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    "Wahlspezial 66 Minuten": Bundestagskandidaten stellen sich gemeinsam Live-Escape-Spiel

    Was passiert, wenn man einen Sozialdemokraten, eine Liberale, eine Grüne, und jeweils einen Vertreter der Linken und der Afd in einen Raum sperrt und sie dort Teamaufgaben lösen lässt? Das wollten wir herausfinden und haben die Bundestagskandidaten zu einer Runde „66 Minuten“, dem Live-Escape-Spiel des Neuwieder Theatervereins Chamäleon, eingeladen. Fünf Männer und Frauen konnten wir zunächst für das Experiment begeistern, doch nach der Begrüßung sind es nur noch vier.

    Jochen Bülow, der Kandidat der Partei Die Linke, verabschiedet sich, nachdem ihm mitgeteilt wird, dass er gemeinsam mit Andreas Bleck (AfD) spielen soll. „Ich setze mich gerne mit ihm politisch auseinander. Allerdings bin ich mit Herrn Bleck nicht in einem Team – auch nicht bei einem auf den ersten Blick unpolitischen Spiel“, erklärt er seine Entscheidung. Ohne großes Tamtam verlässt er die Spielstätte. „Bleiben wir zu viert?“, fragt Anna Neuhof (Grüne) noch, dann überschreitet sie zusammen mit Martin Diedenhofen (SPD), Sandra Weeser (FDP) und Bleck die weiße Startlinie.

    Ungehorsam bei den Kandidaten

    Vorher haben die Kandidaten auf Anregen von Bleck, der zumindest am Computer schon mit dem Spielprinzip in Kontakt gekommen ist, über eine Strategie für das Vorgehen gesprochen: „Wir haben vier Wände und sind vier Leute – jeder übernimmt einfach eine Seite“, schlägt Diedenhofen schließlich vor. Doch vor der Tür zum ersten Raum gibt es an den Wänden nicht viel zu suchen. Lediglich ein Briefkasten erregt Aufmerksamkeit. Zu viel Aufmerksamkeit aus Sicht der Spielleiter. Den deutlichen Hinweis auf dem Bildschirm an der Wand: „Ihr müsst eure Hände nicht in den Schlitz stecken“, ignorieren die Damen und Herren geflissentlich. Als Veranstalter Oliver Grabus mit erhobenen Finger in den Raum platzt, steckt Sandra Weeser quasi bis zum Ellenbogen im Briefkasten.

    Foto: Christina Nover

    Den Schlüssel ergattern die vier sich schließlich doch noch auf erlaubte Art und Weise. Auch wenn Diedenhofen dafür in die Knie gehen und sich von Bleck die Katzeklappen aufhalten lassen muss. Von den 66 Minuten, die das Team für das Spiel hat, sind schon knapp 15 Minuten vergangen, als es erst so richtig losgeht. Während Bleck sich in seinem Eifer in der Raumdeko verliert, tüfteln die anderen drei gemeinsam an der Lösung eines Rätsels.

    Anna Neuhof lässt jedoch keinen Zweifel aufkommen, dass sie im Moment lieber woanders wäre: „Ich fahr gleich heim“, „Ich habe Hunger“ und „Mein Gott, sind wir doof“ sind nur einige ihrer Kommentare zum Geschehen. Sie weist auch die Jungspunde in ihre Grenzen, sei es zu Diedenhofen gewandt: „Du musst mal zuhören, junger Mann“ oder auf Blecks Kommentar: „In der Ruhe liegt die Kraft“ hin: „Genau, deshalb muss man auch mal still sein.“

    Nur 70 Prozent des Spiels geschafft

    Mit jeder Menge Tipps vonseiten der Spielleiterin meistern sie schließlich doch noch das ein oder andere Rätsel. Am Ende hapert es vor allem an Ideenreichtum und Geschicklichkeit, sodass wertvolle Zeit verstreicht. Sandra Weeser zeigt sich allerdings gegen Ende noch mal richtig motiviert und sagt sechs Minuten vor Schluss: „Aufgegeben wird jetzt nicht.“ Trotz allem Ehrgeiz schaffen die vier Bundestagskandidaten nur etwa 70 Prozent des Spiels.

    Oliver Grabus bilanziert im Nachhinein: „Sie sahen als Team harmonisch aus – aber in der Sache haben sie nicht gut zusammengearbeitet.“ Sein Eindruck war auch, dass die „Task-Force-Bundestag“, wie die vier sich später als Teamnamen für die Urkunde aussuchen, sich nur oberflächlich auf das Spiel eingelassen haben. „Das war schon befremdlich, wie Regeln und Hinweise teilweise ignoriert wurden“.

    Foto: Christina Nover

    Grabus hält das Experiment mit den Kandidaten dennoch für gelungen. „Egal in welcher Konstellation man nach der Wahl zusammenfindet – die Leute müssen miteinander reden. Und das wird durch so ein Spiel gefördert.“ Zumindest Bleck und Diedenhofen hat das Spiel Spaß gemacht, wie sie im Nachhinein betonen. Während die Frauen schon zu Anschlussterminen entschwunden sind, hält Martin Diedenhofen fest: „Das war schon ganz schön anstrengend und intellektuell fordernd.“ Mit Freunden würde er ein solches Spiel gerne wiederholen.

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