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Ransbach-Baumbach

Edeka-Expansion in Ransbach-Baumbach: Naturschützer üben Kritik

Verena Hallermann

Noch öffnet der Edeka-Markt Fellenzer in Ransbach-Baumbach am Stadtplatz im Herzen der Töpferstadt seine Pforten. Doch das soll sich in Zukunft ändern. Denn der Standort ist für die Supermarkt-Kette längst zu klein geworden. Daher will sich der Markt an der Pleurtuitstraße in einem neuen Gebäude ansiedeln, um den Bürgern ein breiteres Sortiment anbieten zu können (unsere Zeitung berichtete). Der Plan stößt bei der Naturschutzinitiative (NI) auf Kritik.

Die alte Häuserzeile gegenüber des Penny-Marktes in der Pleurtuitstraße in Ransbach-Baumbach soll in den kommenden Jahren abgerissen werden. Dann will sich dort der Edeka-Markt einen neuen Standort errichten.
Die alte Häuserzeile gegenüber des Penny-Marktes in der Pleurtuitstraße in Ransbach-Baumbach soll in den kommenden Jahren abgerissen werden. Dann will sich dort der Edeka-Markt einen neuen Standort errichten.
Foto: Camilla Härtewig

„Wir müssen umsiedeln“, macht Inhaber Karl-Heinz Fellenzer im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich. „Der aktuelle Standort ist für einen modernen Supermarkt zu klein. Auch weil es zu wenige Parkplätze gibt.“ Die Verkaufsfläche soll sich verdoppeln. Der neue Edeka-Markt will auf 2000 Quadratmetern unter anderem eine „sehr große“ Frische-Abteilung anbieten, gibt Fellenzer bekannt. Das Weinangebot soll vergrößert werden und auch Bierliebhaber könnten dort künftig Sorten aus aller Welt kaufen.

Ein Konzept, das in Puderbach, einer von insgesamt drei Standorten der Edeka Fellenzer-Kette, bereits „sehr gut“ angenommen werde, berichtet der Inhaber. „Das wird Ransbach-Baumbach weiter aufwerten“, ist sich Fellenzer sicher und betont, dass mit dem Projekt ein zentraler Versorgungsbereich geschaffen werden soll. Denn auf der Restfläche an der Pleurtuitstraße soll ein Netto-Discounter entstehen. „Ein Kombi-Standort bietet sich an“, sagt der Inhaber und Gründer des Unternehmens. „Das ist in Ransbach-Baumbach gut für den Verkehr und ökologisch sinnvoll, denn der Bürger kann sehr viel mit einer Anfahrt erledigen.“

Wann der Edeka-Markt sein neues Gebäude gegenüber des VIP-City-Centers realisieren kann, ist noch unklar. Die Bebauungsplanänderung seitens der Stadt Ransbach-Baumbach, die Voraussetzung für die Expansion des Supermarktes ist, ist noch am Anfang des Verfahrens. Der Grunderwerb ist unter Dach und Fach allerdings muss die alte leer stehende Häuserzeile gegenüber des Penny-Marktes noch abgerissen werden. Fellenzer geht nach jetzigem Stand davor aus, im Frühsommer die Genehmigung zu bekommen, sodass mit dem Abriss begonnen werden kann. Eine Eröffnung hält er Ende 2019 oder Anfang 2020 für realistisch. Was mit dem alten Edeka-Standort am Stadtplatz passiert, steht nach Informationen von Bürgermeister Michael Merz noch nicht fest.

Kritik an dem geplanten neuen Gebäudekomplex kommt von der Naturschutzinitiative mit Sitz in Quirnbach. Es werden „artenschutzrechtlich und naturschutzfachlich“ unzureichende Untersuchungen beanstandet. Jasmina Stahmer, Naturschutzreferentin der NI, hält die artenschutzrechtliche Bestandsaufnahme am neuen Standort an der Pleurtuitstraße für „sehr fragwürdig“. Schließlich sei lediglich an einem einzigen Nachmittag untersucht worden, ob sich Vögel oder Fledermäuse in der alten Häuserzeile eingenistet hätten. Das Ergebnis sei daher nicht aussagekräftig.

Die NI fordert, dass an dem Neubau entsprechende Quartiere für Fledermäuse und Vögel geschaffen werden. Darüber hinaus sollte auf übermäßige Werbe- und Nachtbeleuchtung verzichtet werden, um zu verhindern, dass nachtaktive Tiere gestört werden. Fellenzer betont ausdrücklich, dass der Gesetzgeber in dieser Hinsicht ohnehin ganz klare Vorgaben mache. Und Nistplätze seien im Rahmen der Untersuchung nicht gefunden worden. Die Stadt will sich zu den Kritikpunkten noch nicht äußern. Die Stellungnahme der NI müsse genau wie alle anderen eingegangenen Stellungnahmen im Rahmen der Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung vom Planungsbüro, Fachausschuss und schließlich im Stadtrat geprüft werden.

Von unserer Reporterin Verena Hallermann

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