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Linz

Aktion in Linz: Lichtermarsch macht auf Syrien-Krieg aufmerksam

Jamil Drehjou ist mit seiner Familie in Sicherheit. Ende 2014 flüchtete er aus dem syrischen Aleppo zunächst in die Türkei. „Wir sind Kurden aus dem Norden von Syrien. In der Türkei fühlten wir uns aber auch nicht sicher“, erinnert er sich. Also entschloss er sich, mit seiner Frau und seinen jetzt fünf- und siebenjährigen Kindern in Deutschland Zuflucht zu suchen. Seit Ende 2015 lebt er in Linz und arbeitet als Übersetzer in der Fortbildungsakademie Neuwied. „Ich war vor 13 Jahren schon mal in Deutschland. In Rheinland-Pfalz. Ich wollte Französisch studieren. Weil ich aber nicht anerkannt war, wurde daraus nichts, und ich ging zurück zu meiner Familie nach Syrien“, berichtet er.

Jamil Drehjou berichtet nach dem Friedensmarsch in Linz über die momentane Lage in Afrin.  Foto: Sabine Nitsch
Jamil Drehjou berichtet nach dem Friedensmarsch in Linz über die momentane Lage in Afrin.
Foto: Sabine Nitsch

Er studierte in seiner Heimat und wurde Lehrer. „Morgens habe ich in einer Schule gearbeitet und nachmittags Lebensmittel ausgeliefert“, erzählt der 36-Jährige von seinem Leben in Aleppo, das sich durch den Krieg komplett verändert hat. „Meine ganze Familie, Eltern und Geschwister sind auch in Deutschland. In Leipzig“, erzählt er. Aber die Angehörigen seiner Frau leben noch in Afrin, das zum Gouvernement Aleppo im Nordwesten von Syrien gehört. Die Stadt wird mehrheitlich von Kurden bewohnt. „Seit einem Monat machen wir uns richtig Sorgen wegen dem, was wir von dort hören“, sagt er. Die Kämpfe und das Bombardement kämen näher. „Es ist so schlimm. Auch Kinder sind betroffen“, empört er sich.

„Verschiedene Interessengruppen kämpfen in Syrien. Aber das Volk zahlt die Rechnung, egal, ob sie Christen oder Muslime sind“, sagt er. Auch in Deutschland fühlt er sich zunehmen nicht mehr sicher. Denn der Konflikt aus der Heimat, bei dem eine Ursache die Interessenkollision vieler Akteure sei, begegne ihm auch hier. „Auch hier werden Kurden angegriffen“, meint Drehjou. Auch hier treffe er auf Türken, Araber und andere Konfliktbeteiligte.

Sieht er Hoffnung für die Befriedung seiner Heimat? „Die Politik hat es in der Hand. Das heißt, wenn alle Interessengruppen, ob Russland, die USA, Türkei, Iran, Rebellen und alle anderen endlich sich endlich einigen oder zurückziehen“, meint er. Aber auch wenn das Land befriedet sein sollte, wollen er und seine Familie weiterhin in Deutschland bleiben. „Wir sind fertig mit dem Land. Das Land hat seinen Charakter und seine Menschlichkeit verloren“, sagt er über Syrien.

Zusammen mit dem Ökumeneausschuss Linz, dem die Evangelische Freikirchliche Gemeinde, die Evangelische Trinitatis-Kirchengemeinde und die Katholische Pfarreiengemeinschaft angehören, will er auf die die momentanen Zustände in Syrien aufmerksam. „Wir verbinden das diesjährige Motto der Fastenaktion „Zeig dich! Sieben Wochen ohne Kneifen“ mit einem Friedensmarsch mit Lichtern durch Linz. Anschließend wird Jamil Drehjou aus Afrin berichten und auch Bilder von der aktuellen Lage zeigen“, kündigt Hans-Ulrich Reh, Vorsitzender des Ausschusses, an. „Wir wollen gemeinsam mit syrischen Familien beten“, sagt Herta Brinkmann. „Man steht ja so hilflos dem Ganzen gegenüber.“

Von unserer Reporterin Sabine Nitsch

Los geht es mit einem Friedensgebet in der Kirche

Der Ökumeneausschuss Linz lädt für Mittwoch, 7. März, um 19.30 Uhr in der evangelischen Kirche zum Friedensgebet ein. Anschließend geht ein Friedensmarsch mit Lichtern durch Linz.

Ausgangspunkt ist die evangelische Kirche. Im Anschluss an den Friedensmarsch berichtet Jamil Drehjou im Katharinenhof, Grabentor 1, in Linz von der Lage in Afrin. san

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