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Zell

Zell-Barl: Kita-Altbau soll bald zur Baustelle werden

David Ditzer

Ein ordentlicher Batzen Geld, nämlich voraussichtlich rund 278 000 Euro brutto, soll schon im Frühjahr in die dringend nötige Sanierung des Altbaus der Kindertagesstätte (Kita) St. Marien im Zeller Höhenstadtteil Barl investiert werden. Auf eine vorübergehend angedachte Erweiterung der Kita auf dem Barl, um künftig auch die Kinder aus dem Stadtteil Kaimt dort zu betreuen, wird allerdings verzichtet. Diesen Beschluss traf der Rat der Moselstadt während seiner jüngsten Sitzung im Rathaus am Markplatz einstimmig. Die Gründe für den Verzicht sind der Widerstand der Eltern aus Kaimt, fehlende Erweiterungsmöglichkeiten auf dem Barl und die zu erwartenden Kosten.

Dringend sanierungsbedürftig ist der Altbau der Kindertagesstätte St. Marien im Zeller Höhenstadtteil Barl. Die voraussichtlich rund 278.000 Euro teuren Arbeiten sollen möglichst schon im April beginnen.
Dringend sanierungsbedürftig ist der Altbau der Kindertagesstätte St. Marien im Zeller Höhenstadtteil Barl. Die voraussichtlich rund 278.000 Euro teuren Arbeiten sollen möglichst schon im April beginnen.
Foto: Peter Scherer

Die Sanierung des Altbaus der Kita St. Marien pressiert. Träger ist die Kita-Gesellschaft des Bistums mit Sitz in Trier. Deren Leiterin und auch die Kita-Leitung plädierten in einem Gespräch mit der Verwaltung dafür, mit den Arbeiten Mitte, spätestens jedoch Ende April zu beginnen. „Vier bis sechs Monate wird das Ganz schon dauern“, erläuterte Zells Stadtbürgermeister Hans Schwarz im Sitzungssaal. Und mit Blick auf die zu erwartenden Kosten schob er hinterher: „Das ist viel Geld, aber damit werden wir sowohl den Kindern und deren Eltern als auch dem Personal gerecht.“

Was den Zustand des Altbaus der Kita St. Marien betrifft, liegt einiges im Argen: Fenster und Außentüren sollen, energetische Aspekte berücksichtigend, komplett erneuert werden. Gleiches gilt für die Toilettenanlagen und sämtliche Bodenbeläge. Das Dach soll neu gedeckt und die Elektroinstallation in einen zeitgemäßen Zustand gebracht werden. Das Heizungssystem soll – nicht zuletzt ob verschiedener Schwierigkeiten in der Vergangenheit – überarbeitet werden. Wie genau? Das wird zurzeit noch geprüft.

In den Jahren 2011/2012 ist die Kita um zwei Krippengruppen erweitert worden. Seither beheizt eine Wärmepumpe (thermische Leistung: 24 kW) den Neubauteil, eine Öl-Niedrigtemperaturheizung (thermische Leistung: circa 21 kW) erwärmt den Altbau. Hier wird nun zum einen geprüft, ob die Wärmepumpe künftig den Grundbedarf für das gesamte Kita-Gebäude decken und die Ölheizung nur bedarfsweise zugeschaltet werden kann, um Spitzenlasten zu decken. Zum anderen nehmen Fachleute den Zustand der Ölheizung selbst unter die Lupe. Hintergrund: Im Herbst 2016 fiel die Anlage aus, und es wurde festgestellt, dass sich im unterirdischen Heizungstank circa 500 Liter Wasser befanden. Vermutlich lag dies daran, dass der über dem Tank liegende Schacht (Domschacht) nicht mehr dicht war. Also pumpte man das Wasser ab und dichtete den Schacht ab, so gut es ging.

Allein: Im Jahr 2017 mussten trotzdem zum wiederholten Mal mehrere Hundert Liter Wasser aus dem Tank abgepumpt werden. Deshalb wird derzeit geprüft, ob nur der Schacht oder die komplette Tankanlage erneuert werden muss.

Da die Fußbodenheizung im Kita-Altbau wegen eines recht starken Bodenaufbaus nur zögerlich auf Veränderungen der Thermostateinstellungen reagiert, sollen in jedem Gruppenraum zusätzlich Deckenstrahlplatten installiert werden. Darüber hinaus soll die vorhanden Ausgabeküche der Kita so erneuert werden, dass es dort künftig auch möglich ist, selbst zu kochen. Der Kita-Träger hat signalisiert, die dafür nötigen Elektrogeräte zu beschaffen, so die Verwaltung.

Vonseiten des Kreises werde es voraussichtlich eine Zuwendung von rund 43.500 Euro geben. Diese wird die finanzielle Belastung für die Stadt zumindest ein wenig dämpfen. Diese bleibt jedoch enorm. Über die Notwendigkeit der Sanierungsarbeiten an sich brauche man nicht groß zu diskutieren, waren sich die Fraktionssprecher Lothar Bremm (CDU) und Hanjo Börsch (SPD) einig. Allerdings solle man doch zumindest „schauen, wie wir die Kosten im Zaum halten“ (Bremm). Börsch vermisste hier ein „Baucontrolling“.

Mit genau dieser Überwachung der Arbeiten will die Verwaltung ein Architekturbüro beauftragen, das auch die konkrete Planung und Ausschreibung übernimmt. Denn: Diese Arbeiten können „aus terminlichen Gründen nicht von der Bauabteilung der Verwaltung geplant, ausgeschrieben und geleitet werden“, heißt es in der Beschlussvorlage der VG Zell.

Die umfangreichen Sanierungsarbeiten in der Kita St. Marien sollen vor allem deshalb schon im April beginnen, damit die Kita ihre Alltagsaktivitäten verstärkt ins Freie verlegen kann. Eine Gruppe Kinder soll vorübergehend im Mehrzweck- und Turnraum untergebracht werden, eine zweite soll für die Dauer der Sanierung in die Kita St. Jakob Kaimt ausgelagert werden. Möglichst bereits in der nächsten Sitzung will der Zeller Stadtrat darüber entscheiden, welches Architekturbüro damit beauftragt wird, die Arbeiten in Gang zu bringen und zu überwachen.

Von unserem Redakteur David Ditzer

Die Kitas auf dem Barl und in Kaimt

Der Webseite des Kitaträgers zufolge verfügt die Kita St. Marien auf dem Zeller Barl über 67 Plätze in vier Gruppen. Kita-Leiterin ist Laura Franzen.

Kinder im Alter zwischen zwei Monaten und sechs Jahren besuchen die Einrichtung. Die Kaimter Kita St. Jakob hat 40 Plätze in zwei Gruppen. Sie wird von Irmtrud Mohr geleitet. Beide Einrichtungen bieten Betreuungszeit zwischen 7.30 Uhr und 16.30 Uhr. Nach Bedarfsplanerhebungen vom September besuchen die Kita auf Barl derzeit gut 50 Kinder, in der Kita Kaimt sind es gut 30. dad

Cochem Zell
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