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Westerburg

Über weiße Pracht geärgert: Wütender Senior beschädigt einen Schneepflug

Über den Schnee, den ein Schneepflug auf den Gehweg vor seinem Grundstück schob, ärgerte sich im Dezember 2017 ein Rentner aus einer kleinen Ortsgemeinde im Hohen Westerwald so sehr, dass er zweimal mit einer Schneeschaufel gegen die Räummaschine schlug. Deswegen wurde er nun vom Amtsgericht Westerburg zu einer Geldstrafe verurteilt.

Symbolbild.
Symbolbild.
Foto: dpa

Der Besitzer des Schneepflugs wollte keinen Ersatz für den Schaden in Höhe von 350 Euro erstreiten. „Für die paar Kratzer“ beabsichtigte er, keinen Strafantrag zu stellen. Vor Gericht erklärte der Schneepflugfahrer, dass er zukünftig einfach nur seiner Arbeit für die Gemeinde nachgehen möchte, ohne weitere Vorfälle dieser Art befürchten zu müssen. Allerdings gab es aus Sicht der Staatsanwaltschaft bei dieser Angelegenheit ein besonderes öffentliches Interesse an der strafrechtlichen Verfolgung.

Der Angeklagte bestritt, gegen den Schneepflug geschlagen zu haben. Stattdessen legte der aus Rumänien stammende Rentner seine ganz eigene Theorie für den Grund seiner Anklage dar: Seiner Meinung nach handele es sich bei dem Gerichtsverfahren einzig und allein um einen Fall von Ausländerdiskriminierung. Es gebe letztlich keinen Beweis für seine Schuld, da sein Wort gegen das Wort des Zeugen stünde. Dieser Argumentation schloss sich das Gericht nicht an.

Richter Hans Helmut Strüder zweifelte nicht an der Glaubwürdigkeit des Zeugen, der sogar auf Schadensersatz verzichtete. Umso mehr verärgert zeigte er sich darüber, dass der Angeklagte das rechtstaatliche Verfahren als einen verkappten Fall von Ausländerdiskriminierung verunglimpfte. In seiner Urteilsverkündung hielt der Richter daher einen Vergleich der Argumentation des Angeklagten mit seinen ebenso polemisch-polternden Äußerungen des derzeit amtierenden türkischen Staatspräsidenten für durchaus angebracht.

Der Angeklagte hatte vor der Verhandlung einem Strafbefehl mit einer Geldstrafe in Höhe von 150 Euro widersprochen. Zum Ende der Verhandlung forderte die Staatsanwaltschaft für den uneinsichtigen Angeklagten eine Geldstrafe in Höhe von 300 Euro. Dem Gericht schien aber selbst dies nicht angemessen. Es verurteilte den Angeklagten schließlich zur Zahlung von 600 Euro. Im Nachhinein wären die 150 Euro wohl günstiger gewesen.

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