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Kastellaun

"Reisepfarrer" Rainer Vogt geht in den Ruhestand

Er hat die ganze Welt bereist. Und dorthin, wo er besonders intensive Kontakte geknüpft hat, reiste er ein zweites oder drttes Mal – dann in Begleitung seiner Pfarrkinder. Diese Pfarr-Reisen wird es in Zukunft nicht mehr geben: Rainer Vogt, katholischer Pfarrer von Kastellaun, Buch und Mastershausen, geht nun nach 26 Jahren in den Ruhestand. Am Sonntag, 14 Uhr, wird er in der Pfarrkirche von Kastellaun feierlich verabschiedet. Anschließend ist ein Empfang im Tivoli.

Kastellaun – Er hat die ganze Welt bereist. Und dorthin, wo er besonders intensive Kontakte geknüpft hat, reiste er ein zweites oder drttes Mal – dann in Begleitung seiner Pfarrkinder. Diese Pfarr-Reisen wird es in Zukunft nicht mehr geben: Rainer Vogt, katholischer Pfarrer von Kastellaun, Buch und Mastershausen, geht nun nach 26 Jahren in den Ruhestand. Am Sonntag, 14 Uhr, wird er in der Pfarrkirche von Kastellaun feierlich verabschiedet. Anschließend ist ein Empfang im Tivoli.

Mehr als 20 richtig große Reisen hat der Kastellauner Pfarrer in Begleitung zahlreicher Pfarrkinder unternommen. Die Reiseroute vom Amtssitz zum Alterssitz ist dagegen ungewöhnlich kurz. Nur wenige hundert Meter trennt Rainer Vogts künftiges Domizil vom Pfarrhaus. Der 73-Jährige bleibt in Kastellaun wohnen.

Nach 26 Jahren Dienstzeit folgt nun die Ruhezeit. Aber auf das Reisen – künftig allein – will er nicht verzichten. Schon bald bricht er nach Kuba auf. Kuba ist ein besoderes Reiseziel. Der sozialistische Karibikstaat ist schon so etwas wie Vogts zweite Heimat geworden. Kuba war auch mehrmals Ziel der Pfarr-Reisen. Auch Brasilien wurde mehrfach angesteuert. Dort lernten die Hunsrücker Claudio Kardinal Hummes, Nachfahre eines Auswanderers aus Buch, kennen. Auch mit dem bekannten Befreiungstheologen Leonardo Boff ist die Reisegruppe aus Kastellaun, Mastershausen und Buch ins Gespräch gekommen.

Die Reisen dienten in erster Linie nicht dem Vergnügen. "Die Begegnung mit den Ortskirchen war stets das Prinzip", sagt Vogt. So hat sich aus einer Reise ins südafrikanische Swasiland eine Partnerschaft mit einer dortigen katholischen Pfarrei entwickelt, die bis heute Bestand hat.

 "Leben in Fülle". Dieses Motto hat Rainer Vogt stets beherzigt. Übertriebene Kasteiung lehnt er ab. "Askese ist gegen as Leben", sagt Vogt. Ihm sei es immer wichtig gewesen, den Menschen die befreiende Botschaft zu übermitteln. Wie viele religiöse Gespräche Rainer Vogt in der Kneipe geführt hat, kann er natürlich nicht mehr sagen. Aber in den 26 Jahren sind schon einige „Seelsorgeeinheiten“ am Tresen zusammengekommen. Nah an den Menschen dran – wo gelingt das besser als im Wirtshaus? Rainer Vogt schätzt die „aufsuchende Seelsorge“. Er geht zu den Menschen hin und erwartet nicht, dass die Menschen zu ihm kommen.

Befreit ist der fast 74-Jährige nun von der Last des schwierigen Amtes, das er beinahe neun Jahre über das Rentenalter hinaus wahrnahm. Die Befreiung von allem kirchenbürokratischen Ballast genießt er in seinem neuen Lebensabschnitt besonders.

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