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Las Vegas/Idar-Oberstein

Übungsflüge am Himmel über Nevada

Er ist der Herr über die Kommunikation in der Luft über der Wüste. Ohne Hauptmann Stefan Bender aus Idar-Oberstein läuft fast nichts bei der Luftwaffenübung „Green Flag West“ in den USA. Zwölf Kampfjets wurden von Deutschland nach Las Vegas verlegt, um dort einige Wochen den Einsatz von Waffen im Kampf gegen Feinde am Boden zu üben.

Hauptmann Stefan Bender aus Idar-Oberstein verantwortet die Kommunikation bei der Großübung „Green Flag West“.   Foto: Francis Hildemann/Luftwaffe
Hauptmann Stefan Bender aus Idar-Oberstein verantwortet die Kommunikation bei der Großübung „Green Flag West“.
Foto: Francis Hildemann/Luftwaffe

Bender ist der verantwortliche IT-Offizier der Übung und damit mit seinen 19 Männern und Frauen verantwortlich für die reibungslose Datenverbindung zwischen allen Übungsteilnehmern, aber auch nach Deutschland. „Ohne SASPF läuft auch bei uns fast nichts mehr“, erzählt der erfahrene Offizier. Dabei handelt es sich um ein Projekt der Bundeswehr zur Einführung betriebswirtschaftlicher Standardsoftware in Kombination mit Branchensoftwarelösungen.

„Wir brauchen den Datenaustausch insbesondere für die Technik der Kampfjets. Eine Wartung kann nur mit Unterstützung von Computern passieren“, erläutert der gebürtige Idar-Obersteiner. Zusammen mit seiner Familie wohnt er schon seit seiner Geburt – und das sind immerhin schon fast 50 Jahre – in der Stadt an der Nahe. Fast vier Wochen ist er jetzt aber in der Wüste Nevadas. Mit Schichteinteilungen begegnet er den Herausforderungen. In den USA prallen zwei Systeme aufeinander: In Amerika werden alle Geräte mit 110 Volt betrieben, die deutschen mit 220 Volt. Dazu kommt das extreme Klima. „Die Hitze macht den technischen Anlagen zu schaffen“, berichtet Bender. Mit seinen Soldatinnen und Soldaten hat er zur Sicherstellung der IT-Technik einen Schichtbetrieb rund um die Uhr eingerichtet.

Den nötigen Ausgleich nach derartigen Dienstreisen, aber auch dem schon belastenden Pendeln zwischen Büchel und Regulshausen findet er in seiner Freizeit unter anderem bei der Freiwilligen Feuerwehr und als Vorsitzender des örtlichen Natur- und Verschönerungsvereins.

Ein Eurofighter startet von der Nellis Air Base unweit der Spielerstadt Las Vegas (im Hintergrund). Dort üben derzeit 5000 amerikanische und verbündete Soldaten und etwa 350 Soldaten der Deutschen Luftwaffe für den Ernstfall. Foto: Johannes Heyn/Luftwaffe​
Ein Eurofighter startet von der Nellis Air Base unweit der Spielerstadt Las Vegas (im Hintergrund). Dort üben derzeit 5000 amerikanische und verbündete Soldaten und etwa 350 Soldaten der Deutschen Luftwaffe für den Ernstfall.
Foto: Johannes Heyn/Luftwaffe​

Es ist die größte Übung der Luftwaffe in diesem Jahr: Die multinationale Übung „Green Flag West“. 5000 amerikanische und verbündete Soldaten und etwa 350 Soldaten der Luftwaffe trainieren die Luftnahunterstützung für den Ernstfall. Das Übungsgebiet reicht von der Wüste Kaliforniens bis an die Grenze zu Nevada. Geübt wird mit echter Munition, mit Bomben und Bordkanonen. „Die Bedeutung gemeinsamer Übungen mit unseren Partnern ist immens hoch“, sagt der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Karl Müllner. „Nur im Rahmen von Übungen können wir einsatznah mit unseren internationalen Partnern Fähigkeiten erlangen, über die wir im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung verfügen müssen“, unterstreicht Müllner die Bedeutung von „Green Flag West“.

Zuständig für die Ausplanung der Übung sind das US Air Force Air Warfare Center und das 549th Combat Training Squadron. Auf Einladung können Luftstreitkräfte verbündeter Nationen an der Übung teilnehmen. Dafür verlegte die Luftwaffe im Vorfeld der Übung 743 Tonnen Material auf dem Seeweg und 176 Tonnen mit Flugzeugen zur Nellis Air Force Base in Nevada. Insgesamt sind fünf Tornados und sieben Eurofighter der Luftwaffe bei der Übung im Einsatz.

Ziel des Manövers ist es, die Luftnahunterstützung weiterzuentwickeln. Das ist besonders für die Einsätze der Bundeswehr wichtig. Geraten Soldaten zum Beispiel in Afghanistan in ein Feuergefecht, können sie beim Joint Terminal Attack Controller (JTAC) Unterstützung anfordern. Dieser steht sowohl mit den Soldaten im Feuergefecht ständig in Kontakt als auch mit den Piloten der Kampfflugzeuge. Der JTAC fordert dann die Luftunterstützung an. Aber auch Luftbetankungsverfahren, Konvoischutz und weitere Luftunterstützungsfähigkeiten werden bei „Green Flag West“ geübt.

Idar-Oberstein Birkenfeld
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