40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Mittelmosel
  • » Sorge um die Kinder: Wie Fehlplanung Anwohnern das Leben verleidet
  • Aus unserem Archiv
    Kaisersesch

    Sorge um die Kinder: Wie Fehlplanung Anwohnern das Leben verleidet

    Eigentlich wird dem Autofahrer „das Rasen“ durch die Kaisersescher Straße Im Joch schon schwer gemacht: Wer sein Auto liebt, sollte beim Anblick von Schwellen den Fuß vom Gas nehmen, Bäume verengen die Fahrbahn, und die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer spricht für sich. Trotzdem bangen die Anwohner täglich um ihre Kinder, wenn sie zur Schule, zum Spielplatz oder zur nahen Sporthalle gehen.

    Awad Bahschar mit seinem Sohn, Walter Sawadski und Erik Schwarz (von links) ärgern sich über die Verkehrssituation in der Kaisersescher Straße Im Joch. Trotz Schwellen und Geschwindigkeitsbegrenzung fahren dort viele Autofahrer zu schnell. Gefährlich vor allem für die Kinder.
    Awad Bahschar mit seinem Sohn, Walter Sawadski und Erik Schwarz (von links) ärgern sich über die Verkehrssituation in der Kaisersescher Straße Im Joch. Trotz Schwellen und Geschwindigkeitsbegrenzung fahren dort viele Autofahrer zu schnell. Gefährlich vor allem für die Kinder.
    Foto: Brigitte Meier

    Awad Bahschar wohnt mit seiner Familie erst seit Ende März im Joch. Der 43-jährige Vater von zwei Kindern glaubte, in eine ruhige Wohnstraße zu ziehen. Nun stellt er fest: „Das ist wie auf der Autobahn hier.“ Walter Sawadski stimmt ihm zu. Er ärgert sich vor allem darüber, dass nur wenige Autofahrer die Geschwindigkeitsbegrenzung beachten. Kontrollen gebe ist nicht, bedauert Sawadski: „Unsere Straße ist dafür wohl nicht wichtig genug.“

    Auch Erik Schwarz, Mitglied der SPD-Fraktion im Kaisersescher Stadtrat, wohnt mit seiner Ehefrau und zwei kleinen Kindern Im Joch. Er hat in der jüngsten Sitzung des Stadtrates für seinen Antrag, in der Straße verkehrsberuhigende Maßnahmen anzubringen beziehungsweise die Verbandsgemeindeverwaltung zu beauftragen, ein Fachbüro zur Planung dieser Maßnahmen hinzuzuziehen, einhellig Zustimmung erhalten (unsere Zeitung berichtete). Schwarz erklärt: „Der Stadtrat ist bereits durch einen früheren Antrag der CDU-Fraktion auf das Problem unserer Straße aufmerksam gemacht worden. Dieser Antrag ist im Sande verlaufen, passiert ist jedenfalls bisher nichts.“

    Warum reichen die bereits vorhandenen Schwellen, Straßenverengungen und Geschwindigkeitsbegrenzung nicht aus, die Wohnstraße sicherer zu machen? Schwarz sagt lachend: „Nur wer ein ganz neues Auto hat, fährt tatsächlich langsam über die Schwellen. Die müssten durch höhere Schwellen ersetzt werden.“ Als gutes Beispiel zur Verkehrsberuhigung durch „Geschwindigkeitsbremsen“ führt der besorgte Familienvater die Schwellen in der Eifelstraße an: „Darüber fährt man nur einmal zu schnell.“ Und Sawadski besteht darauf: „Was nützt eine Geschwindigkeitsbegrenzung, die nur auf dem Schild steht, bei der aber nicht kontrolliert wird, ob die Autofahrer sich auch daran halten?“

    Ein weiteres Ärgernis für die Anwohner sind Gehwege, die unvermittelt enden, sodass Fußgänger auf die Fahrbahn wechseln müssen. Das ist besonders gefährlich für Kinder, die auf Rädern, Bobbycars oder Skateboards unterwegs sind. Selbst entlang des Spielplatzes schützt kein Gehweg die Kinder, wenn sie das Gelände erreichen möchten oder es verlassen.

    „Noch ist niemand überfahren worden“, sagt Schwarz. Er zeigt jedoch auf einige durch Autos schief gefahrene junge Bäume und mahnt: „Vor unserem Haus ist ein Baum glatt umgenietet worden. Ich mag gar nicht daran denken, dass dort oft Kinder herlaufen.“ Auch die Bäume mitten auf den wenigen Gehwegen sind Sawadski ein Dorn im Auge: „Wer einen Kinderwagen oder einen Rollstuhl schiebt, muss auf die Fahrbahn ausweichen, weil auf dem Gehweg kein Platz ist.“

    Insbesondere Autofahrer aus Richtung Masburg haben den Schwalbenweg und die sich anschließende Straße Im Joch als schnelle Abkürzung zu den Einkaufsmärkten entdeckt. Auch ein Wirtschaftsweg bringt zusätzlichen Durchgangsverkehr in das vor rund 15 Jahren ausgewiesene Familienwohngebiet. „Die Wohnstraße ist zur Durchgangsstraße geworden“, stellt Schwarz fest. Bahschar nickt zustimmend: „Wir möchten niemandem die Durchfahrt verbieten, aber wir verlangen von den Autofahrern etwas mehr Rücksicht.“

    Stadtratsmitglied Erik Schwarz sieht nun gute Chancen, dass auch die Fehlplanungen der Straße aus der Welt geschafft werden: „Es ist ja eine Gemeindestraße, und wir Anwohner haben den Stadtrat hinter uns.“

    Von unserer Mitarbeiterin Brigitte Meier

    Cochem Zell
    Meistgelesene Artikel
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter
    Dienstag

    1°C - 6°C
    Mittwoch

    4°C - 6°C
    Donnerstag

    3°C - 7°C
    Freitag

    2°C - 6°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige