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    Leutesdorfer Krippenbauer: "Jeder Blick soll etwas Neues offenbaren"

    Wolfgang Ambos fertigt in seinem Schuppen hinter dem Haus hobbymäßig Krippen mit jeder Menge Liebe zum Detail. Am Wochenende vom 3. bis 4. Dezember stellt er seine Krippen im Bürgerhaus aus.

     

    Wolfgang Ambos fertigt in seiner Leutesdorfer Werkstatt detailreiche Weihnachtskrippen aus Naturmaterialien.  Fotos: Christina Nover
    Wolfgang Ambos fertigt in seiner Leutesdorfer Werkstatt detailreiche Weihnachtskrippen aus Naturmaterialien. Fotos: Christina Nover
    Foto: Christina Nover

    Schwach leuchtet es unter der Tür zu Wolfgang Ambos' Schuppen hindurch, aus dem leise Radioklänge und gedämpftes Rumpeln ertönt. Annette Ambos öffnet die Tür und verkündet: "Zeit für's Abendessen!" Wolfgang Ambos blickt von der Wurzelkrippe auf, die vor ihm auf der Werkbank steht und an der er die vergangenen Stunden gearbeitet hat. "Meine Frau schimpft immer, wenn ich den ganzen Tag in der Werkstatt stehe", sagt Ambos und lächelt.

    In einer Ecke steht ein Ofen, der rot glühend Wärme abstrahlt. Der Schuppen ist voll gestopft mit Werkzeugen und Arbeitsmaterialien - vor, hinter, neben Ambos. "Es ist klein hier, aber ich habe alles griffbereit", sagt der 62-Jährige und man hört Ambos auch nach 26 Jahren noch an, dass er ursprünglich aus Bayern kommt. Kurz nachdem er nach Leutesdorf zog, hat er angefangen, aus natürlichen Materialien Krippen zu bauen. Ställe aus Holz und Mauerwerk, Wurzelhöhlen, Moos, das er selbst im Wald gesammelt hat. "Der Trick ist, das Moos blitzartig zu trocknen, damit es seine Farbe behält", verrät er.

    Krippen stehen in halb Deutschland

    Seine Krippen sind mittlerweile weit über Leutesdorf hinaus bekannt - sie stehen in Bendorf, Heidelberg und Essen. Er verkauft sie für einen Preis, der nur wenig über seinen Ausgaben liegt. Seine Arbeitszeit nicht eingerechnet. An manchen sitzt er eine Woche, an anderen bis zu einem Monat. "Es ist ein Hobby. Im Sommer fahre ich Motorrad, in der Winterzeit baue ich Krippen. Bevor ich den ganzen Tag vor der Glotze sitze, mache ich lieber sowas", meint der Frührentner, den ein schwerer Arbeitsunfall aus dem Beruf gekegelt hat. Ursprünglich hat er in Bad Tölz in einem Holzverarbeitungsbetrieb gearbeitet. Schon damals werkelte er mit einem Freund im Keller mit Holz, schreinerte und bastelte.

    Foto: Christina Nover

    Bei seinen Krippen macht er bis auf die Figuren auch fast alles selbst - kleine Besen, Sensen und Sägen, Rechen und Holzeimer. Details sind ihm wichtig: "Jedes Mal, wenn man in die Krippe reinguckt, dann muss der Betrachter was Neues sehen. Das ist, was eine Krippe ausmacht. Sie muss leben", fasst Ambos zusammen. Hier ein Eichhörnchen im Wurzelwerk, dort ein Kaninchen im Moos und wer genau hinschaut, der sieht auch noch das kleine Schaf, das sich im Heu duckt.

    Winterzeit ist Krippenbauzeit

    Mit kleinen Lämpchen setzt er die Krippen in Szene, erst so entfalten sie ihre ganze Schönheit. 15 Krippen hat er in diesem Winter schon gebaut. Von Oktober bis März sitzt er in seinem Schuppen und fertigt Krippen und andere Weihnachtsdekoration, wie seine "Zwoggel", Zwergengesichter aus Holz in Groß und Klein. "Im Sommer kann ich keine Krippen bauen - da fehlt einfach was", erzählt Ambos. Mit viel handwerklichem Geschick fertigt er Ställe mit Treppenaufgängen, Heuspeicher samt Heuballen und beweglichen Teilen. Türen lassen sich öffnen und Eimer über eine Seiltrommel in Brunnen hinablassen.

    Bis auf die Figuren macht Ambos fast jedes Utensil selbst.
    Bis auf die Figuren macht Ambos fast jedes Utensil selbst.
    Foto: Christina Nover

    Bevor Ambos jedoch irgendein Teil oder eine der Krippenfiguren festklebt, ist seine Frau gefragt. "Sie ist immer die erste Kundin", sagt er zu ihrer Abnahme. Ein paar prüfende Blicke, hier und da ein Vorschlag, aber im Großen und Ganzen ist Annette Ambos zufrieden mit dem Werk ihres Mannes: "Mir gefällt alles, was er macht", meint sie lächelnd. Dann nimmt sie ihn mit zum Abendessen.

    Von unserer Redakteurin Christina Nover

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