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    Nohen

    Nohen hat eine Ortsbürgermeisterin

    Nun ist auch in der bis dato einzigen Ortsgemeinde im Kreis Birkenfeld, die noch keinen Ortsbürgermeister hatte, der Posten wieder besetzt: Jutta Kunz wurde am Freitagabend von fünf der acht Mitglieder des Ortsgemeinderat gewählt. Ihr Mann Klaus Kunz rückt für Norbert Helm in den Rat nach.

    Rund um die Kirche in Nohen zeichnet sich keine Lösung in der Ortsbürgermeisterfrage ab.
    Rund um die Kirche in Nohen zeichnet sich keine Lösung in der Ortsbürgermeisterfrage ab.
    Foto: Wikipedia

    Von unserem Mitarbeiter Karl-Heinz Dahmer

    Helm, Nohens Ortsbürgermeister in der vergangenen Legislaturperiode, hatte in der Einwohnerversammlung vor zwei Wochen auch seine Ämter im Orts- und im VG-Rat niedergelegt. Erster Beigeordneter ist jetzt Peter Eli, Thomas Bauer sein Stellvertreter.

    Damit sind die wichtigsten politischen Positionen in der Gemeinde neu besetzt: Auch Holger Romag, bisher Erster Beigeordneter, verzichtete und ist jetzt nur noch einfaches Ratsmitglied.

    Die Diskussionen, ob überhaupt ein neuer Ortsbürgermeister gefunden werden kann, zogen sich über Monate hin, auch von einer möglichen Zwangsverwaltung war die Rede: Die Verbandsgemeinde (VG) hätte die Geschäfte führen müssen, wenn sich niemand bereit erklärt hätte, den Posten an der Ortsspitze zu übernehmen.

    Helm war schon zur Kommunalwahl vor einem halben Jahr nicht mehr angetreten. Er hatte auf die Doppelbelastung verwiesen, Amt und Beruf seien nicht unter einen Hut zu bekommen. Auch die Art der Kritik aus der Bevölkerung an der Arbeit des Gemeinderats schlug ihm auf den Magen, hatte er in der Einwohnerversammlung vor zwei Wochen noch erklärt und seine Ämter in Orts- und VG-Rat niedergelegt. Doch weil sich für die Kommunalwahl niemand fand, der sich zum Ortsbürgermeister wählen lassen wollte, blieb Helm bis Mitte September auf diesem Posten, dann übernahm Beigeordneter Romag. Aber auch der legte mit Wirkung zum 31. Oktober das kommissarische Amt nieder. Der Arbeitsaufwand sei zu groß, begründete Romag.

    Es wurde weiter nach einem Chef an der Spitze der Ortsgemeinde gesucht, mehrere Aufrufe im Gemeindebrief blieben ohne Wirkung. In der Einwohnerversammlung Mitte November erklärte dann Robert Mühlbauer, ein Nohener Bürger, er sei bereit, das Amt zu übernehmen. Kommunalpolitische Erfahrung hat er nicht, er sah sein Angebot eher als Aufforderung an andere, sich Gedanken zu machen. Eine Taktik, die Erfolg hatte: Jutta Kunz meldete sich kurzfristig, holte am Tag der OG-Ratssitzung noch das Einverständnis ihres Arbeitgebers und stellte sich zur Wahl. Kunz ist Heimleiterin in der Alten- und Pflegeeinrichtung Zoar in Kusel.

    Mühlbauer sah sein Ziel erfüllt: Er habe mit seinem vor zwei Wochen bekundeten Interesse andere Bürger sensibilisieren wollen, das Amt zu übernehmen, erklärte er. VG-Bürgermeister Bernhard Alscher sagte der neuen Ortsbürgermeisterin Unterstützung zu. Damit meinte er vor allem die zahlreichen bürokratischen Feinheiten, in die sich die neue, kommunalpolitisch noch unerfahrene Heimleiterin erst einarbeiten muss.

    Im Auftreten scheint Jutta Kunz keinen Nachholbedarf zu haben. Selbstbewusst übernahm sie die Leitung der OG-Ratssitzung, nachdem Holger Romag sie in ihr neues Amt eingeführt hatte. Sie wirkt resolut, ist eine Frau, die zupacken kann. Für die Wahl des Ersten Beigeordneten gab sie eine Frist vor, eine Angewohnheit, die sie vermutlich aus ihrer Arbeit in der Pflege verinnerlicht hat: Fünf Minuten für den Wahlvorgang? Zu kurz, meinten ihre Ratskollegen. "Gut, dann zehn."

    Warum sie den arbeitsaufwendigen Posten übernommen hat, obwohl ihre Stelle im Alten- und Pflegeheim ebenfalls sehr zeitintensiv und nicht in einem Achtstundentag zu bewältigen ist? Zugehörigkeit ist ihr Stichwort: Sie fühle sich als Teil der Gemeinschaft Nohens. Die Arbeit mit der Waldgeistergruppe sei ihr wichtig. Die Waldgeister sind Kinder, die - von Erwachsenen geführt - die Natur erforschen, etwa Bachläufe erkunden, sich vom Förster die Geheimnisse des Waldes erklären lassen, Freizeiten werden organisiert, und wenn es sein muss, spuken sie auch.

    Idar-Oberstein Birkenfeld
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