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    Idar-ObersteinRehazentrum: Die Lust auf Gesundheit steigt

    Jasmin Brust, seit mehr als einem halben Jahr Leiterin des Salvea Reha- und Gesundheitszentrums Obere Nahe in der Vollmersbachstraße, hat eine klare Botschaft: „Wir arbeiten mit Jung und Alt und möchten jeden dafür begeistern, selbst etwas für seine Gesundheit zu tun. Wir machen die Region stärker und bringen neuen Schwung.“ Dass das Zentrum vor drei Jahren fast vor dem Aus stand, ist heute kein Thema mehr: Der Blick geht nach vorn.

    Jasmin Brust leitet das Salvea Reha- und Gesundheitszentrum. Sie setzt auf ein starkes Team, das Patienten Hilfe zur Selbsthilfe liefert.
    Jasmin Brust leitet das Salvea Reha- und Gesundheitszentrum. Sie setzt auf ein starkes Team, das Patienten Hilfe zur Selbsthilfe liefert.
    Foto: Privat

    Im Oktober 2010 eröffnete in Idar-Oberstein das erste ambulante Rehabilitationszentrum für orthopädische Erkrankungen. 2014 folgte erst die Insolvenz, dann die Übernahme durch die Inoges AG (Krefeld) unter der Dachmarke „Salvea – Lust auf Gesundheit“. Die Marke Salvea steht für Gesundheitsdienstleistungen, die bundesweit an 27 Standorten angeboten werden und eine große Auswahl an Produkten und Aktivitäten umfassen. Die Angebote reichen von der stationären und ambulanten medizinischen Rehabilitation bis hin zur persönlichen Fitness. Neben der Betreuung der Rehapatienten werden vom etwa 50 Mitarbeiter umfassenden Team in Idar-Oberstein Rezeptpatienten aller Kassen und jeder, der etwas für seine Gesundheit tun möchte, mit Know-how betreut.

    Das Team besteht aus Physiotherapeuten, Sporttherapeuten, Ergotherapeuten, medizinischen Bademeistern, Psychologen, Sozialarbeitern, Ernährungsberatern und Ärzten. Durch eine engmaschige Betreuung sollen die bestmöglichen Resultate für die Gesundheit geschaffen werden, erläutert Jasmin Brust.

    Das Zentrum bietet im Obergeschoss, das über eine Treppe sowie einen Fahrstuhl für jeden erreichbar ist, eine modern ausgestattete Trainingsfläche mit einem integrierten Rückenzentrum, einem Ergometerbereich, einem Bereich für funktionelles Training, einem großen Gymnastikraum und einem Seminarraum. Im Erdgeschoss befinden sich der separate Arztbereich, die großzügig angelegten Therapiekabinen der Physio- und Ergotherapeuten sowie ein Workpark zur Umsetzung von arbeitsplatzbezogenen Therapien. Das Zentrum verfügt über die Möglichkeiten der Elektro-, Magnetfeld-, Hydrojet- sowie Andullationstherapie wie auch Wärme- und Kälteanwendungen.

    Eine weitere Besonderheit ist die erste Totes-Meer-Salzgrotte im Kreis Birkenfeld. Dort können die Besucher unter dem positiven Einfluss von 10.000 Salzkristallen, bei konstanten 23 Grad Raumtemperatur und maximal 50-prozentiger Luftfeuchtigkeit aus dem Alltagsstress fliehen, Herz, Haut und insbesondere primären Atemorganen eine ganz besondere Form der Regeneration gönnen.

    Neben diesen Therapiemöglichkeiten gibt es zudem noch ein mit Hubboden ausgestattetes Bewegungsbad. Dort werden verschiedene Therapien sowie Schwimm-, Wassergymnastik-, Aquajogging-, Babyschwimm- und Kinderwasserspielkurse veranstaltet. Das Therapieangebot wird erweitert durch die ortsansässige Rheuma-Liga und den Parkinsonverein, die ihre Funktionsgymnastik durch Therapeuten des Zentrums betreuen lassen. Seit 2014 werden rund 28 Rehasportkurse in der Woche angeboten.

