemeinderats überzeugt, erklärt Labonte. Dass Stahlhofen, der auch Beigeordneter in Welschneudorf ist, nun weiterhin für eine andere Regelung kämpfe, sei dessen private Entscheidung, so der Ortsbürgermeister. Letztlich wirbt Labonte dafür anzuerkennen, dass es in Welschneudorf zumindest einen Zebrastreifen gibt, den sich viele andere Gemeinden wünschen würden.

Von unserem Redakteur
Thorsten Ferdinand

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