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Kreis Birkenfeld

Steinalbtal: Sperrung für Motorradfahrer ist kein Thema

Peter Bleyer

Der tödliche Motorradunfall, der sich am Wochenende auf der Landesstraße 169 zwischen Baumholder und Niederalben ereignete, hat wieder Diskussionen über die Problematik dieser Strecke zum Leben erweckt. Kritische Stimmen meinen, dass die breite Straße Motorradfahrer geradezu zum Rasen einlade und man dem einen Riegel vorschieben müsse. Die Polizei hält dagegen, dass tödliche Unfälle auf dieser Strecke eher die Ausnahme seien.

An dieser Stelle der L 169 zwischen Baumholder und Niederalben ist ein Gedenkstein für einen 2015 tödlich verunglückten Motorradfahrer aufgestellt. Auch wenn die Strecke ein gewisses Gefahrenpotenzial birgt, ist eine zeitweise Sperrung für Motorradfahrer laut LBM nicht notwendig.
An dieser Stelle der L 169 zwischen Baumholder und Niederalben ist ein Gedenkstein für einen 2015 tödlich verunglückten Motorradfahrer aufgestellt. Auch wenn die Strecke ein gewisses Gefahrenpotenzial birgt, ist eine zeitweise Sperrung für Motorradfahrer laut LBM nicht notwendig.
Foto: Peter Bleyer

NZ-Leser Harald Christian, selbst Motorradfahrer, hatte bereits am Dienstag in einem Leserbrief auf das Gefahrenpotenzial des Steinalbtals hingewiesen. „Das ist eine beliebte Strecke bei Motorradfahrern“, bestätigt er noch mal auf Nachfrage. „Die ehemalige Panzerstraße ist gut ausgebaut. Viele sind da zu schnell unterwegs.“ Christian gibt zu bedenken, ob es nicht sinnvoll sei, die L 169 zwischen Baumholder und Niederalben an Wochenenden und Feiertagen für Motorradfahrer zu sperren. Er verweist auf die Strecke zwischen Johanniskreuz und Frankeneck bei Kaiserslautern, wo es früher extrem viele Motorradunfälle gab. In den vergangenen Jahren ist der Abschnitt regelmäßig von April bis Oktober für Biker gesperrt – die Unfallzahlen sind seitdem stark zurückgegangen.

Christian behauptet, dass auf der L 169 an Feiertagen und Wochenenden oft regelrechte Rennen abgehalten würden. „Bei Erzweiler treffen sich die Clubs, vorwiegend mit saarländischen Kennzeichen. Einer fährt dann allein los, irgendwo wird die Zeit gestoppt, dann dreht er und fährt zurück.“

„Das können wir so nicht bestätigen“, sagt dazu Steffen Gutendorf, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Baumholder. Zwar sei dort ein verstärkter Motorradverkehr festzustellen, aber über Wettrennen könne er nichts sagen – doch man werde das Thema nach den jetzigen Hinweisen im Fokus behalten. „Die Strecke ist zweifellos bei Motorradfahrern sehr beliebt, wir haben auch die Unfallproblematik auf dem Schirm“, fügt er hinzu. Aber tödliche Unfälle – wie eben jener am Wochenende – seien doch eher selten.

Der letzte ereignete sich im September 2015. Im Jahr 2016 wurden drei Motorradfahrer bei Unfällen auf der Strecke schwer verletzt. Teilweise waren die Betroffenen allein, teilweise in Gruppen unterwegs. Davon abgesehen führten die Verkehrsüberwachungsmaßnahmen, die die Polizei von Frühling bis Herbst im Steinalbtal verstärkt vornimmt, nicht zu überdurchschnittlich vielen Beanstandungen, erklärt Gutendorf.

So habe sich bislang auch die Frage einer möglichen Sperrung nicht gestellt, betont der Polizeibeamte. „Der Vergleich mit der Strecke bei Johanniskreuz ist auch ein Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen, weil dort die Problematik eine ganz andere Dimension hatte. Wir werden die Geschehnisse im laufenden Jahr beobachten und dann bewerten. Wenn wir eine unfallträchtige Häufungslinie feststellen, machen wir uns Gedanken.“

Auch der Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz stellt auf NZ-Anfrage klar, dass eine Grundlage für eine Sperrung der Strecke momentan nicht gegeben sei und man den Abschnitt nicht mit der L 499 – eben jener Straße bei Johanniskreuz – vergleichen könne. Trotzdem sei in den vergangenen zehn Jahren eine erkennbare Zahl von Motorradunfällen auf der L 169 zwischen Baumholder und Niederalben zu verzeichnen gewesen.

Im Antwortschreiben des Landesbetriebes heißt es weiter: „Aufgrund des aktuellen Unfalls wird die Unfallkommission – diese besteht aus Experten von Polizei, örtlicher Straßenverkehrsbehörde und dem LBM – bei einer Ortsbegehung Möglichkeiten zur Verbesserung ausloten.“ Vorstellbar seien beispielsweise gezielte Warnhinweise für Motorradfahrer oder verstärkte Polizeikontrollen.

Von unserem Redakteur Peter Bleyer

Idar-Oberstein Birkenfeld
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