40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Neuwied/Linz
  • » Platz drei: Kreis liegt bei Steuereinnahmen weit vorn
  • Aus unserem Archiv

    Kreis NeuwiedPlatz drei: Kreis liegt bei Steuereinnahmen weit vorn

    Die Steuern sprudeln reichlich im Land. Und der Kreis Neuwied ist bei den Profiteuren ganz vorn mit dabei. Von 2015 auf 2016 gibt es beim Steueraufkommen ein sattes Plus von 10,9 Prozent zu verzeichnen. Damit rangiert der Kreis in Sachen Zuwachsrate hinter dem Donnerbergskreis (plus 12,5 Prozent) und Bitburg-Prüm (plus 12,1 Prozent) an dritter Stelle unter allen 24 Landkreisen. Der Landesschnitt bei den Kreisen lag bei plus 2,8 Prozent.

    Die Wirtgen Gruppe in Windhagen war in der Vergangenheit stets einer der größten Gewerbesteuerzahler im Kreis Neuwied.  Foto: Wirtgen Group
    Die Wirtgen Gruppe in Windhagen war in der Vergangenheit stets einer der größten Gewerbesteuerzahler im Kreis Neuwied.
    Foto: Wirtgen Group

    Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems stiegen die kommunalen Steuereinnahmen an Rhein und Wied von gut 169 Millionen Euro auf fast 188 Millionen Euro. Die Nachbarkreise können da nicht mithalten: Der Westerwaldkreis kommt mit einem Zuwachs von 7,1 Prozent noch ehesten an den Neuwieder Wert heran. Der Kreis Ahrweiler fällt mit plus 0,6 Prozent schon deutlich ab. Der Kreis Altenkirchen nahm weniger als 2015 ein (minus 0,4 Prozent). Abgeschlagen auf dem letzten Platz rangiert sogar der Kreis Mayen-Koblenz mit minus 4,1 Prozent. In der Region liegt einzig die Stadt Koblenz mit plus 25,2 Prozent vor dem Kreis Neuwied. Beim Steueraufkommen pro Kopf landet Neuwied (1041 Euro) an vierter Stelle. Der Landkreisschnitt liegt bei 920 Euro.

    Für Landrat Rainer Kaul ist die positive Tendenz bei den Steuereinnahmen zwar ein erfreulicher Umstand, aber nur eine Momentaufnahme: „Einerseits zeigt die Zahl, dass die Wirtschaft im Kreis Neuwied gut aufgestellt ist und sich das Thema Arbeitsplätze gut entwickelt hat.“ Für Kaul sprechen da zwei Zahlen für sich: So sei sich die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs binnen vier Jahren von 55.300 auf 58.400 angewachsen. Letzteres wirke sich positiv auf die Einkommensteuer aus, die für die Kommunen weitaus verlässlicher und für viele sogar die Haupteinnahmequelle ist.

    Andererseits sei das gute Steuerergebnis kein Grund für Übermut. Schließlich wüssten die Finanzexperten gerade mit Blick auf die Gewerbesteuer: „Wer in einem Jahr Mordszugewinne macht, der kann ein Jahr später schon wieder auf dem Sprung nach unten sein“, sagt Kaul. Von einer verlässlichen Einnahmequelle für die Kommunen könne deshalb nach wie vor nicht die Rede sein.

    Exemplarisch verweist er auf das Jahr 2015, in dem die Kommunen im Kreis einen Einbruch bei der Gewerbesteuer zu verkraften hatten. In den beiden Folgejahren schnellten die Einnahmen dann wieder „phänomenal nach oben“, so Kaul. Viel hänge dabei von der unternehmerischen Situation ab: „Investieren steuerstarke Unternehmen und werden Betriebe dazugekauft, gehen sofort die Erträge und damit die Gewerbesteuer runter“, erklärt der Landrat.

    Dessen Amtskollege in Mayen-Koblenz weiß davon ein Lied zu singen. Landrat Alexander Saftig wies bereits im Herbst den dortigen Kreistag auf den Einbruch bei der Gewerbesteuer hin, da zwei große Unternehmen „Umstrukturierungen“ vorgenommen hätten.

    Derlei Entwicklungen bekommen vor allem steuerstarke Kommunen wie Windhagen zu spüren. Ein Blick in den Kreishaushalt zeigt: Beim Einbruch vor zwei Jahren nahm Windhagen 3,8 Millionen Euro an Gewerbesteuer ein, zwei Jahre später sind es 17,5 Millionen. Kaul: „Wie das nach dem Verkauf an die Firma Deer weitergeht, vermag ich nicht zu sagen.“

    Glaubt man den Experten vom Arbeitskreis Steuerschätzung in Berlin, bleibt der positive Trend bei der Gewerbesteuer für Rheinland-Pfalz erhalten. Für 2018 ist ein Zuwachs von 2,8 Prozent prognostiziert, für 2020 sogar von 14,3 Prozent. Aus Sicht von Kaul wäre es für den Kreis wichtig, „wenn wir das Steueraufkommen auch über höhere Schlüsselzuweisungen vom Land zu spüren bekämen, Stichwort Haushaltsausgleich“.

    Von unserem Redakteur Ralf Grün

    Neuwied Linz
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter Neuwied
    Mittwoch

    9°C - 17°C
    Donnerstag

    9°C - 20°C
    Freitag

    10°C - 20°C
    Samstag

    11°C - 20°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach