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    Dambacher vor Wrestling-Karriere: Im Ring wird Colin zu German Firefly

    Colin Leathers sieht nicht aus wie einer, der in seiner Freizeit andere Männer zu Boden ringt und wilde Kampfschreie ausstößt. Der 20-jährige Dambacher mit dem strahlenden Lächeln wirkt, als könne er kein Wässerchen trüben, wie er so zu Hause im gemütlichen Wohnzimmer sitzt, um sich herum seine besten Freunde, die ältere Schwester und die Eltern.

    Mama Stefanie ist von Anfang an Colins größter Fan. Sie fährt zu jedem Wettkampf mit und feuert die German Firefly an. Im Ring fließt nur Kunstblut: also kein Grund zur Sorge für Familie und Freunde.  Foto: Reiner Drumm
    Mama Stefanie ist von Anfang an Colins größter Fan. Sie fährt zu jedem Wettkampf mit und feuert die German Firefly an. Im Ring fließt nur Kunstblut: also kein Grund zur Sorge für Familie und Freunde.
    Foto: Reiner Drumm

    Von unserer Reporterin Silke Bauer

    Doch Colin ist nicht einfach bloß Colin. Wenn er in den Wrestlingring steigt, wird er zur German Firefly. Seit er zwölf ist, lebt Colin für das Wrestling. "Für ihn gibt es nichts anderes", sagt seine Mutter. "Er hat uns alle mit seinem Hobby angesteckt."

    Schon als Kind verfolgt der Sohn eines US-Amerikaners begeistert die Kämpfe seiner Idole im Fernsehen. Vor sechs Jahren kratzt Colin seine Ersparnisse zusammen und kauft sich einen Wrestlingring, den er im Garten aufstellt. Fortan trainieren seine Freunde und er jeden Tag. "Wir haben die Wrestler im Fernsehen studiert und uns dann alles selbst beigebracht", sagt Colin. "Irgendwann wollten wir den Leuten vorführen, was wir geübt hatten." Und so kommt es, dass die Jungs kleine Shows veranstalten. "Die sind dann irgendwann immer größer geworden", sagt Colin. Die Hobbywrestler schließen sich zur Rheinland-Pfalz Wrestling Academy (RPWA) zusammen. "Wir sind aber eine Sportgruppe, kein eingetragener Verein", betont Colin. Der Dambacher trainiert zudem Nachwuchswrestler. "Der Jüngste ist acht Jahre alt", erzählt Colin. "Der Kleine tritt schon in den Aufführungen auf, meistens bekommt er den Part des Gewinners. Die Zuschauer lieben das. Beim Wrestling ist das meiste eigentlich nur Show", sagt Colin grinsend. "Die Kämpfer leiden nicht wirklich Schmerzen, das soll nur so aussehen. Von uns hat sich noch keiner ernsthaft verletzt, es gab höchstens mal ein paar Schrammen oder eine kleine Verrenkung." Um möglichst schaurige Effekte zu erzielen, wird auch schon mal eine Tube Kunstblut verspritzt. Wer gewinnt, steht schon lange vorher fest, auch die Kampftechniken werden im Voraus besprochen. Trotzdem wird in jeder Show auch improvisiert. "Wir versuchen, in jede Show Spezialeffekte einzubauen", sagt Colin. "Manchmal sitzt ein Kämpfer in unauffälligen Klamotten im Publikum und stürzt sich plötzlich in den Ring." Jeder Wrestlingkämpfer hat eine eigene Wrestleridentität. "Im Ring ist immer einer der Gute und einer der Böse", erzählt Colin. Üblicherweise gewinnt der Gute. The German Firefly, was übersetzt das deutsche Glühwürmchen bedeutet, kämpft stets auf der Seite des Guten. "Ich wollte etwas mit Deutschland im Namen, um ein Alleinstellungsmerkmal zu haben", sagt Colin. "Wrestling ist in den USA viel bekannter als hier, und es gibt nur sehr wenige deutsche Wrestler. Für das Glühwürmchen habe ich mich aus Ironie entschieden, weil ich so im Vergleich zu den meisten Wrestlern so klein und schmächtig bin."

    Dass Colin Talent hat, ist auch anderen nicht verborgen geblieben: Im vergangenen Jahr tritt der damals 19-Jährige bei der weltweit bekannten professionellen Wrestling-Organisation Ring of Honor in Pennsylvania auf. Colin beeindruckt die Profis und bekommt prompt einen Trainingsvertrag für sechs Monate angeboten. "Ich kann es mir sehr gut vorstellen, Berufswrestler zu werden", sagt Colin. Seine Familie unterstützt ihn in seinem Vorhaben. "Colin macht alles für seinen Traum", sagt Colins Mutter. "Er trinkt nicht, er raucht nicht, er geht nicht auf Partys, für ihn gibt es wirklich nur das Wrestling."

    Dieses Jahr stand Colin erst mal für die Profiliga "New European Championship Wrestling" in Nürnberg im Ring. Doch noch in diesem Jahr wird Colin erneut nach Pennsylvania fliegen, um sein Trainingsangebot wahrzunehmen. Er hofft, dass seine Karriere durch The Ring of Honor einen Schub bekommt. TV-Auftritte könnten helfen, ihn bekannter werden zu lassen. Seine Familie und Freunde sind sich sicher: Von Colin wird man noch einiges hören.

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