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    Montabaur

    Tödlicher Arbeitsunfall: Gericht verwarnt Kollegen mit Geldauflage

    Ein tödlicher Arbeitsunfall in einer Westerwälder Schreinerei hat das Amtsgericht in Montabaur beschäftigt.

    Von unserem Redakteur Thorsten Ferdinand

    Angeklagt war ein 50-jähriger Handwerker, der im Dezember vergangenen Jahres in das Unglück verwickelt war. Er hatte gemeinsam mit einem Kollegen (55) versucht, einen fast 400 Kilogramm schweren Holzrahmen ungesichert zu verladen. Das Teil fiel um und traf einen der beiden Männer mit voller Wucht. Er starb einige Tage später im Krankenhaus.

    Der überlebende Handwerker ist dafür vom Gericht verwarnt worden. Eine Geldstrafe von 4000 Euro wurde zur Bewährung ausgesetzt. Der Unfall war offenbar eine Verquickung unglücklicher Umstände und eine leichtsinnige Fehleinschätzung der eigentlich erfahrenen Kollegen: Die Männer fertigten das 400 Kilo schwere Teil am Unglückstag ausnahmsweise nicht am dafür vorgesehenen Arbeitsplatz, der anderweitig belegt war. An einem Sonderarbeitsplatz wollten sie den hochkant stehenden Rahmen an einen Kran hängen. Während das Unfallopfer den Kran heranholte, versuchte der Angeklagte, das Bauteil alleine festzuhalten. Die beiden Männer versäumten es, den Holzrahmen zu sichern.

    Die schwere Konstruktion begann zu wanken, und der 50-Jährige konnte das Umkippen nicht mehr verhindern. Er versuchte noch, seinen Kollegen mit einem Ruf zu warnen, doch das gelang ihm nicht mehr rechtzeitig. Zur Gerichtsverhandlung kam es letztlich, weil der Mann einen schriftlichen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft nicht unkommentiert stehen lassen wollte. In dem Schreiben war von einer groben Fahrlässigkeit die Rede. Sein Rechtsanwalt erklärte, dass dem Unfall eine gemeinsame Fehlentscheidung der beiden Kollegen vorangegangen war. Der Rahmen hätte genauso gut in die andere Richtung kippen und den Angeklagten treffen können. Seiner Rechtsauffassung nach handelte es sich deshalb nur um leichte Fahrlässigkeit, die ein etwas geringeres Strafmaß zulässt.

    Letztlich stimmte auch die Staatsanwaltschaft dieser Einschätzung zu. Der Angeklagte leide selbst unter dem Unglück – das sei für jeden zu erkennen, erklärte Amtsanwalt Bernd Ersfeld. Die Strafe des Gerichts sei in solchen Fällen oft weniger schlimm als das Wissen, eine Mitschuld am Unfalltod eines anderen Menschen zu tragen. Ganz ohne eine Verurteilung gehe es aber dennoch nicht, denn auch andere Personen, die von dem Unglück hören, müssten wissen, dass leichtsinniges Verhalten nicht folgenlos bleiben kann.

    Der 50-Jährige akzeptierte das Urteil und darf sich nun zwei Jahre nichts zu Schulden kommen lassen, um die Geldstrafe nicht zahlen zu müssen. Er befindet sich seit dem Tod seines Kollegen in psychologischer Behandlung und hofft, bald etwas besser mit den schlimmen Ereignissen umgehen zu können.

    Montabaur Hachenburg
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