40.000
Aus unserem Archiv
Mittelrhein

Mittelrhein-Weinkönigin: Rhöndorferin greift nach deutscher Krone

Sabine Nitsch

Jessica Gottsauner will nach der Krone greifen. Die amtierende Mittelrhein-Weinkönigin aus dem Bad Honnefer Stadtteil Rhöndorf möchte jetzt ganz nach oben und stellt sich Ende September zur Wahl der 70. Deutschen Weinkönigin. Sie ist ohnehin die erste Mittelrheinweinkönigin, die aus Nordrhein-Westfalen stammt und damit aus dem nördlichsten Teil des Weinbaugebiets. Sollte es ihr tatsächlich jetzt noch gelingen, auch die Krone der Deutschen Weinkönigin an den Mittelrhein nach Rhöndorf zu holen, wäre die Sensation perfekt.

Jessica Gottsauner aus Rhöndorf ist die erste Mittelrhein-Weinkönigin aus Nordrhein-Westfalen. Jetzt will sie auch Deutsche Weinkönigin werden.
Jessica Gottsauner aus Rhöndorf ist die erste Mittelrhein-Weinkönigin aus Nordrhein-Westfalen. Jetzt will sie auch Deutsche Weinkönigin werden.
Foto: Sabine Nitsch

„Weinköniginnen aus allen 13 Weinbaugebieten in Deutschland bewerben sich beim Vorentscheid um den Einzug ins Finale. Sechs kommen weiter. Wenn ich unter die letzten sechs käme, wäre das schon wunderbar“, sagt die 23- Jährige, die momentan in Koblenz Grundschullehramt studiert. „Die Konkurrenz ist wirklich groß. Die meisten meiner Mitbewerberinnen stammen aus Winzerfamilien oder studieren sogar Weinbau und Oenologie“, erzählt sie. Davon lässt sie sich jedoch nicht einschüchtern. Kompetente Unterstützung für ihr Vorhaben erhält sie von den Winzern Oliver Krupp aus Bruchhausen und Felix Pieper aus Königswinter. Auch ihre Weinprinzessinnen stehen ihr mit Rat und Tat zur Seite – und die ehemalige Mittelrhein-Weinkönigin Gabi Schäfer, geborene Emmerich, aus Leutesdorf. Auch von den Winzern dort wird die junge Frau unterstützt. „Mit der ehemaligen Mittelrhein-Weinkönigin Sarah Hulten war ich auch schon im Weinberg. Es gibt wirklich wahnsinnig viel zu lernen. Aber es ist auch unglaublich interessant. Ich möchte jetzt an mein Lehramtsstudium noch ein Weinwirtschaftsstudium anschließen“, sagt sie.

Sie muss, um Deutsche Weinkönigin zu werden, ein breites Weinwissen draufhaben: angefangen bei fundierten Kenntnissen über Rebsorten über die Bedeutung des Terroirs und die damit zusammenhängenden geologischen Fragen bis hin zur Kirschessigfliege und anderen Schädlingen. Ihr Fachwissen sollte auch das Weinmarketing umfassen und den Bereich Tourismus.

Darüber hinaus muss sie auch noch eine gute Figur machen. Charmant und wortgewandt Wein zu präsentieren, das ist eine der wichtigsten Aufgaben der Deutschen Weinkönigin. „Wir haben ein Vorbereitungsseminar des Deutschen Weininstituts (DWI). Wir haben Kamera- und Rhetoriktraining, aber auch Stilberatung und ein Fotoshooting“, berichtet sie und gesteht, dass sie bereits jetzt ein bisschen nervös ist. Zum dreitägigen Workshop gehört auch ein Crashkurs in „English for Winequeens“. Denn schließlich sollen die Kandidatinnen als Deutsche Weinkönigin oder -prinzessin auch auf internationalem Parkett den Deutschen Wein souverän repräsentieren.

Bevor Jessica Gottsauner Mittrhein-Weinkönigin wurde, war sie zwei Jahre lang Weinkönigin in Rhöndorf. Aber wie wird ein Mädchen aus Bad Honnef, das nicht aus einer Winzerfamilie stammt, überhaupt Weinkönigin? „Meine Eltern sind Mitglied im Winzercorps Rhöndorf und haben sich auch dadurch kennengelernt. Ich bin also sozusagen ein Kind des Vereins. Es stand schon an der Wiege fest: ,Sie wird mal Weinkönigin'“, berichtet die Rhöndorferin lachend. Als sie mit 18 Jahren dann gefragt wurde, ob sie die Regentschaft übernehmen wolle, habe sie nur zu gern angenommen. „Es macht mir Spaß zu repräsentieren, für den Wein zu werben und immer neue interessant Menschen kennenzulernen. Aber auch das gute Miteinander aller Weinköniginnen und Weinprinzessinnen ist wirklich schön. Man unterstützt sich gegenseitig“, begründet sie damit auch ihre Motivation auch Deutsche Weinkönigin werden zu wollen. „Ich hoffe natürlich auf den Sieg, damit der Fokus der Öffentlichkeit verstärkt auf unser Weinanbaugebiet gelenkt wird. Der Mittelrhein ist schließlich besonders. Es ist das zweitkleinste Gebiet, wir haben prozentual gesehen die meisten Steilhänge und hervorragende Weine“, sagt sie.

Nicht nur die Rhöndorfer halten Jessica Gottsauner ganz fest die Daumen. Der ganze Mittrhein hofft auf ihren Sieg. „Viele Rhöndorfer und Unterstützer aus der Region kommen zum Vorentscheid am 22. September nach Neustadt an die Weinstraße“, erzählt sie. Sollte sie unter die letzten sechs kommen, die dann am 28. September um die Krone kämpfen, werden sich wohl mehrere Busse voll mit Unterstützern vom Mitterhein in Richtung Weinstraße aufmachen.

Von unserer Reporterin Sabine Nitsch

Neuwied Linz
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Online regional
Nina Borowski

Nina Borowski

Regio-CvD Online

 

Mail

Anzeige
epaper-startseite
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach