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    Cochem

    So haben sich die Kandidaten präsentiert: Was Blicke und Gesten verraten

    Jeder Mensch hat seine Eigenheiten: Das gilt auch bei Mimik und Gestik. Ein Blick sagt mehr als tausend Worte. Die Hände werden beim Sprechen stärker eingesetzt als üblich und begleiten die Rede. Ein Lächeln kann das Eis brechen. Umgekehrt bewirkt ein verschlossener Blick das Gegenteil.

    Ein genauer Blick auf die fünf Bewerber für das Amt des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Cochem hat einiges zutage gebracht. Wie verhalten sie sich in einer besonderen, auch besonders angespannten, Situation wie bei der Podiumsdiskussion? Wo das Publikum einmal die Chance hat, alle fünf Kandidaten auf einen Blick zu erfassen. Und zu erleben. Wer ist sehr nervös? Wer bleibt gelassen? Bei wem ist die größte Anspannung festzustellen? Der Blick auf die Kandidaten ist subjektiv, ganz klar. Aber ihre Wirkung lässt tief blicken – und sagt mehr als tausend Worte.

    Podiumsdiskussion der Rhein-Zeitung zur Wahl des VG-Bürgermeisters in Cochem im Kapuzinerkloster.
    Podiumsdiskussion der Rhein-Zeitung zur Wahl des VG-Bürgermeisters in Cochem im Kapuzinerkloster.
    Foto: Kevin Rühle

    Die einzige Frau in der Bewerberrunde überzeugt: Stephanie Balthasar-Schäfer (CDU), 49 Jahre alt, beweist, dass es ihr auch tatsächlich um die Sache geht. Und um den Bürger. Anfangs noch ein wenig zurückhaltend, taut sie nach den ersten Fragen und Antworten sichtlich auf. Hat Fakten parat, ist sachlich, fokussiert und sortiert. Und: Erst wenn sie die Fragen beantwortet hat, ist auch mal Zeit für einen flotten Spruch. Im Schwarz-Weiß-Look geht die CDU-Kandidatin modisch auf Nummer sicher. Positiv: Diese Frau hat es nicht nötig, beim Wahlkampf persönlich zu werden, gar Kandidaten zu attackieren. Das hat Format.

    Podiumsdiskussion der Rhein-Zeitung zur Wahl des VG-Bürgermeisters in Cochem im Kapuzinerkloster.
    Podiumsdiskussion der Rhein-Zeitung zur Wahl des VG-Bürgermeisters in Cochem im Kapuzinerkloster.
    Foto: Kevin Rühle

    Möglicherweise hat ihm sein Beruf, Hans Bleck (SPD) ist Anwalt, geholfen: Der 56-Jährige hat es geschafft, von Anfang bis Ende der Veranstaltung immer im gleichen Tonfall zu sprechen. Unaufgeregt. Schicker Anzug, Krawatte Fehlanzeige, eine Hand in der Hosentasche. Alles andere wäre nicht Hans Bleck gewesen. Er unterstreicht Wichtiges mit den Händen, wählt seine Worte mit Bedacht. Bleck ist ein aktiver Zuhörer, nickt immer wieder zustimmend, schüttelt aber auch mal stumm den Kopf, wenn ihm etwas nicht passt, was er da gerade hört. Positiv: Hans Bleck strahlt eine große Ruhe, Souveränität und Verlässlichkeit aus.

    Cochems Stadtbürgermeister Wolfgang Lambertz, freier Bewerber, ist zu Beginn der Runde sichtlich nervös. Er spricht sehr schnell, beruhigt sich aber zusehends. Wie immer im schicken Anzug, mit farbigem, dezentem Hemd und passender Krawatte ist der 51-Jährige der Bewerber mit der ganz offensichtlich stärksten und mehrfach betonten Wertschätzung für die anderen Bewerber. Ihm ist an einem harmonischen Miteinander gelegen, das zeigt sich in der Runde. Er weiß, was er will, dafür würde er aber nicht zwangsläufig anderen schaden. Positiv: Dieser Wesenszug zeichnet ihn aus, denn er ist im politischen Haifischbecken höchst selten.

    Jetzt kommt Daniel Schawo: Im schicken Zwirn – und wohl auch schicksten dieses Abends –, dazu die passende Frisur, tritt der Zeller als freier Bewerber für das Amt auf. Der 42-jährige Unternehmer ist ein Newcomer in der Politik, sucht immer wieder neue Herausforderungen. Seine Entertainerqualitäten jedenfalls kommen an. Er hat die Lacher an diesem Abend mehrfach auf seiner Seite, spricht das Publikum gezielt an. Er kann seine Defizite, wenn es um Sachthemen geht, dennoch nicht verbergen. Positiv: Daniel Schawo ist offen, kommunikativ – und kann in der Kommunalpolitik sicher richtig punkten, wenn er sich richtig tief reinkniet.

    Podiumsdiskussion der Rhein-Zeitung zur Wahl des VG-Bürgermeisters in Cochem im Kapuzinerkloster.
    Podiumsdiskussion der Rhein-Zeitung zur Wahl des VG-Bürgermeisters in Cochem im Kapuzinerkloster.
    Foto: Kevin Rühle

    Vermutlich hat Peter Michels, freier Bewerber, mit mehr Zuspruch aus dem Publikum gerechnet. Anders lässt sich die Tatsache, dass er kaum den Blick in Richtung Auditorium gewandt hat, nicht erklären. Nicht sehr souverän. Der 44-Jährige hat nicht extra den guten Anzug aus dem Schrank geholt, er tritt eher lässig-schick auf. Seine Stimme ist sehr laut, er wirkt phasenweise angestrengt. Ein Zeichen von Aufregung oder Ärger? Michels teilt aus, wenn auch für seine Verhältnisse moderat. Als Einziger an diesem Abend. Positiv: Manchmal blitzt seine sicherlich ehrlich gemeinte Begeisterung für die Region auf – für Mosel, Eifel und Hunsrück.

    Von unserer Redakteurin Petra Mix

    Kandidaten gehen ruhig auf heikle Anwürfe einPodiumsdiskussion in Cochem: Welcher Kandidat hat denn die Nase vorn?
    Cochem Zell
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