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Asbach

Sex mit Schülerin: Lehrer aus dem Kreis Neuwied landet mit der gleichen Masche bei jungen Mädchen

Die RZ dokumentiert kompletten Fall des suspendierten Pädagogen – Am Donnerstag Podiumsdikussion zu den Folgen des OLG-Beschlusses in Asbach

Asbach – Die RZ dokumentiert kompletten Fall des suspendierten Pädagogen – Am Donnerstag Podiumsdikussion zu den Folgen des OLG-Beschlusses in Asbach

Asbach. Der Fall von Dirk S. (Namen geändert), dem Lehrer aus dem Kreis Neuwied, der vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen freigesprochen wurde, obwohl er mit einer 14-Jährigen ein Verhältnis und mehrfach Geschlechtsverkehr hatte, begann nicht mit der Liaison zur Schülerin seiner Parallelklasse, die er als Klassenlehrer leitete. Die RZ zeigt anhand einer Zeitschiene, dass die Masche, die der Pädagoge anwendete, um bei Schülerinnen zu landen, nicht neu ist.
1999: Während seiner Praktikumszeit im Westerwaldkreis schrieb er mindestens einer Schülerin erst harmlose, später aufdringliche Briefe. Die Avancen und Einladungen zu einem Treffen mit Dirk S. lehnt das Mädchen ab.
Mai 2003: Eine 14 Jahre alte Schülerin einer Hauptschule im Kreis Neuwied zeigt den Lehramtsanwärter wegen eines sexuellen Übergriffs an. Ihr Vorwurf: Während einer Unterhaltung im Wagen des Referendars öffnet dieser seine Hose und fordert sie auf, sein Geschlecht anzufassen. Anschließend streicht er ihr über die Hose und fasst sie in den Schritt. Die Staatsanwaltschaft Koblenz stellt das Verfahren ein, weil der Lehrer ein Alibi vorweisen kann.
Anfang 2005 bis Februar 2006: Dirk S. ist Lehrer für katholische Religion, Englisch und Geschichte im nördlichen Kreis Neuwied und versucht bei Jennifer, einer Schülerin, die er als Fachlehrer unterrichtet, zu landen. Sie schreiben sich E-Mails und chatten im Internet miteinander. Bei einem Treffen im Klassenzimmer bedrängt er sie: Er habe sie an sich gedrückt und sei ihr mit der Hand unter ihren Pullover gefahren. Aus Scham und Angst vor schlechten Noten behielt sie diesen Vorfall zuerst für sich.
Januar 2006: Auf einer Musicalfahrt nach Hamburg entsteht der erste Kontakt zu Lena, Jennifers jüngerer Schwester. Während der Bustour plaudern sie miteinander, bei einer Handvoll Vertretungsstunden und eines von S. organisierten Tanzkurses sehen sie sich.
Januar 2007: Am ersten Tag nach den Weihnachtsferien kommt es zum ersten Treffen in einem Klassenraum der Schule. Fast fünf Monate dauert ihre heimliche Beziehung. Sie haben Sex in Klassenräumen, im Putzmittelraum der Schule, im neu gebauten Haus des Lehrers und einem Motel.
Pfingstwochenende 2007: Eine Liebes-SMS des Lehrers auf Lenas Handy lässt die Affäre auffliegen. Lenas Eltern zeigen Dirk S. an.
Dezember 2007: Die Staatsanwaltschaft stellt das Ermittlungsverfahren gegen Zahlung einer Geldstrafe – wegen der Zusendung eines Penis-Fotos per E-Mail – ein.
Vom 8. Januar bis 15. April 2009 ist Dirk S. an einer Hauptschule im Westerwaldkreis beschäftigt. Die „Verbreitung pornografischer Schriften“ reiche nach Meinung der Schulbehörde nicht aus, den Pädagogen weiter zu suspendieren. Erst nach Protesten der Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen muss er gehen. Die Staatsanwaltschaft nimmt ihre Ermittlungen wieder auf.
27. Januar 2011: Wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen in 22 Fällen verurteilt das Amtsgericht Neuwied den Lehrer zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und setzen die Strafe zur Bewährung aus. Die Verteidigung legt Berufung ein.
27. Juni 2011: Die 5. kleine Strafkammer des Landgerichts Koblenz bestätigt das Urteil. Die Verteidiger legen Revision am Oberlandesgericht (OLG) Koblenz ein.
29. Dezember 2011: Das OLG hebt das Urteil vom Siebenschläfertag auf und spricht Dirk S. somit frei. Die OLG-Richter erkannten aber offenbar selbst die Schwächen des Gesetzes – und ihres eigenen Beschlusses: Sie erinnern daran, geprüft werden möge, wie der Schutz von Kindern und Jugendlichen in derartigen Konstellationen verbessert werden kann.
Dezember 2011: Der Lehrer hatte den Vater von Lena und Jennifer vor Gericht gezerrt. Er sei schuld daran, dass ihm ein Engagement als nebenberuflicher DJ durch die Lappen ging. Der Fall endet vor dem Linzer Amtsgericht mit einem Vergleich: Der suspendierte Pädagoge erhält aber keinen Schadensersatz und muss die Kosten des Verfahrens tragen. Der Beschluss des Richters erging aber erst im Januar 2012.
Januar 2012: Die Staatsanwaltschaft nimmt die Ermittlungen wieder auf und vernimmt erneut Lenas ältere Schwester.

Von unserem Redakteur Mario Quadt

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