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Cottbus/Halsenbach

570 Kilo Elfenbein: Spur des größten Funds in Deutschland führt in den Hunsrück nach Halsenbach

In einem alten Backstein-Industriegebäude fanden Zollfahnder dort kürzlich 570 Kilo Elfenbein – und trafen im Keller Tatverdächtige an, die offenbar gerade dabei waren, das mutmaßlich illegal eingeführte Material weiterzuverarbeiten, unter anderem zu Figuren oder Perlen.

Einen stattlichen Elfenbeinfund machte der Zoll in Halsenbach im Vorderhunsrück.
Einen stattlichen Elfenbeinfund machte der Zoll in Halsenbach im Vorderhunsrück.
Foto: dpa

Dieser Fund im Hunsrück war bereits die Fortsetzung eines spektakulären Zollfundes, wie der Leitende Oberstaatsanwalt Bernhard Brocher (Cottbus) auf RZ-Anfrage berichtet. Zuvor hatte das Hauptzollamt Potsdam 625 Kilogramm Elfenbein entdeckt. Sie sollten – falsch deklariert und verpackt in elf Kisten – über den Flughafen Berlin-Schönefeld nach Hanoi geschickt werden. Bei Routineröntgenscans war das ungewöhnlich dichte Material aufgefallen.

Dann begaben sich die Ermittler auf die Spur des Elfenbeins. Über die Spedition, die das Material nach Berlin-Schönefeld gebracht hatte, führte sie zu einer Adresse nach Emmelshausen und von dort wenige Kilometer weiter zu dem altertümlichen Industriebau in der 1250-Einwohner-Gemeinde Halsenbach (Rhein-Hunsrück-Kreis). Dort wurden unter anderem Schleif- und Drehmaschinen sowie Fräsen und Bohrer gefunden.

Viele Hintergründe sind noch unklar, erklärt Brocher, dessen Fahnder die Funde am Freitag bei einer Pressekonferenz in Berlin vorstellen werden. So ist die Herkunft des Elfenbeins noch nicht abschließend geklärt – Afrika ist wahrscheinlich, es stammt auf jeden Fall von aktuellen Elefanten, nicht etwa von ausgestorbenen Mammuts.

Wie der Hunsrück als Zwischenstation auf dem Weg nach Fernost ins Spiel kommt, ist ebenfalls noch Gegenstand der Ermittlungen. Einer der Tatverdächtigen hat zumindest vor einiger Zeit mal dort gelebt, zuletzt allerdings nicht mehr. Gegen zwei Tatverdächtige wurde jedenfalls Haftbefehl erlassen. Gegen die beiden Männer wird wegen gewerbsmäßigen Handels mit Elfenbein ermittelt. Eine Strafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren Haft droht.

Tim Kosmetschke/dpa

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