40.000
Aus unserem Archiv
Hoppstädten-Weiersbach

Neubaupläne in Hoppstädten-Weiersbach: Gemeinde wehrt sich gegen zwei weitere Windräder

Gesellen sich zu den bisher sechs Windrädern auf dem Weiersbacher Berg in Zukunft zwei zusätzliche hinzu? Die Antwort auf diese Frage hängt von der Entscheidung der Kreisverwaltung in Birkenfeld ab, der als Genehmigungsbehörde ein Bauantrag der Firma WEAG Future Energies AG mit Sitz in Neumagen-Dhron vorliegt. Deren Pläne sind allerdings der Gemeinde Hoppstädten-Weiersbach ein Dorn im Auge.

Auf dem Höhenzug hinter Weiersbach gibt es schon seit einigen Jahren einen Windpark. Dessen Betreiber wollen ihn nun um zwei Anlagen erweitern. Die Ortsgemeinde Hoppstädten-Weiersbach ist mit diesen Plänen aber nicht einverstanden. Foto: Reiner Drumm
Auf dem Höhenzug hinter Weiersbach gibt es schon seit einigen Jahren einen Windpark. Dessen Betreiber wollen ihn nun um zwei Anlagen erweitern. Die Ortsgemeinde Hoppstädten-Weiersbach ist mit diesen Plänen aber nicht einverstanden.
Foto: Reiner Drumm

Von unserem Redakteur Axel Munsteiner

WEAG will auf der Anhöhe hinter dem Ortsteil Weiersbach unweit der Gemarkungsgrenze zu Leitzweiler zwei Anlagen des Typs Enercon E-92 mit einer Gesamthöhe von je 184 Metern errichten. Damit würde das Unternehmen seinen von ihm betriebenen Windpark in diesem Bereich erweitern. Fünf kleinere, 125 Meter hohe Räder drehen sich dort bereits seit 2003. Eine neuere, 180 Meter hohe Anlage ging 2014 ans Netz.

Standorte auf privaten Flächen

Die nun von WEAG neu geplanten Anlagen würden zwar auf der Gemarkung Weiersbach stehen, aber nicht auf gemeindeeigenen Grundstücken. Vielmehr befinden sich die Parzellen in Privateigentum, so dass deren Besitzer die Pachtzahlungen erhielten. Gleichwohl hat die Kreisverwaltung die Ortsgemeinde, wie in solchen Genehmigungsverfahren üblich, zu einer Stellungnahme aufgefordert, ob sie mit dem Projekt einverstanden ist.

Der Rat des Doppelorts hat das verneint und sein Einvernehmen zur geplanten Errichtung der beiden Räder nicht erteilt. Ortschef Welf Fiedler (CDU) nennt dafür auf NZ-Anfrage zwei Gründe. "Es hatte im Vorfeld Gespräche mit dem Geschäftsführer der WEAG gegeben. Dabei haben wir ausdrücklich darauf hingewiesen, dass wir vor allem den Standort eines Rades auf gar keinen Fall wünschen." Diese Anlage soll laut Fiedler "am absolut höchsten Punkt" postiert werden. "Windräder bieten ja sowieso nicht den schönsten Anblick. Man muss sie aber nicht auch noch dort aufstellen, wo sie besonders ins Auge stechen", sagt Fiedler. Obwohl WEAG diese Haltung der Gemeinde klar gewesen sei, habe sie beim Einreichen des Bauantrags keine Änderung vorgenommen und den umstrittenen Standort beibehalten. "Das hat uns natürlich negativ überrascht", betont der Gemeindechef.

Ohne konkrete Zahlen zu nennen, führt Fiedler noch ein weiteres Argument für den Widerstand des Rates an. Auch wenn die Windräder selbst später auf Privatbesitz stünden, ist es andernorts üblich, dass die Betreiberfirmen Gemeinden für das Recht, bei der Errichtung von Anlagen öffentliche Landwirtschaftswege nutzen zu dürfen, Entschädigungen zu zahlen. Die von WEAG angebotenen Konditionen habe der Rat aber "als nicht im Ordnung empfunden. Sie erschienen uns zu niedrig", erläutert Fiedler. Wie geht es nun weiter? Das nicht erteilte Einvernehmen der Gemeinde bedeutet nicht zwangsläufig, dass die von WEAG beabsichtigte Errichtung der beiden Windräder vom Tisch ist. Jürgen Schlöder, zuständiger Dezernent bei der Kreisverwaltung, sagt dazu: "Die Genehmigungsbehörde ist grundsätzlich daran gebunden, dass die Ortsgemeinde ihr Einvernehmen zu dem Bauvorhaben versagt hat. Das Einvernehmen kann nur ersetzt werden, wenn die Versagung rechtswidrig erfolgte. Dies wird zurzeit geprüft."

Entscheidung noch in diesem Jahr

Die Kreisverwaltung muss also prüfen, ob die von der Ortsgemeinde vorgebrachten Gründe das Nein zur Baugenehmigung rechtfertigen. Sollte die Aufsichtsbehörde zu dem Schluss kommen, dass dies nicht der Fall ist, kann sie das Einvernehmen ersetzen und grünes Licht für die Errichtung der Anlagen geben. Dann hätte die Gemeinde wiederum Klagerecht. Laut Schlöder wird sich die Kreisverwaltung bemühen, noch in diesem Jahr über die Baugenehmigung zu entscheiden. Es sei aber so, dass beim vorliegenden Antrag von WEAG auch unabhängig vom Widerstand der Ortsgemeinde noch mehrere Fragen zum Beispiel im Hinblick auf den Natur- und Artenschutz zu klären sind.

Idar-Oberstein Birkenfeld
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Ihre Ansprechpartner in der Redaktion
Stefan Conradt (sc)
Redaktionsleiter
Tel. 06781/605-43
E-Mail
Vera Müller (vm)
Redakteurin
Tel. 06781/605-52
E-Mail
Bettina Schäfer (bet)
Redakteurin
Tel. 06781/605-56
E-Mail
Andreas Nitsch (ni)
Redakteur
Tel. 06781/605-45
E-Mail
Axel Munsteiner (ax)
Redakteur
Tel. 06781/605-44
E-Mail
Peter Bleyer (pbl)
Redakteur
Tel. 06781/605-58
E-Mail
Silke BauerSilke Bauer (sib)
Redakteurin
0171-2976119
E-Mail
Jörg Staiber (jst)
Reporter
Tel. 06781/605-63
E-Mail
Online regional

Bettina TollkampBettina Tollkamp
Chefin v. Dienst
Online
E-Mail

Regionalwetter
Sonntag

-3°C - 6°C
Montag

-1°C - 5°C
Dienstag

0°C - 4°C
Mittwoch

0°C - 5°C
Anzeige
epaper-startseite
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach