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Westerwaldkreis

Rennen führten mitten durch Hachenburg

Motorsport hat im Westerwald eine lange Tradition. Im Jahr 2009 gab es zu diesem Thema eine Ausstellung im Landschaftsmuseum. Museumsleiter Dr. Manfrid Ehrenwerth hatte dafür seinerzeit Dokumente über die Anfänge des Rennsports in der Region zusammengetragen. Demnach wurden die Wäller erstmals 1904 Zeugen eines Motorradrennens, das damals über eine 550 Kilometer lange Strecke des 5. Internationalen Gordon-Bennett-Rennens an Weilburg vorbei, über Limburg und Idstein zur Saalburg führte. „Im Zeitalter des Kuhgespanns brausten die Rennwagen mit damals halsbrecherischen Geschwindigkeiten bis zu 150 km/h über die meist unbefestigten Straßen“, schreibt Ehrenwerth.

Die Karte weist die Strecke des Bergring-Rennens bei Müschenbach 1954 aus. Nach einem tödlichen Unfall gab es in den Folgejahren keine Rennerlaubnis mehr. Foto: Landschaftsmuseum Westerwald
Die Karte weist die Strecke des Bergring-Rennens bei Müschenbach 1954 aus. Nach einem tödlichen Unfall gab es in den Folgejahren keine Rennerlaubnis mehr.
Foto: Landschaftsmuseum Westerwald

Einzelne Fotos oder Zeitungsberichte erinnern daran, dass es auch in den 20ern in unseren Breiten motorsportbegeisterte Einzelfahrer und Vereine gab. So veranstaltete der Motorsportklub Montabaur im Herbst 1927 eine Ziel-Wertungsfahrt. Richtig in Schwung kam die Begeisterung für den Motorsport auch bald nach dem Zweiten Weltkrieg, als diverse Veranstaltungen große Menschenmengen anlockten. Am 8. September 1946, so erinnert der Museumsleiter, wurde das erste Rennen „Quer durch Neuwied“ unter großer Beteiligung der Bevölkerung ausgetragen. Trotz der damals noch eingeschränkten Reiseverhältnisse strömten in dieser Zeit 80.000 Besucher zum Nürburgring, um dort die ersten Motorradrennen mitzuverfolgen.

1951 fand in Hachenburg das erste Rennsportereignis statt. Mehr als 15.000 Zuschauer (im Buch „1945 bis 1960: Motorradrennen im Rheinland“ von Heinrich Effertz ist sogar von rund 23.000 Zuschauern die Rede) säumten bei der sogenannten Löwenjagd „Rund um Hachenburg“ die Straßen. „Als Favorit der Zuschauer ging Otto Ludwig an den Start, ein Gymnasiast aus Atzelgift. Er pilotierte eine 350-ccm-Horex, für seine Anhänger erkennbar an dem roten Helm und der Startnummer 42. Mit einer 42 schmückten Kinder in Hachenburg noch Wochen danach ihre Spielgeräte und wähnten sich auf Rennmaschinen, wenn sie in den Hintergassen spielten. Der hoffnungsvolle Nachwuchsfahrer verunglückte kurz vor Vollendung seines 22. Lebensjahres im August 1953 tödlich“, berichtet Ehrenwerth weiter.

Die Strecke in Hachenburg verlief anfangs über die Leipziger Straße, knickte vor dem Schloss in Richtung Alpenrod ab und führte im Bogen um die Stadt durch den Wald zurück. Für das 4. Motorradrennen in der Region, das „Westerwald-Bergring-Rennen“ war dann 1954 mit großem Aufwand ein neuer Rundkurs bei Müschenbach angelegt worden. Die Länge betrug knapp drei Kilometer und verlief zum Teil über kurvige Waldwege. Karl Josef Henke aus Selm wurde sie zum Verhängnis: Er verunglückte auf der regennassen Fahrbahn tödlich. Im Jahr darauf wurde der Strecke daher keine Rennerlaubnis mehr erteilt.

Stattdessen veranstaltete der örtliche Automobil- und Motorradclub Westerwald 1956 erstmals ein Grasbahnrennen auf einer großen Wiese im Ziegelhütter Weg in Hachenburg. Fünf Jahre wurden hier Veranstaltungen ausgetragen. Mit dem Grasbahnrennen im September 1960, das zugleich das achte Hachenburger Motorradrennen war, verabschiedete sich der Motorsport aus der Löwenstadt. Die späteren Rennen des Hachenburger Automobil- und Motorradclubs fanden auf dem Sportflugplatzgelände in Ailertchen statt. „In einem Filmdokument von Edelhardt Philippbar ist Karl Asbach mit einer gelben Armbinde zu sehen, die ihn lange Jahre als Rennleiter ausgezeichnet hatte. Als Zuschauer-Tribüne fungierte ein Lastwagen mit Anhänger von der Hachenburger Firma Emil Schumacher“, berichtet Museumsleiter Ehrenwerth. nh

Montabaur Hachenburg
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