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Linz

Frauenpower in der Bunten Stadt: Yvonne I. hat nun die Pritsch in der Hand

Die Emanzipation ist auch in der Narretei angekommen. Zum ersten Mal in der der 83-jährigen Geschichte der großen Linzer KG, regiert mit Yvonne I., eine Frau, die Linzer Narren. Allerdings hat sich die neue Regentin ihre jecken Sporen auch bereits verdient.

Yvonne I. eroberte die Bühne im Hotel Weinstock. Sie regiert die Linzer Jecken in dieser Session.  Foto: Sabine Nitsch
Yvonne I. eroberte die Bühne im Hotel Weinstock. Sie regiert die Linzer Jecken in dieser Session.
Foto: Sabine Nitsch

Seit 2014 ist Yvonne I. aus dem Hause Adams-van Beek Präsidentin der Großen KG. Der Job ist damit in dieser Session vakant. Die Frauenquote wurde auch beim Präsidentinnen-Ersatz gewahrt. Heike Paffhausen moderierte die Proklamation der Tollität im Hotel Weinstock und wird das auch bei der Prunksitzung am 20. Januar tun.

Die Linzer sind begeistert von der Umwälzung. Jubelnd empfingen sie ihre neue Regentin, die sich, Bützcher verteilend und Strüßcher schmeißend, einen Weg zur Bühne bahnte. Dort passierte dann das, was die Narren in der Bunten Stadt nicht für möglich gehalten hatten. Die sonst als besonders redefreudig bekannte Prinzessin war sprachlos. Die sichtlich gerührte und total überwältigte Regentin war emotional total aus dem Konzept geraten, sodass sie kaum reden konnte. Aber sie erkannte sofort die Vorteile des Prinzessinnen-Daseins, als ihr jemand die etwas beschlagene Brille abnahm. „Is dat schön. Jetzt krieg sogar die Brill geputzt“, jubelte sie begeistert. Ihre partielle Sprachlosigkeit war kein Problem.

Die Linzer waren hingerissen von der ersten weiblichen Führungskraft am närrischen Firmament und huldigten ihr mit stehendem Applaus. Interimspräsidentin Heike Paffhausen fragte zwischendurch immer wieder: „Jeht et widder?“ Die Prinzessin winkte immer noch fassungslos ab. „Ich brauch' noch wat. Ich bin noch nicht im Redemodus“, gestand sie lachend, und der noch amtierende Prinz Paul III., der die Insignien der Macht noch bei sich trug, übernahm das Reden, bis sich die royalen Nerven halbwegs beruhigt hatten. Bevor die Narretei fest in weibliche Hand überging, wurde Paul III. vun de Fanfare und seine Adjutanten Johannes Euskirchen und Michael Degen erst einmal in den närrischen Ruhestand verabschiedet. Ein Kissen, auf dem in goldenen Lettern sein Sessionsmotto prangt, wurde Paul mit auf den Weg gegeben, damit er sein müdes Haupt stilvoll betten und sich von den Strapazen seiner Regentschaft erholen kann.

„Time to say goodbye“ sagte der Prinz, der geradezu polyglott auf Englisch, bestem Ripuarisch und versuchtem Hochdeutsch die Prinzessin ins Amt reimte. Seine Schwester Christa Steege, ausgebildete Sängerin, begeisterte mit der musikalischen Version von „Time to say Goodbye“, bevor Yvonne I. die Pritsch erhielt, die aus der Bürgerlichen endgültig eine Prinzessin machte. „Ich hab se. Ich habe hab se“, jubelte die neue Regentin und tanzte über die Bühne. Das Tableau überreichte Weinkönigin Maike I. an die Adjutanten Thilo Henze und Oliver Brockhaus.

Die Prinzessin war immer noch ungewohnt schweigsam. Sie hatte sogar vergessen, ihr Volk mit dreimal Linz Alaaf auf die Session einzuschwören. Das übernahm für sie Ex-Prinz Paul. Die Prinzessin griff schließlich zum Mikro und präsentierte mit den Adjutanten ihr Sessionslied, in dem sie dem Volk versprach: „Mir fiere Karneval und sind raderdoll.“ Es folgte das obligatorische Verteilen des närrischen Edelmetalls, auch an „mein Altargeschenk“, wie Yvonne ihren Ehemann Boris bezeichnete.

Die Jecken hatten mehrere Überraschungen für die Prinzessin vorbereitet. Nele und Tjasse-Elias, die Regentinnen-Kinder, überraschten mit einem Tanz ebenso wie die Linzer Möhnen, die als „Prinzessin Pummelchen“ auftraten. Natürlich machte auch ihr Heimatcorps Blau-Wiess der Tollität seine Aufwartung, bis zu später Stunde die Proklamation mit dem Einmarsch der Frauen von Blau-Wiess, die ebenfalls einen Tanz einstudiert hatten, ein schwungvolles Ende fand.

Von unserer Reporterin Sabine Nitsch

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