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    Verschmutzter Burbach in Thalhausen: Neuwieder Kreisverwaltung greift durch

    Thalhausen  -Seit etwa sieben Wochen wird der Burbach bei Thalhausen durch Silagesickersaft verunreinigt. Währenddessen läuft die Suche nach der Ursache immer noch ergebnislos. Bisher gesammelte Indizien weisen allesamt auf die Biogasanlage oberhalb der Quelle hin. Und allmählich rührt sich in der Bevölkerung Sorge und vor allem Unmut. „Man hätte längst weiter sein können. Warum werden denn nicht die Silos geräumt, um nachzusehen, wo das Leck ist“, fragt etwa Dieter Hader aus Puderbach, der sich zudem ernsthafte Gedanken um die Trinkwasserversorgung macht.

    Foto: Ralf Grün

    Thalhausen  -Seit etwa sieben Wochen wird der Burbach bei Thalhausen durch Silagesickersaft verunreinigt. Währenddessen läuft die Suche nach der Ursache immer noch ergebnislos. Bisher gesammelte Indizien weisen allesamt auf die Biogasanlage oberhalb der Quelle hin. Und allmählich rührt sich in der Bevölkerung Sorge und vor allem Unmut. „Man hätte längst weiter sein können. Warum werden denn nicht die Silos geräumt, um nachzusehen, wo das Leck ist“, fragt etwa Dieter Hader aus Puderbach, der sich zudem ernsthafte Gedanken um die Trinkwasserversorgung macht.

    Das Trinkwasser ist nicht gefährdet, kann die Kreisverwaltung beruhigen. Trotzdem ist für den Beigeordneten Achim Hallerbach spätestens jetzt der Punkt erreicht, wo „umfangreichere Maßnahmen als bisher einzuleiten sind“. Zumal der Pilz, der sich von den biologischen Schadstoffen ernährt, inzwischen auch im Iserbach nachweisbar ist. Das bestätigt Gewässerexperte Wolfram Gebel von der SGD Nord, der darauf verweist, dass der Pilz weiter unten nicht mehr auftaucht. Für Hallerbach nicht auszudenken, wenn letztlich noch das Lachsprogramm im Saynbach in Mitleidenschaft gezogen würde.

    Wie der Beigeordnete weiter informiert, hat der Kreis kurzfristig Geld lockergemacht und inzwischen einen eigenen Gutachter beauftragt. Zudem rückten gestern an der Burbachquelle Bagger an. Mit deren Hilfe sollen weitere Indizien gesammelt und eine von zwei „Sofortmaßnahmen“ umgesetzt werden. Hallerbach: „Wir müssen endlich das verschmutzte Wasser aus dem System bekommen.“ Noch während der Arbeiten an einem Graben oberhalb des verschmutzten Quellschachtes, der jetzt nicht mehr mit dem Zentralschacht verbunden ist, stießen Experten vom Labor Hardt in 3,50 Meter Tiefe auf stinkende Brühe. Jetzt soll auch auf der anderen Straßenseite in Richtung Anlage gebaggert werden.

    Davon abgesehen, baggert schweres Gerät in Quellnähe eine etwa 40 bis 50 Kubikmeter große Mulde aus, die mit einer Folie ausgelegt wird. Darin soll sich das nach wie vor verschmutzte Wasser sammeln. Der Landwirt kann es dann nach oben an die Kreisstraße pumpen, wo ebenfalls gestern ein Stellplatz für den Güllebehälter geschaffen worden ist. Das belastete Wasser soll dann außerhalb des Einzugsbereichs der Quelle auf die Felder verteilt werden. Vorherige Abpumpversuche schlugen wegen des schwierigen Geländes fehl.

    Die zweite Sofortmaßnahme wird erst kommende Woche greifen. Die Rede ist von einer mobilen Kläranlage, die der Kreis für etwa 25 000 Euro aus Hamburg geordert hat. Da dieses Gerät einen zehn mal sieben Meter großen Stellplatz und einen regulären Stromanschluss braucht, kann sie nicht direkt an der Quelle stationiert werden. Jürgen Schneider und Rainer Jodes von der Kreisverwaltung gehen davon aus, dass die Kläranlage zumindest vor dem Thalhausener Weiher stehen wird. Der Kreis tritt kostenmäßig in Vorlage. Zu erstatten sind die Kosten übrigens vom Verursacher der Verschmutzung, der bislang noch nicht einwandfrei feststeht.

    Das bisherige Krisenmanagement bezeichnet Hallerbach angesichts der vergangenen Zeit und des „beträchtlichen Schadens an Umwelt und Natur sowie des immensen Imageschadens für Biovergärungsanlagen“ als schlecht. Für ihn steht außer Frage: „Das auffällige der drei Silos der Biogasanlage hätte längst geräumt werden müssen.“ Dabei ist klar: Das ist mit wirtschaftlichen Ausfällen für die Betreibergesellschaft verbunden.

    Wie die für die Genehmigung der Biogasanlage zuständige Abteilung der SGD Nord informiert, ist gestern ein Schreiben an die Betreiber rausgegangen, mit der Aufforderung, zur angestrengten Räumung des dritten Silos Stellung zu beziehen. Die Genehmigungsbehörde räumt dafür eine Frist bis zum 7. Dezember ein. Für Hallerbach ist das weiterer Zeitverlust: „Warum muss da noch Stellung bezogen werden, die Brühe läuft aus dem Dränagerohr unter dem Silo heraus. Wir haben das gerade erst mit eigenen Augen gesehen.“

    Die Betreiber stellen das in Abrede. „Derzeit gibt es keinen Anlass, die Silos zu räumen“, erklärt Süwag-Sprecher Helmut Brümmer. Es sei unstrittig, dass etwas aus der Anlage ausgetreten ist, die Silage sei aber längst abgetrocknet. „Von daher kann jetzt gar keine Flüssigkeit mehr austreten.“ Zudem habe das Unternehmen alle erdenklichen Stellen, wo der Silagesaft hätte austreten können, überprüft – ohne Befund. So sei auch eine Asphaltprüfung veranlasst worden. Deren Ergebnis liegt laut Brümmer aber noch nicht vor. Sollten sich Undichtigkeiten herausstellen, „dann ist völlig klar, dass nachgebessert werden muss“. Das Unternehmen frage sich vielmehr, warum die Schadstoffe in dieser Menge im Bach auftauchten, wo sie doch nur „geringfügig in der Dränage nachzuweisen waren“.

    Von Unserem Redakteur Ralf Grün

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