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Baumholder

Fahrradladen ist eine starke Marke

Das eigenhändige Entlüften der Scheibenbremsen hat nicht richtig geklappt, nun müssen neue Scheiben her, eine isolierende Fahrradhose und Handschuhe für den Winter werden außerdem benötigt. Um bei diesen Einkäufen kompetente Beratung zu erhalten, ist der junge Mann, der am Freitagvormittag den Fahrradladen "The B-Site" betritt, mehr als 40 Kilometer weit aus der Gegend von Landstuhl in die Baumholderer Kennedyallee gefahren. Inhaber Dave Hetzel nimmt sich viel Zeit, erläutert die Vor- und Nachteile wasserfester Handschuhe und verabschiedet schließlich einen zufriedenen Kunden, der mehr als 100 Euro ausgegeben hat.

Von unserem Reporter Michael Fenstermacher

Die Erstinspektion nach einem vollen Jahr ist bei The B-Site gratis, und auch sonst steht das Team des Fahrradladens in Baumholder um Inhaber Dave Hetzel (hinten) und Heiko Bomersbach bei den Kunden für umfassenden Service.
Die Erstinspektion nach einem vollen Jahr ist bei The B-Site gratis, und auch sonst steht das Team des Fahrradladens in Baumholder um Inhaber Dave Hetzel (hinten) und Heiko Bomersbach bei den Kunden für umfassenden Service.
Foto: Michael Fenstermacher

"Wir sind froh über unser großes Einzugsgebiet, denn allein von der Kundschaft in Baumholder könnten wir nicht leben", sagt Hetzel. Vor zehn Jahren hat der Zweiradmechanikermeister sein Geschäft gegründet. Mittlerweile gibt es eine Filiale in Kusel – spezialisiert auf E-Bikes und Trekkingräder – sowie ein wirtschaftlich eigenständiges Partnergeschäft in Idar-Oberstein, das unter gleichem Namen firmiert. Der Fahrradfachhandel mit dem griffigen englischen Namen hat sich zu einer starken regionalen Marke entwickelt – auch und besonders dank der vielen Touren und Kurse, die Hetzel und sein Team das ganze Jahr über anbieten und die stark zur Kundenbindung beitragen.

In Basiskursen lernen Anfänger, wie der Sitz am Mountainbike eingestellt sein muss, wie man richtig schaltet und bremst und wie man auf schmalen Pfaden im Gelände sicher unterwegs ist. Bei geführten Touren lernen Interessierte neue Wege kennen. Am heutigen Samstag steht beispielsweise die berüchtigte Nachtfahrt an, bei der es 25 bis 35 Kilometer durch düstere Wälder geht, ehe die Teilnehmer beim Abschlussgrillen gemütlich zusammensitzen. Im kommenden Winter können Unermüdliche sich außerdem beim Indoor-Cycling mit individuellem Trainingsplan fit halten. Und fürs Frühjahr ist wieder ein Pannenworkshop geplant, bei dem die Teilnehmer lernen, wie man unterwegs kleinere Schäden am Fahrrad behebt.

"Das hat aber natürlich seine Grenzen. Bei komplizierteren Problemen richtet ein Laie möglicherweise nur zusätzlichen Schaden an", warnt Dave Hetzel. Ein Beispiel sind Probleme mit der Federgabel, die selbst die meisten Fachhändler den Herstellern überlassen. Anders bei "The B-Site", wo ein Gabelservice angeboten wird – mit dem Vorteil kürzerer Wartezeiten für die Kunden. Überhaupt versucht das insgesamt fünfköpfige Team stets, Reparaturen nicht nur zuverlässig, sondern auch schnell zu erledigen. "Das ist besonders im Sommer wichtig, denn dann will jeder möglichst bald wieder im Sattel sitzen", erklärt der Inhaber. Notfalls werde dem Kunden ein Ersatzfahrrad angeboten. Umfassend beraten werden natürlich auch Käufer von neuen Mountainbikes und Rennrädern.

Mit einem speziellen Gerät wird jeder Kunde aufwendig vermessen. Eine unerwünschte Folge davon ist auch im Fall des Fahrradfachhandels das von so vielen Einzelhändlern beklagte Phänomen des Beratungsdiebstahls mit anschließender Bestellung im Internet. "Das fällt relativ schnell auf, wenn ein Kunde in kurzer Zeit achtmal nach der richtigen Rahmenhöhe fragt", sagt Hetzel. Ganz verhindern ließe sich das aber nicht. Wer im Internet ein Fahrrad bestellt, schadet sich aus Sicht des 42-Jährigen aber ohnehin in erster Linie selbst: "Es kommt ja nicht nur auf die Rahmenhöhe an. Ohne richtige Beratung erwischt man am Ende doch meistens das falsche Fahrrad und ärgert sich dann über nachträgliche Kosten."

Dave Hetzel würde sich wünschen, dass mehr Kunden den Kauf eines Fahrrads als langfristige Investition wie den eines Autos sehen würden. "Auf die Idee, ein Auto im Internet zu bestellen, würde kein Mensch kommen."

Idar-Oberstein Birkenfeld
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