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Neuwied

Neue Energie für die Innenstadt

Ulf Steffenfauseweh

Es ist fast so, als hätten sie es im Rathaus perfekt getimt: Gut ein Jahr war die Stelle der Citymanagerin vakant, jetzt hat die Neue die Arbeit aufgenommen und – schwupps – ist das größte Problem weg: „Die Nachricht, dass Sinn kommt, ist natürlich sehr gut für die Stadt und meinen Start“, freut sich Julia Wiederstein, die in Koblenz geboren ist, dort studiert hat und lebt und dabei immer auch die Nachbarstadt im Blick hatte. „Neuwied war bei uns immer ein Thema. Wir sind immer mal hingefahren, ob in den Zoo oder zum Einkaufen. Ich sehe die Stadt nicht auf dem absteigenden Ast“, hält sie im Gespräch mit der RZ fest und ist sicher: „Es gibt in der City Potenzial. Herausforderungen muss man sich stellen.

Foto: ulf

Ein wirkliches Urteil möchte sich die neue Citymanagerin nach wenigen Tagen im Job allerdings noch nicht erlauben. Aufgefallen ist ihr, dass „ein guter Weg eingeleitet“ ist. Dabei verweist sie auf das Netzwerk Innenstadt, die Zusammenarbeit mit dem Aktionsforum und das Baustellenmarketing. „Eine so aktive Bürgerbeteiligung geschieht in Koblenz nicht“, hat sie beobachtet. Aber darüber hinaus sei sie noch in der Einarbeitung, in der „Informationsphase“. „Ich muss die Lage sondieren und genau schauen, was gewünscht wird.“

Die Begrüßung in Neuwied sei jedenfalls schon einmal gut gewesen. In den bisherigen Gesprächen habe sie „durchweg das Gefühl gehabt“, positiv aufgenommen zu werden. Dass sie erst 25 Jahre alt und Berufsanfängerin ist, „gibt vielleicht den ein oder anderen kritischen Blick“, glaubt sie. Aber das muss man auch als Chance ansehen“, hält sie dagegen.

Dass Wiederstein eine gute Wahl ist, findet auch Oberbürgermeister Jan Einig (CDU), wenngleich er in diesem Fall nicht selbst die Vorstellungsgespräche mit den durchaus zahlreichen Bewerbern geführt hat, sondern Stadtmarketings-Chefin Petra Neuendorf und Aktionsforums-Sprecher Franz Becher verantwortlich zeichneten. „Regionaler Hintergrund und Werdegang, vor allem aber ihr gesamtes Auftreten waren entscheidend“, weiß der Verwaltungschef trotzdem. „Sie bringt eine schnelle Auffassungsgabe und die entsprechende Fachkompetenz mit“, ist er darüber hinaus sicher und verweist auf das Kulturwissenschafts-Studium sowie diverse Praktika, unter anderem im Veranstaltungsbereich.

Doch was soll sie tun? Sich schnell ein Gesamtbild schaffen, bekannt werden, bei Projekten wie dem „Netzwerk Innenstadt“ die Federführung übernehmen und, so erwartet Einig, „auch ein stückweit Eigeninitiative zeigen“. Genau das will Wiederstein. „Die Möglichkeit, aktiv mitzugestalten und etwas zu verändern, gefällt mir an der Stelle besonders“, sagt sie und teilt mit, dass sie sich – durchaus selbstbewusst – als „Macher-Typ“ sieht.

Inhaltlich bleibt dabei die Aufgabestellung grundsätzlich die gleiche wie bei Jochen Tautges und Silke Steuer: Die Innenstadt nach vorn bringen und „Bindeglied“ sein zwischen Verwaltung und Einzelhändlern. Sie sitzt dafür allerdings anders als ihre beiden Vorgänger im Rathaus, hat ein festes Büro und – als städtische Angestellte – auch Zugriff auf alle Daten. Dass sie eben das nicht konnte, soll Steuer doch Probleme beschert hat, war öfter zu hören.

OB Einig hingegen betont andere Vorzüge der Neuregelung stärker: So weist er als erstes auch die Möglichkeiten einer Vertretungsregelungen hin. „Bisher war im Urlaub das Büro einfach leer. Jetzt wird zumindest mal jemand abheben, wenn das Telefon klingelt“, sagt er. Außerdem erleichtere die räumliche Nähe von Wiederstein zu den Kollegen von Stadtmarketing und Bauamt sowie zu Wirtschaftsförderer Jürgen Müller den Erfahrungsaustausch. „Früher gab es da nur lose Termine. Das wird jetzt besser“, sagt er.

Um das zu erreichen, hat sich die Stadt auch entschieden, die 15 Prozent des Gehalts, die bislang das Aktionsforum als offizieller Arbeitgeber bezahlt hat, zu übernehmen. Damit wird die Citymanagerin nun komplett aus öffentlichen Mitteln finanziert. Der ganz überwiegende Teil kommt allerdings als Zuschuss über das Bund-Länder-Programm „Aktive Stadtzentren“.

Julia Wiederstein ist für Themen rund um die Innenstadt ansprechbar. Tel. 02631/802-614, E-Mail: jwiederstein@stadt-neuwied.de

Von unserem Redakteur Ulf Steffenfauseweh

nn citymanagerin buz

Julia Wiederstein will die Neuwieder Innenstadt beleben. Die neue Citymanagerin kommt aus Koblenz und hat Kulturwissenschaften studiert.

Foto: Ulf Steffenfauseweh
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