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    Idar-Oberstein

    Ausstellung: Schmuck aus Idar-Oberstein an der Porta Nigra

    Zwei mit Ketten behängte Möpse - mit diesem Motiv wirbt die in Idar-Oberstein angesiedelte Fachrichtung Schmuck und Edelstein für eine opulente Ausstellung im Stadtmuseum Simeonstift Trier, die gleich mit zwei runden Jahrestagen zusammenfällt.

    Von unserem Reporter Jörg Staiber

    Zum einen wurde vor 30 Jahren der damalige Fachbereich Schmuck- und Edelsteindesign der Fachhochschule Trier mit dem Abschluss des Diplom-Designers gegründet, inzwischen ist es die Fachrichtung Edelstein und Schmuck im Fachbereich Gestaltung an der Hochschule Trier mit den Abschlüssen Bachelor und Master of Fine Arts. Zum anderen wird mit der sechsten Ausstellung Neuer Schmuck aus Idar-Oberstein (NSAIO) das zehnjährige Bestehen dieser Reihe begangen - und dieser Aspekt steht im Fokus der Ausstellung und des aufwendig gestalteten und mehr als 350 Seiten starken Katalogs.

    Die Werkschau zeigt im rund 300 Quadratmeter großen Wechselausstellungsraum im Neubauteil des Museums in 130 Vitrinen Abschluss- und Semesterarbeiten aus den Jahren 2006 bis 2016. Hinzu kommen Fotos, andere künstlerische Arbeiten und Projektionen. Parallel zur Ausstellung sind die Ergebnisse des Projektes "reMake" zu sehen, in dem die Studierenden historischen Exponaten des Stadtmuseums eigene Schmuckstücke, Objekte und Installationen gegenüberstellen. Begleitet wird die Ausstellung von Vorträgen, Workshops, einer Filmreihe sowie einen Pop-up-Shop am kommenden Wochenende, bei dem Studierende und Absolventen ihre Arbeiten zum Verkauf anbieten.

    Großer Andrang herrschte bei der Eröffnung am späten Sonntagvormittag, knapp 300 Besucher waren ins Stadtmuseum gekommen, das großflächig und an bester Stelle, nämlich unmittelbar neben der Porta Nigra, zum Besuch der bis zum 26. Februar laufenden Ausstellung einlädt, den man in diesen Tagen praktischerweise mit einem Bummel über den benachbarten Weihnachtsmarkt verbinden kann.

    Die Zusammenarbeit mit der Hochschule sei für ihr Haus unverzichtbar, erklärte Museumsleiterin Dr. Elisabeth Dühr bei der Begrüßung, und diese Ausstellung sei ein Meilenstein dieser Kooperation. Damit eröffneten sich neue Welten und werde eine neue Sicht auf das Thema Schmuck ermöglicht. Als prominentes Beispiel, wie Schmuck mehr und weniger subtile Botschaften transportieren kann, führte die Museumsleiterin die frühere US-Außenministerin Madeleine Albright und deren Broschen an, mit denen diese dem Gegenüber Stimmungen und Erwartungen zu vermitteln pflegte. Die ungewohnten und bisweilen als "nicht tragbar" klassifizierten Kreationen verglich sie mit Modeschöpfungen. "Auch die Haute Couture ist ja in der Regel nicht straßenbahntauglich, trotzdem fließen deren Impulse in die Alltagskleidung ein."

    Hochschulpräsident Prof. Dr. Norbert Kuhn charakterisierte die in der "Edelsteinhauptstadt Idar-Oberstein" angesiedelte Fachrichtung als "Schmuckstück der Hochschule", und Fachrichtungsleiterin Prof. Ute Eitzenhöfer unterstrich deren weltweite Einzigartigkeit in der Hochschullandschaft, die in der Verbindung von Schmuck und Edelsteinen liege.

    Als Festrednerin fungierte Dr. Claudia Banz, die Abteilungsleiterin der Sammlung Kunst & Design am Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg. Das optische Leitmotiv der Ausstellung aufgreifend hatte sie als Thema "Wie kommt der Mops zum Schmuck? Ästhetische Revolution und widerständige Kunst" gewählt. Wie alle anderen Wahrnehmungen auch sei die Rezeption von Schmuck kulturell und sozial geprägt, erläuterte sie. Und gerade einem Ansatz, wie er in Idar-Oberstein mit seiner Betonung des Handwerklichen und Künstlerischen praktiziert werde, komme in Zeiten "einer Welt von Industrie 4.0, Digitalisierung und Finanzkrisen" eine besondere, auch politische Dimension zu. "Schmuck als die älteste Kunst und Kulturtechnik der Menschheit spielt für unsere Gesellschaft eine zentrale Rolle", betonte sie. Der kettenbehängte Mops wirke auf sie "als Symbol, als impliziter Aufruf zum Querdenken, als Statement des selbst Querdenkens", so die Interpretation von Claudia Banz.

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