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    Bischof stellt sich kritischen Fragen Montabaurer Schüler

    Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst besucht das ganze Jahr den Westerwald, um sich ein persönliches Bild von den Gemeinden und vom Religionsunterricht zu machen. Am Dienstag kam der Theologe im Rahmen der Visitation in die Montabaurer Anne-Frank-Realschule und diskutierte dort mit jungen Menschen über Kirche und Glauben.

    Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst im Gespräch mit Montabaurer Realschülern
    Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst im Gespräch mit Montabaurer Realschülern
    Foto: Thorsten Ferdinand

    Montabaur - Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst besucht das ganze Jahr den Westerwald, um sich ein persönliches Bild von den Gemeinden und vom Religionsunterricht zu machen. Am Dienstag kam der Theologe im Rahmen der Visitation in die Montabaurer Anne-Frank-Realschule und diskutierte dort mit jungen Menschen über Kirche und Glauben.

    Die Abschlussklassen nutzten die Gelegenheit, um dem Oberhaupt des Bistums Limburg einige kritische und einige persönliche Fragen zu stellen. Unter anderem ging es dabei um den Zölibat, den Missbrauchsskandal und die Einstellung des Bischofs zu seinem Beruf.

    Die von Bundeskanzlerin Angela Merkel getroffene Äußerung, sie freue sich über den Tod des Terroristen Osama Bin Laden, beschäftigte auch die Schüler in Montabaur. Ob man sich über den Tod eines Menschen freuen dürfe, wollte eine Schülerin vom Bischof wissen, der sogleich eine klare Position bezog. „Christen dürfen sich niemals über den Tod eines Menschen freuen", sagte Tebartz-van Elst. Er habe zwar Verständnis für das Vorgehen der Amerikaner gehabt und empfinde eine Art Erleichterung, dass von dem getöteten Terroristen nun keine Gefahr für andere Menschen mehr ausgehe. Zugleich befürchtet der Bischof jedoch, dass der Tod Osama Bin Ladens nicht zur Befriedung des Konflikts beigetragen hat, da Gewalt meist nur Gegengewalt erzeuge. „Der Weg zum Frieden muss anders beginnen."

    Dass die katholischen Pfarrer nicht heiraten dürfen, ist sogar unter Geistlichen ein durchaus umstrittenes Thema. Gleichwohl verteidigte Tebartz-van Elst den Zölibat auch vor den jungen Realschülern in Montabaur. Es sei seine tiefe Überzeugung, dass es sich lohne, ganz für Christus zu leben, so der Bischof.

    Auch über den Missbrauchsskandal wurde gesprochen. Der Limburger Oberhirte erinnerte in diesem Zusammenhang an die neuerdings strengeren Regeln für Mitarbeiter in seinem Bistum. Wer in der Kinder- und Jugendarbeit tätig ist, muss demnach in regelmäßigen Abständen ein Führungszeugnis vorlegen. Missbrauch ist nach Auffassung des Bischofs jedoch nicht nur ein Thema der katholischen Kirche, sondern ein Problem von gesamtgesellschaftlicher Relevanz. „Da müssen wir alle wachsam sein", mahnte er.

    Ob er in seinem Leben schon einmal dachte, dass er seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, wollte ein Schüler vom Bischof wissen. „Gott sei Dank gab es solche Situationen noch nicht", antwortete Tebartz-van Elst. Letztlich habe er aus Schwierigkeiten sogar Kraft schöpfen können, freute sich der Theologe. „Ich bin Gott dankbar für diesen Weg."
    Dankbar zeigten sich letztlich auch die Montabaurer Realschüler. Sie honorierten das offene Gespräch mit dem Bischof, indem sie freundlich Beifall spendeten.

    Von unserem Redakteur Thorsten Ferdinand

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