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Höhn

Schutzgebiet geplant: Wasser gräbt Höhn die Dorfentwicklung ab

Den Bürgern in Höhn steht das Wasser buchstäblich bis zum Hals. Schon in der Vergangenheit musste die Ortsgemeinde durch die Ausweisung als Wasserschutzzone große Nachteile für die Ortsentwicklung in Kauf nehmen. Firmen wanderten ab, andere siedelten sich erst gar nicht an. Nunmehr beabsichtigt die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, fast das gesamte Gemeindegebiet samt aller Ortsteile endgültig zum Wasserschutzgebiet „Stollen Alexandria“ auszuweisen. Darf in Höhn künftig auf den Festplätzen nicht mehr gefeiert werden? Müssen sich Bauherren auf Mehrkosten einstellen? Kann sich kein Gewerbe mehr ansiedeln? Fragen, die politische Vertreter und Bürger umtreiben. Die Ortsgemeinde hat eine Fachanwaltskanzlei eingeschaltet.

Foto: Roeder-Moldenhau

Im Raum Höhn existiert das größte Trinkwasservorkommen im geografischen Westerwald. Circa 50.000 Einwohner aus den Verbandsgemeinden Bad Marienberg, Westerburg sowie Teile der Verbandsgemeinden Wallmerod und Selters werden aus dem Stollensystem „Grube Alexandria“ mit ihrem täglichen Trinkwasserbedarf versorgt. Die Lasten jedoch, die trugen bislang die Bewohner der Gemeinde Höhn und zwei weitere Ortsgemeinden in der VG Bad Marienberg. Nunmehr, das befürchten politische Vertreter und viele Bürger, könnte die endgültige Ausweisung des Wasserschutzgebietes durch die SGD Nord und die damit einhergehenden Verbote und Beschränkungen, die auf immerhin sieben DIN A4 Seiten fundamentiert sind, die weitere Entwicklung des Ortes lähmen oder zum Erliegen bringen.

Im Jahr 2014 war durch die Struktur- und Genehmigungsbehörde Nord eine vorläufige Wasserschutzverordnung mit zahlreichen Verboten, Auflagen und Einschränkungen erlassen worden. Diese vorläufige Verordnung soll nunmehr durch eine endgültige Wasserschutzverordnung abgelöst werden. „Nach dem vorliegenden Entwurf der endgültigen Rechtsverordnung würde die Ortsgemeinde Höhn mit ihren vier Ortsteilen in ihrer gesamten Entwicklung nicht nur auf Dauer lahmgelegt, sondern existenziell bedroht“, macht Ortsbürgermeister Hans Dieter Kraft deutlich. Schließlich befänden sich 90 Prozent der Höhner Gemarkungen und alle bebauten Flächen der Ortsteile in ausgewiesenen Wasserschutzzonen, in denen ein Leben künftig nur noch unter erhöhten Auflagen, wenn überhaupt noch möglich sei.

Die Bekanntmachung der Verbandsgemeinde Westerburg im „Wäller Wochenspiegel“ Anfang des Jahres, womit das Verfahren der SGD Nord zum Erlass einer Rechtsverordnung über die Festsetzung eines Wasserschutzgebietes nebst Anhörungsverfahren offiziell eingeleitet wurde, hatte die kommunalen Vertreter in Höhn vollkommen überrascht. Von der SGD selbst hat die Ortsgemeinde keine Mitteilung erhalten. Für den Ortsbürgermeister stellt sich auch die Frage, weshalb in der Bekanntmachung nicht gleichzeitig auch der Verbotskatalog mit veröffentlicht wurde. „Befürchtet man den berechtigten massiven Widerstand der Betroffenen und will man deshalb die Zahl derer, die über das informiert sind, was auf sie zukommt, möglichst gering halten?“, hinterfragt Kraft. Der Entwurf der Rechtsverordnung liegt mit dem vorgesehenen Verbotskatalog noch bis zum 21. Februar zur Einsicht bei der VG-Verwaltung in Westerburg aus. Einwendungen müssen bis spätestens 7. März bei den VG-Werken in Westerburg oder direkt bei der SGD Nord in Koblenz erhoben werden. Die Gemeinde prüft, ob sie diesen, für die Zukunft von Höhn sehr wichtigen Text, noch zeitnah selbst veröffentlichen kann, um allen Bürgern die Möglichkeit der Information zu geben. Der Ortsbürgermeister empfiehlt allen Bürgern, die von den Verboten und Auflagen betroffen sein könnten, dringend, sich mit dieser Thematik zu beschäftigen. „Auch die Ortsgemeinde Höhn und deren Bewohner sind für einen notwendigen Schutz des wertvollen Trinkwassers. Wir haben in der Vergangenheit größtes Verständnis dafür entgegengebracht, denn fast 50 Jahre lang wurde bereits Trinkwasser aus dem Stollensystem der ehemaligen Grube Alexandria entnommen“, macht Ortschef Kraft deutlich. „Aber dies hier können wir uns nicht bieten lassen und müssen uns dagegen wehren.“ Gleichzeitig ruft er alle beteiligten Kommunal- und Landesbehörden dazu auf, nach einer für alle Betroffenen tragbaren Lösung zu suchen.

Von unserem Redakteur Michael Wenzel

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