    „Ein weiterer Bereich, den wir mehr und mehr bearbeiten, ist das betriebliche Gesundheitsmanagement, bei dem unser Ziel darin besteht, ortsansässige Unternehmen zu unterstützen – in ihrem Gesundheitsangebot für ihre Mitarbeiter. Wir bieten Sportvereinen an, mit unseren Experten spezielle Trainingseinheiten in unseren Räumlichkeiten oder auch direkt vor Ort zu absolvieren und sie von dem vorhandenen Expertenwissen profitieren zu lassen“, informiert Brust. Regelmäßig finden Gesundheitsvorträge in den Räumlichkeiten des Gesundheitszentrums statt. Im Januar gab es erstmals einen Schulranzentag für die Abc-Schützen in Kooperation mit ortsansässigen Einzelhändlern.

    Kontakt: Salvea-Rehazentrum, Tel. 06781/562.140

    Von unserer Redakteurin Vera Müller

    Jasmin Brust: Körper fördern und fordern

    Wie machen Sie Ihre Patienten wieder gesund?

    Oh, das ist ein sehr interessanter Punkt. Wir machen die Patienten nämlich gar nicht allein gesund. Wir helfen ihnen, damit sie nach und nach lernen, es selbst zu tun. Das ist ein himmelweiter Unterschied.

    Also eher Hilfe zur Selbsthilfe?

    Ja. Ein guter Helfer macht sich mit der Zeit selbst überflüssig – und nicht den anderen von sich abhängig. Wer sich nur aufs Löcherstopfen spezialisiert, muss mit der Zeit immer mehr Löcher stopfen. Das kann auf Dauer nicht funktionieren.

    Wenn Sie das nicht machen – was machen Sie dann?

    Zunächst holen wir die Patienten morgens zu Hause ab und bringen sie abends nach Hause. Sie müssen sich tagsüber keine Sorgen machen, dass sie ihre Familie nicht sehen, die Pflanzen nicht gegossen werden oder das Haustier zu jemand anderem muss. Wer den Kopf frei hat, kann sich besser aufs Gesundwerden konzentrieren.

    Und dann?

    Dann arbeiten wir daran, mit den Patienten Gewohnheiten zu entwickeln, die ihre Gesundheit schützen. Die Gewohnheit kann der größte Freund des Menschen sein – oder sein größter Feind. Kommt drauf an, welche Dinge man zur Gewohnheit werden lässt.

    Und das ist schon das ganze Geheimnis von Rehabilitation?

    Es gibt noch ein paar andere Zutaten, die mir speziell wichtig sind. Eine davon ist das Betriebsklima. Wenn unsere Mitarbeiter schlechte Laune hätten, würden das auch die Klienten sehr schnell merken. Unser Team ist über die Jahre immer weiter gewachsen, und ich möchte mich einfach auch mal bei den Einzelnen bedanken, denn es ist nicht selbstverständlich, so ein Team zu haben. Es ist und bleibt nun mal ein Unterschied, ob man mit Patienten arbeitet oder Maschinen repariert. Und wenn ein Patient an einem Ort willkommen ist, wird er dort auch schneller gesund. Davon bin ich überzeugt.

    Was hat sich im Laufe der Jahre verändert?

    Wir lernen selbst durch die Erfahrungen mit den Patienten, was wir anders, was wir besser machen müssen. Nach und nach haben wir uns vom Rehazentrum immer mehr zum Gesundheitszentrum entwickelt.

    Wo ist da der Unterschied?

    Lassen Sie mich das Leben mal mit einem langen Fluss vergleichen: Manche verausgaben ihre Gesundheit schon lange, bevor der Fluss zu Ende ist. Sie schwimmen auf eine Art, die an die Substanz geht.

    Und dann gehen sie zum Arzt …

    Richtig, und der verschreibt ihnen Schwimmhilfen. Die benutzen sie dann. Eine solche Schwimmhilfe sind zum Beispiel Schmerztabletten. Die können manchmal sehr nützlich sein. Nicht nützlich sind sie, wenn man an seinem Alltag gar nichts ändert, zum Beispiel falsch hebt, den Rücken nicht trainiert und seinen Körper mit Schmerztabletten betäubt, bis die Bandscheiben noch mehr abbauen. Dann wird der Fluss nämlich irgendwann zum Wildwasser, und auch die Schwimmhilfen bringen nichts mehr.

