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Kreis Birkenfeld

Kreis Birkenfeld: Viele Linienbusse sind nicht mehr barrierefrei

Mehr Komfort durch mehr Sitzgelegenheiten: Mit diesem Versprechen verbunden war vor wenigen Wochen die Vorstellung von elf neuen Linienbussen, mit denen die Bahntochter Südwest-Mobil seit dem 1. August 10 der 18 Überlandstrecken im Kreis Birkenfeld bedient. Sonja Lüderitz aus Reichenbach kann darüber nur sarkastisch lächeln.

Symbolbild
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Foto: DPA

Von unserem Redakteur Michael Fenstermacher

Aus Sicht der 67-Jährigen, die in Teilzeit noch berufstätig ist und viermal pro Woche mit dem Bus nach Idar-Oberstein fahren muss, hat sich mit dem Betreiberwechsel überhaupt nichts verbessert. Ganz im Gegenteil: Weil es sich bei den roten Mercedes-Benz-Fahrzeugen mit dem DB-Logo um sogenannte Hochbodenbusse handelt, an deren Einstieg drei hohe Stufen erklommen werden müssen, hat die an Arthrose in den Fußgelenken leidende Frau nun Probleme beim Ein- und Aussteigen. "Bis zur Übernahme durch Südwest-Mobil sind auf meiner Strecke nur Niederflurbusse ohne Stufen gefahren, in die man ganz bequem ein- und aussteigen konnte" berichtet sie. "Ich frage mich, warum man so eine Entscheidung trifft, ohne uns Fahrgäste zu fragen. Die Busfahrer sind davon übrigens auch nicht begeistert."

Während Sonja Lüderitz – zwar mit Mühe – der Ein- und Ausstieg noch selbstständig gelingt, ist das bei noch älteren Fahrgästen anders, wie sie beobachtet hat. "Da gibt es eine Frau, die Rheuma hat und eine Hand nicht mehr benutzen kann. Die braucht Hilfe vom Fahrer und geniert sich dann jedes Mal." Gleich gar nicht mehr benutzt werden könnten die Busse von Rollstuhlfahrern und wenn – wie zuletzt vorgekommen – ein Jugendlicher an Krücken gehen muss, habe auch der Probleme beim Einsteigen.

Warum es zu diesem Wegfall an Barrierefreiheit gekommen ist, wollte die Nahe-Zeitung vom Rhein-Nahe-Naheverkehrsbund (RNN) wissen, zu dessen Gebiet die Überlandstrecken im Kreis Birkenfeld gehören. Beantwortet wird unsere Anfrage jedoch von einem Sprecher der Deutschen Bahn, der die Umstellung mit dem neuen Nahverkehrskonzept des Unternehmens begründet. Weil Schüler mit rund 90 Prozent die mit Abstand größte Nutzergruppe des Linienverkehrs im Landkreis sind, sei der Schülerverkehr in den öffentlichen Linienverkehr integriert worden. "Für das neue Konzept sind jedoch Busse mit hoher Sitzplatzkapazität gefordert, was die zehn Tonnen schweren Intouro mit jeweils 50 Sitzplätzen im Gegensatz zu den bisher eingesetzten Niederflurfahrzeugen erfüllen", erklärt der Bahnsprecher schriftlich.

Sonja Lüderitz ist von dieser Begründung nicht überzeugt. "Ich bezweifle, dass in den neuen Bussen deutlich mehr Platz ist", sagt sie. Auch das Argument, dass es nach der Umstellung mehr Sitzplätze zugunsten eines reduzierten Stehplatzangebots gibt, verfängt bei ihr nicht: "Stehen würde mir nichts ausmachen, wenn ich dafür problemlos und ohne Schmerzen einsteigen könnte."

Noch nicht angekommen ist das Problem beim Fahrgastbeirat der RNN, der in regelmäßigen Sitzungen die Belange der Nahverkehrsnutzer vertritt. "Ich habe noch nichts davon gehört, werde das Thema aber in der nächsten Sitzung in Ingelheim ansprechen", verspricht Hans-Joachim Kreis aus Herborn, eines von drei Beiratsmitgliedern aus dem Landkreis Birkenfeld.

  • Anregungen und Beschwerden können Nahverkehrskunden direkt an den Fahrgastbeirat richten, per E-Mail an: fahrgastbeirat@rnn.info

Idar-Oberstein Birkenfeld
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