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Westerwaldkreis

Freispruch in Montabaur: 24-Jähriger hat seine Ex nicht vergewaltigt

Im Zweifel für den Angeklagten: Diesem juristischen Grundsatz folgte das Schöffengericht in seinem Urteil und sprach einen 24-Jährigen vom Vorwurf der Vergewaltigung frei. Er war am Amtsgericht Montabaur angeklagt, weil er im Oktober 2013 seine ehemalige Freundin mehrmals im Schlaf vergewaltigt haben soll. Der junge Mann bestritt diese Taten.

Von unserer Reporterin Angela Baumeier

Er gab an, in jener Nacht einmal Sex mit der damals 16-Jährigen gehabt zu haben, die keine Andeutungen gemacht habe, dass sie das nicht wollte. Dann sei er eingeschlafen. Hingegen hatte die heute 19-Jährige angegeben, dass ihr damaliger Freund noch zweimal Geschlechtsverkehr mit ihr hatte, während sie schlief. Eine mütterliche Freundin gab als Zeugin an, die junge Frau gedrängt zu haben, zur Polizei zu gehen und die Vergewaltigung anzuzeigen.

Was genau geschah, bleibt unklar

Wie Richter Ludger Griesar bei der Urteilsbegründung betonte, sei nicht mehr zu klären, was in jener Nacht vor zweieinhalb Jahren tatsächlich geschah. Aussage stand gegen Aussage, wobei die junge Frau während der Beweisaufnahme nicht konstant bei ihren Angaben zu den Details des Geschehens blieb. Was das Gericht jedoch am meisten nachdenklich machte, so der Richter weiter, sei der Chatverlauf gewesen, der zwischen der jungen Frau und ihrem Freund an dem Folgetag der vermeintlichen Tatnacht erfolgte. Die Nachrichten drehten sich um Alltägliches und Belangloses. Schließlich schickte die 16-Jährige dem Mann abends sogar ein freizügiges Foto von sich.

Da in einem Strafprozess ein Angeklagter nicht verurteilt werden darf, wenn dem Gericht Zweifel an seiner Schuld verbleiben, plädierte die Staatsanwaltschaft auf Freispruch, betonte dabei jedoch: "Die Frau hat an jenem Abend definitiv ein traumatisches Erlebnis gehabt. Was das traumatische Ereignis war, ist jedoch spekulativ." Die Rechtsanwältin der heute 19-Jährigen erklärte, sich aus Mangel an juristischer Sicherheit der Staatsanwaltschaft anschließen zu müssen. "Die Frau bleibt Opfer", hob sie hervor und führte aus, dass der Fall zeige, was ein sexueller Missbrauch aus einem Menschen mache.

Verteidiger: Es gibt ein Trauma

Die junge Frau hatte berichtet, bereits als 14-Jährige schon einmal missbraucht worden zu sein. "Dass die Frau traumatisiert ist, daran besteht kein Zweifel", bestätigte auch der Verteidiger. Auch er betonte, dass nicht nachzuweisen sei, was an jenem Abend passierte. Der junge Mann schloss sich den Worten seines Verteidigers an. Mit seiner Freundin und dem gemeinsamen Baby verließ er gelöst den Gerichtssaal.

Die Kosten des Verfahrens trägt die Staatskasse. Die Nebenklägerin allerdings muss nach dem Freispruch die Kosten ihrer Rechtsanwältin selbst begleichen.

Montabaur Hachenburg
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