    Das heißt: Sie wollen lieber vorher etwas tun, als es anschließend zu reparieren?

    Richtig. Es ist beachtlich, was der menschliche Körper kann, wenn man ihn fördert und auf die richtige Weise fordert. Wir hatten mal einen Patienten, der nach Aussage seines Arztes eigentlich schon seit 40 Jahren im Rollstuhl hätte sitzen sollen. Er hat in den 1970er-Jahren konsequent mit Training begonnen, kam dann mit Mitte 80 zu uns und sagte, wir sollen ihn noch mal richtig fit machen. 

    Aber das wird ja wohl nicht die Regel werden …

    Ich wäre da vorsichtig. Vor einem Jahrhundert hatten Jungen eine Lebenserwartung von 55 Jahren, Mädchen von 62. Vor 150 Jahren waren es 39 Jahre für Jungen, 42 für Mädchen.

    Wie ist es aktuell?

    Von zehn im Jahr 2017 geborenen Jungen werden voraussichtlich sechs das Alter von 90 Jahren erreichen. Bei den Mädchen sind es sogar sieben von zehn. Ich glaube, dass wir noch gar nicht richtig verstanden haben, wozu der menschliche Körper fähig ist. Unser Wunsch ist es, dass unsere Kunden nicht einfach nur alt werden und Tabletten nehmen. Wir möchten, dass sie sich dabei guter Gesundheit erfreuen. Dazu können unsere Klienten auch jetzt schon etwas tun. Dafür arbeiten wir jeden Tag.

    Die Fragen stellte Vera Müller

    Vater Dr. Axel Brust war stets ein Vorbild für Gesundheitsbewusstsein

    Jasmin Brust (38) sieht sich als Expertin für Gesundheit und Lebensqualität. Sie ist in Idar-Oberstein aufgewachsen. Ihr Vater Dr.

    Axel Brust war Hausarzt und Leiter der BDZ am Klinikum Idar-Oberstein und ist , so sagt sie selbst, für sie ein großes Vorbild im Bereich Gesundheitsbewusstsein. Nach dem Abi 1998 folgte ein Betriebswirtschaftsstudium an der Universität Mainz und ein daran angeschlossenes Diplomsportstudium – mit dem Ziel, irgendwann einmal Menschen für Bewegung und Gesundheit zu begeistern. Während des Studiums absolvierte sie begleitende Fort- und Weiterbildungen im Fitness- und Gesundheitsbereich (Spinning, Funktionstraining, Rückenfitness, Body Art etc.) und Arbeiten im Fitnessstudio Fit und Fun in Idar-Oberstein und später im Injoy Idar-Oberstein.Nach dem Studium übernahm Jasmin Brust Lehrstuhltätigkeiten für Trainingswissenschaften an der Uni Mainz, Personaltraining und arbeitete bei der Geschäftsstelle des Deutschen Nordic-Walking-Verbands in Bad Kreuznach. Nach ihrer Rückkehr nach Idar-Oberstein war sie als Sportlehrerin am Heinzenwies-Gymnasium und der Idar-Purper-Realschule plus tätig.Viele kennen sie durch ihre Einsätze als Athletiktrainerin beim SC 07 Idar-Oberstein, für den sie aktiv war. Seit 2011 widmet sie sich der Gestaltung von Reha-Maßnahmen in Idar-Oberstein. 2013 kam ihr Sohn Julian zur Welt. 2014 übernahm sie die Vertretung der Geschäftsführung im Gesundheitszentrum. Seit Dezember 2016 leitet Brust das Zentrum. Ihr persönliches Motto: „Jeden Tag besser zu werden – in allem, was ich tue. Ich möchte Menschen begeistern, bestärken und besser machen und dabei authentisch bleiben.“ Familie, Freunde, Sport und Bewegung sind die Eckpfeiler ihres Lebens. vm

    Idar-Oberstein Birkenfeld
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