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Rastal fertigt seit 1999 Trophäe für den Deutschen Fernsehpreis

Höhr-Grenzhausen/Köln – Wenn am heutigen Dienstagabend mit viel Pomp und Blitzlichtgewitter im Kölner Coloneum der Deutsche Fernsehpreis an die Prominenten der TV- und Medienszene verliehen wird, steht Anjo Tegelaers besonders unter Strom. Der Geschäftsbereichsleiter bei der Höhr-Grenzhausener Firma Rastal graviert dann in einem abgeriegelten und streng bewachten Raum hinter den Kulissen unter Hochdruck mit einem Lasergerät die Namen der Preisträger in die gläsernen Trophäen.

Ohne Rastal ginge beim Deutschen Fernsehpreis (fast) nichts: Denn das erfolgreiche Familienunternehmen aus Höhr-Grenzhausen stellt die begehrte Siegertrophäe bei der Veranstaltung her, die Olaf Schubert und Oliver Welke moderieren.
Ohne Rastal ginge beim Deutschen Fernsehpreis (fast) nichts: Denn das erfolgreiche Familienunternehmen aus Höhr-Grenzhausen stellt die begehrte Siegertrophäe bei der Veranstaltung her, die Olaf Schubert und Oliver Welke moderieren.
Foto: ZDF / Willi Webe

Denn seit 1999 fertigt das Höhr-Grenzhausener Familienunternehmen Rastal, das inzwischen in der dritten Generation von Raymond Sahm-Rastal und seinem Cousin Stefan geführt wird, den 2000 Gramm schweren und 30 Zentimeter großen Obelisken aus purem Kristallglas. Und Anjo Tegelaers ist von Anfang an dabei. Zum 14. Mal nun durchlebt er das alljährliche Prozedere. „Hier herrschen höchste Sicherheitsvorkehrungen. Wir sind von Security umringt, damit die Namen der Preisträger nicht vorab bekannt werden“, erläutert er. Die Jury des Fernsehpreises, der von den größten Sendeanstalten Deutschlands verliehen wird, entscheidet erst am Tag der Verleihung in einer geheimen Abstimmung über die Vergabe der Preise. Fest steht derzeit nur: Den Ehrenpreis des Deutschen Fernsehpreises erhält Frank Elstner. Die Produzenten Hermann Joha und Stephan Lamby bekommen auch einen Preis.

„Ich ziehe mich in einen ruhigen Nebenraum zurück. Hier werden mir per Telefon nach und nach die Namen der Preisträger durchgegeben“, erzählt Tegelaers. Dann kann der Rastal-Manager mit zwei Mitarbeitern loslegen und der Siegertrophäe, in deren Inneren zuvor bei Rastal per modernster Lasertechnik ein dreidimensionaler Fernseher in einer schwebenden Kugel entstanden ist, den letzten Schliff geben.

Rund 110 Rohexemplare hat das Rastal-Team mitgebracht. Schließlich muss manchmal ein ganzes Filmteam mit der begehrten Siegertrophäe bedacht werden. Und bricht ein Obelisk entzwei oder wird ein Name falsch graviert, sind genügend Trophäen als Reserve vorhanden. „Wir sitzen hier auf heißen Kohlen. Manchmal trudeln die ersten Namen schon um 13 Uhr ein, doch oftmals tut sich die Jury sehr schwer. Die letzten Namen erfahren wir gegen 16.30 Uhr“, sagt er. Mit anderen Worten: Nicht alle Trophäen sind zu Beginn der Gala um 18 Uhr fertig. „Wir gravieren parallel zur Preisverleihung – genau in der Reihenfolge der Moderation“, erläutert der 46-Jährige. „Man ist nass geschwitzt“, gesteht er.

Pro Trophäe braucht Tegelaers fünf bis sieben Minuten: Zunächst werden die Glasblöcke in die digital gesteuerten Lasergravur-Geräte eingelegt. Dann wird der Name des Preisträgers eingegeben. „Gefühlte 50 Mal lese ich den Namen Korrektur, bis ich den Laser starte“, sagt Tegelaers und lacht. Der Rastal-Mitarbeiter nimmt es mit Humor: „Mein Lieblingsnominierter ist Mišel Maticevic. Der Name ist so kompliziert, dass es mir jetzt schon graut.“ Lautlos graviert der Laser sodann die Namen der Stars berührungslos in den Glaskörper. Anschließend wird der Obelisk poliert, mit Samthandschuhen vorsichtig in eine Verpackung gelegt – „damit keiner den Namen lesen kann“ – und dann hinter die Bühne gebracht. „Ich komme mir manchmal vor, als würde ich einen Geldtransport begleiten.“ Tegelaers schmunzelt. Die Requisite nimmt die sorgsam gehüteten Obelisken schließlich in Gewahrsam. „Und den Rest kennt man aus dem Fernsehen“, sagt er.

Bis 21 Uhr hat das Team aus Höhr-Grenzhausen dann noch Bereitschaft – falls eine Trophäe zu Bruch geht. Wer in diesem Jahr gewinnt, das weiß Tegelaers nicht. Noch nicht. „Aber wir verraten der Presse auch nichts. Wir sind zur Geheimhaltung verpflichtet. Das ist Ehrensache“, sagt er nüchtern. Doch einen Favoriten hat er in jedem Fall: Im Online-Voting für den Publikumspreis hat der 46-Jährige dem ARD-Morgenmagazin seine Stimme gegeben. „Und der letzte Bulle, der ist richtig cool. Der hätte einen Preis verdient, meint auch meine Frau“, sagt Tegelaers.

Das ZDF strahlt die Preisverleihung am Donnerstag, 4. Oktober, ab 20.15 Uhr aus.

Von unserer Redakteurin Stephanie Kühr

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