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Westerwaldkreis

Neue Energiegiganten entstehen am Hartenfelser Kopf

Insgesamt sechs Windräder der Selterser Firma Schütz werden derzeit auf dem Hartenfelser Kopf unweit der B8 errichtet. Inklusive der Rotorblätter reichen die neuen Energiegiganten fast 200 Meter in die Höhe, die Nabe der Anlagen liegt auf 142,6 Metern.

Blick auf eine Windrad-Baustelle am Hartenfelser Kopf: Die Zufahrten wurden großflächig geschottert.
Blick auf eine Windrad-Baustelle am Hartenfelser Kopf: Die Zufahrten wurden großflächig geschottert.
Foto: Thorsten Ferdinand

Von unserem Redakteur Thorsten Ferdinand

Jedes Rad verfügt über eine Leistung von 3,2 Megawatt und kann etwa 1500 Haushalte mit Strom versorgen. Die Windkraftanlagen sind deutlich größer und effektiver als die vor fast zehn Jahren von Enercon errichteten Räder in unmittelbarer Umgebung. Die Technik hat sich seitdem stark weiterentwickelt. Die modernen Anlagen hinterlassen allerdings auch deutlichere Spuren im Wald.

Für die Bauzeit der sechs Räder werden insgesamt 3,26 Hektar Wald geschottert. Hinzu kommen 0,2 Hektar Schwenkfläche, die nicht befestigt wird. Ein Großteil des Waldes soll nach Abschluss der Montagearbeiten wieder aufgeforstet werden. Die Firma Schütz geht davon aus, dass am Ende etwa 1,5 Hektar befestigte Fläche für die sechs Anlagen verbleiben. Dieser Platz wird für Wartungsarbeiten benötigt. Die Standorte und der Wegebau wurden in Abstimmung mit der Forstverwaltung und der Naturschutzbehörde geplant.

Der Bau der Räder wird bezüglich der Umweltauflagen vom Fachbüro Diefenthal aus Moschheim begleitet. Die Freiraumplaner wurden, wie es bei derartigen Bauvorhaben üblich ist, von der Kreisverwaltung beauftragt. Sie sollen durch regelmäßige Kontrollen dafür Sorge tragen, dass alle Umweltauflagen eingehalten werden. Als Ausgleich für die Eingriffe in die Natur sind in den Gemarkungen Höchstenbach und Mündersbach Kompensationsmaßnahmen auf insgesamt 8,9 Hektar Fläche vorgesehen. Darunter fallen die Renaturierung eines Waldbaches, das Anlegen von Streuobstwiesen, die Entwicklung von Altholzbeständen und die Erweiterung von Weideflächen, die zum Naturschutz genutzt werden sollen.

Nichtsdestotrotz bleibt bei einigen Bürgern die Frage, ob derart massive Rodungsarbeiten unvermeidbar waren oder ob auch ein platzsparenderes Vorgehen möglich gewesen wäre. Rund um die Baustellen erinnern breite Schotterplätze an Fußballfelder. Die neuen Zufahrten zu den Windkraftanlagen am Hartenfelser Kopf sind mit den schmalen Wegen zu den alten Rädern nicht zu vergleichen. Aus Gründen der Verkehrssicherheit wurde an der B 8 sichtbar gerodet. Große Transporter müssen gefahrlos ein- und ausfahren können. Bürger kritisieren unter anderem, dass die Rotorblätter von der Firma Schütz am Boden zusammengebaut werden, um sie dann in Gänze oben am Turm zu montieren. Bei den Enercon-Windrädern am Hartenfelser Kopf seien die drei Rotorblätter jeweils einzeln hochtransportiert und montiert worden.

Das Selterser Unternehmen hingegen wirbt um Verständnis, dass die Montage von Rotorblättern auf mehr als 140 Metern Höhe schwierig ist. Der zusätzliche Flächenverbrauch durch die Montage am Boden sei außerdem gering, heißt es. Ein Rotorblatt liege dabei im Bereich der Zufahrt, eines neben dem Fundament. Nur für die Montage des jeweils dritten Blatts müssten zusätzliche Bäume gefällt werden. Die Firma Schütz legt Wert auf die Feststellung, dass Konkurrenzanlagen ähnlicher Größe auch vergleichbare Eingriffe in die Natur zur Folge haben. Wenn man die erwartete Nennleistung der Räder mit älteren Anlagen vergleiche, ergebe sich im Verhältnis sogar ein geringerer Flächenverbrauch, meint das Unternehmen. Nicht zuletzt seien die Flächen am Hartenfelser Kopf ein Konzentrationsgebiet für Windkraftanlagen in den Verbandsgemeinden Hachenburg und Selters, das eine vergleichsweise hohe Akzeptanz in der Bevölkerung genieße. Dass die dezentrale Energieversorgung durch viele kleine Kraftwerke auch Spuren in der Landschaft hinterlasse, sei allerdings unvermeidbar.

Montabaur Hachenburg
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