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Neuwied

In Neuwied keimt Hoffnung auf: Immobilienmakler sehen Sinn als Zugpferd

Christina Nover

3500 Quadratmeter ungenutzte Ladenfläche mitten in Neuwied – das war das Resultat des Abschieds von Moses im vergangenen Jahr. Doch nach rund sechs Monaten Leerstand kann der Besitzer der Immobilie einen neuen Mieter präsentieren. Die Sinn-Gruppe konnte für das ehemalige Leininger-Gebäude in der Mittelstraße begeistert werden und will im kommenden Jahr – nach umfassenden Renovierungsarbeiten – einziehen. Dieser Coup sorgt nicht nur bei Politikern und Geschäftsleuten für freudestrahlende Gesichter, auch heimische Immobilienmakler atmen auf.

Noch steht eine Reihe von Ladenlokalen leer. Immobilienmakler aber hoffen, dass sich das ändert.  Foto: Nover
Noch steht eine Reihe von Ladenlokalen leer. Immobilienmakler aber hoffen, dass sich das ändert.
Foto: Nover

„Sinn ist ein Gewinn. Allen Beteiligten, die das möglich gemacht haben, ist zu danken“, sagt beispielsweise Dieter Kochhäuser. Er ist sicher, dass das Modehaus die Innenstadt nicht nur beleben wird, sondern auch die Chancen erhöht, für andere leer stehende Läden Nachmieter zu finden. Auch wenn die Eröffnung von Sinn erst für das kommende Jahr geplant ist, die Makler können die gute Nachricht schon jetzt für ihre Arbeit nutzen, wie Eva Seeber von Seeber Immobilien betont: „Ich werde das auf jeden Fall mit in die Werbung aufnehmen und in jedem Gespräch erwähnen.“ Und auch im Hinblick auf Läden, die momentan noch Mieter haben, ist die Ankündigung ein Segen. Denn: Manche Mietverträge stehen auf der Kippe, wurden mitunter nicht mehr verlängert: „Einige Geschäftsleute haben angesichts des Leerstands gesagt: ,Wenn da nichts mehr reinkommt, dann suchen wir uns einen neuen Standort.' Ich hoffe, dass da jetzt ein Umdenken stattfindet.“

Ist die Innenstadt also gerade noch dem Einkaufstod von der Schippe gesprungen? Immobilienbesitzer Thomas Borkowsky, der die Mittelstraße wie seine Westentasche kennt, will sich der allgemeinen Euphorie nicht so ganz anschließen. Zum einen weil er dem Unternehmen Sinn, das gerade erst aus der Insolvenz kommt, skeptisch gegenübersteht, zum anderen weil er die Probleme im Hinterkopf hat, mit denen Textilkaufhäuser in ganz Deutschland zu kämpfen haben. Zumindest aber gefallen Borkowsky die Pläne, die Sinn für das Haus hat: „Es hört sich so an, als würde man die Problematik angehen. Einen Versuch ist es jedenfalls wert.“ Er findet vor allem gut, dass sich die neuen Mieter sich Zeit lassen und nicht überstürzt einziehen.

Wie die Geschäftsleitung von Sinn durchblicken lässt, fiel die Entscheidung für Neuwied vor allem auch dank des Entgegenkommens des Gebäudebesitzers. In der Pressemitteilung heißt es: „Der Eigentümer der Immobilie in Neuwied unterstützt den Start von ‚Das macht Sinn‘ mit erheblichen Investitionen in die Immobilie und erweist somit auch der Stadt Neuwied einen großen Dienst.“ Bei den Verhandlungen wird sicher auch die Miete eine entscheidende Rolle gespielt haben. War diese doch auch Knackpunkt für die Moses-Betreiber. Thomas Borkowsky meint: „Ich denke mal, dass der Hausbesitzer vernünftig geworden ist, und jetzt eine Miete nimmt, die angemessen ist.“

Er selbst ist mit dem Preis für seine Ladenfläche in der unteren Mittelstraße mittlerweile so weit runtergegangen, dass sie „einer besseren Büromiete“ gleicht. Trotzdem hat sich in einem Jahr kein Nachmieter für das Babaloo gegenüber dem Einkaufshaus Woolworth gefunden. „Vor zehn Jahren noch hat man nach einer Woche zehn Interessenten gehabt, davon waren zwei bis drei interessant, und an einen hat man dann vermietet.“ Diese Zeiten sind vorbei. Statt Auswahl heißt es für Immobilienbesitzer vielmehr: anpacken. Ohne Investitionen und Entgegenkommen geht in der Mittelstraße nichts mehr – das zeigt das Beispiel Sinn ganz deutlich.

Von unserer Redakteurin Christina Nover

Neuwied Linz
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