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Nentershausen

Finale: Roman Weidenfellers Eltern sind im WM-Fieber

Wenn die deutsche Nationalelf am Sonntagabend in Rio de Janeiro gegen Argentinien im Endspiel der Fußball-WM steht, dann drücken Annerose und Erhard Weidenfeller Jogis Jungs von Nentershausen aus ganz fest die Daumen. Denn die Eltern von Nationaltorwart Roman Weidenfeller wollen das Endspiel in aller Ruhe zu Hause vorm Fernseher verfolgen.

Von unserer Redakteurin Stephanie Kühr

Public Viewing kommt für Romans Mutter nicht infrage. "Wir wollen dann allein sein", sagt die 59-Jährige. "Dabei kann ich niemanden gebrauchen. Selbst wenn einer an der Tür Sturm klingelt, würde ich im Wohnzimmer sitzen bleiben", sagt sie und lacht.

Nur Charly, das süße "Baby" von Roman und seiner Verlobten Lisa, darf dabei sein, wenn es für das deutsche Team um die Weltmeisterschaft geht. Auch beim sensationellen Sieg von Belo Horizonte war das kleine flauschige Fellknäuel im Wohnzimmer dabei und hat beim 7:1 ein Extraleckerli bekommen, wie Romans Vater Erhard mit einem Lächeln erzählt. Jetzt läuft der neun Monate alte Mini-Labrador ungestüm um den Tisch herum und macht es sich dann auf dem Teppich bequem. "Wir haben unserm Roman versprochen, auf den Kleinen aufzupassen", sagt Annerose. Das ist auch ein Grund dafür, dass Weidenfellers nicht zur WM nach Brasilien geflogen sind. "Wir sind zwar gern mal auf Reisen, aber der Flug ist uns zu lang, und das Klima dort ist uns zu heiß", fügt Romans Vater Erhard hinzu.

Gemütlich ist es bei Weidenfellers zu Hause. Modern und hell die Einrichtung, der Blick vom Esszimmertisch fällt auf das Stadion der Eisbachtaler Sportfreunde. Hier ist Roman Weidenfeller, der seit seinem 18. Lebensjahr Fußballprofi ist, also aufgewachsen. Journalisten lassen die Eltern des Fußballprofis für gewöhnlich nicht ins Haus. Anfragen großer Fernsehsender und überregionaler Tageszeitungen sowie von Fachmagazinen haben sie abgelehnt. "Das ist unser Privatleben", sagt Mutter Annerose strikt. Für die WZ machen sie jedoch eine Ausnahme. Es gibt einen Kaffee, und Romans Eltern erzählen in lockerer Runde – entspannt und völlig unkompliziert.

Ihren Sohn haben die Weidenfellers zwar seit dem Flug nach Brasilien ins Camp der Nationalelf in Santo André nicht mehr gesehen, doch sie sprechen und skypen täglich mit dem 33-Jährigen. "Roman ruft jeden Tag an. Er meldet sich auch vor und nach jedem Spiel", sagt seine Mutter. Selbst das Camp der deutschen Nationalspieler kennen die Eltern, weil Roman ihnen alles per Skype und WhatsApp gezeigt hat. Auch nach dem Kantersieg im Halbfinale gegen Brasilien klingelte in Nentershausen um 0.45 Uhr das Telefon. "Die Mannschaft hat sich riesig über das 7:1 gefreut", erzählt die Mutter. "Ja, die Stimmung im Team ist gut. Die Jungs verstehen sich prima", bekundet auch Erhard. Wichtig für Eltern ist vor allem, dass es ihrem Sohn gut geht. "Roman ist fit. Er ist froh und sehr stolz, bei der WM dabei sein zu dürfen", betont seine Mutter. "Für Roman war von Anfang an klar, dass er die Nummer zwei ist. Er kann die WM richtig genießen", sagt Erhard. Trotzdem trainiert der 33-Jährige hart. "Wenn das Team Roman braucht, ist er sofort einsatzbereit", betont der 61-Jährige.

Auf der Anrichte im Esszimmer stehen Fotos von Romans älterem Bruder Heiko und dessen Frau Biggi, vom zehnjährigen Enkel Ben und natürlich von Roman und seiner Verlobten Lisa. Die 27-Jährige stammt aus Gummersbach, hat BWL studiert, ihren Master in der Tasche und lebt mit Roman in Dortmund.

Dass ihr Sohn ein Star ist und derzeit besonders im Fokus der Medien steht, das ist für Weidenfellers nicht so wichtig. "Fußballprofi ist ein Beruf wie jeder andere auch", findet seine Mutter. "Er ist halt der Roman aus Nentershausen", sagt sie. Das Verhältnis zu den Söhnen Heiko und Roman ist sehr eng. Die Familie sieht sich wöchentlich, zumal sich die Eltern als "Fußballverrückte" – Annerose hat selbst einmal bei Eisbachtal Fußball gespielt, der Vater war viele Jahre Trainer – jedes Spiel von Borussia Dortmund im Stadion ansehen. Auch sonst stärken sie ihrem Roman den Rücken, kümmern sich um sein Mietshaus im Ort, die Fanpost oder um den Kartoffelsalat bei der Geburtstagsfeier am 6. August.

Nach der Fußball-WM geht es für Roman und Lisa erst einmal in den Urlaub. So lange bleibt auch Hund Charly im Westerwald. Und wenn Roman nach Hause kommt, dann macht Mama Annerose ihm mit frischer Fleischwurst und selbst gebackenem Kuchen eine ganz besondere Freude ...

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